Stoddart geht betteln

Minardi-Chef Paul Stoddart nimmt einen weiteren Anlauf, um doch noch in Melbourne starten zu können. Er will Ferrari-Teamchef Jean Todt ein weiteres Mal bearbeiten, um eine Sondergenehmigung für seinen Rennstall zu bekommen. Im Gepäck hat Stoddart einen Freifahrt-Schein der FIA.

Am Mittwoch (2.3.) schickte Paul Stoddart seine beiden Autos in Melbourne zur technischen Abnahme. Zwar fehlt ihm nach wie vor die Absolution, um trotz alter Aerodynamik an einem Rennen teilzunehmen, bei dem neue Regeln gelten, doch immerhin hat er einen Teilerfolg erzielt: Die FIA bescheinigte, dass die Minardi zumindest in punkto Sicherheit durchaus den neuen Regeln entsprechen.

Genau diese Sicherheitsbedenken schob Ferrari-Teamchef Jean Todt am Dienstag vor, als er Stoddart telefonisch mitteilte, Ferrari werde eine Sondergenehmigung für den Minardi-Start in Australien nicht mittragen. Todt trifft am Donnerstagabend in Melbourne ein und kann sich in seinem Hotelzimmer schon auf Besuch freuen, denn Stoddart will ihn mit der Unbedenklichkeits-Bescheinigung der FIA im Gepäck aufsuchen und ein zweites Mal überzeugen.

Todt zeigt Stoddart die Grenzen

Der Erfolg von Stoddarts Gang nach Canossa ist zweifelhaft. In Wahrheit geht es nur am Rande um die Reglementstauglichkeit des Hinterbänkler-Teams. Tatsächlich ist Ferraris Mauertaktik eine Returkutsche für den heftigen Gegenwind, den Stoddart als Anführer der Mehrheit der Rennställe seit vergangenem Herbst gegen die Roten erzeugt.

Mit der Verweigerung seiner Unterschrift demonstriert Todt seinem Kontrahenten die Grenzen seines Einflusses in der hohen Formel 1-Politik. Zudem testet Ferrari so Zusammenhalt und Widerstandsfähigkeit der Gegen-Front. Sollte sich Todt wider Erwarten doch erweichen lassen, hat Stoddart nichts gewonnen.

Die schriftliche Zustimmung der anderen Teams, dass er die ersten Rennen 2005 mit alten Autos bestreiten darf, hat Minardi Ende 2004 erhalten. Seitdem haben mit Jordan und Jaguar zwei Rennställe den Besitzer gewechselt. Jaguar-Käufer Dietrich Mateschitz stellt sich mit seinem Red Bull-Team wie Ferrari klar auf die Seite von Bernie Ecclestone. Prompt verweigert auch Teamchef Christian Horner seinem Kollegen Stoddart die Unterschrift.

Schumi: "Würdet ihr das akzeptieren?"

Der ehemalige Minardi-Fahrer Mark Webber drückt seinem Ex-Team und Landsmann Stoddart die Daumen: "Die Fans hier stehen extrem hinter Minardi. Die gehören praktisch zur Familie."

Eher geteilter Meinung ist Michael Schumacher. Der Weltmeister gibt zu, dass sein Herz durchaus für die kleine Formel 1-Schwester aus dem Maranello nahen Faenza schlage, doch hat er mit der Regelauslegung von Stoddart seine Probleme: "Stellt Euch vor, es gibt eine neue Fußballregel, nach der nur noch zehn Spieler auf dem Platz erlaubt sind, und es gibt immer eine Mannschaft, der es gerade nicht gut geht. Würdet ihr akzeptieren, dass die weiter mit elf Mann spielen dürfen?"

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