Stoddart zieht vor Gericht

Das Spießrutenlaufen für Minardi-Chef Paul Stoddart nimmt kein Ende. Die Rennkommissare stoppten die Autos von Patrick Friesacher und Christijan Albers auf dem Weg zum Training. Nun will Stoddart vor Gericht ziehen.

Zunächst gelang Paul Stoddart das Unmögliche, aber am Ende scheiterte er trotzdem. Obwohl Ferrari-Teamchef Jean Todt alles andere als ein Stoddart-Freund ist, und obwohl er den Austrailer bereits zwei Mal mit dessen Anliegen abgekanzelt hatte, klopfte Stoddart den Franzosen am Ende weich.

Todt unterzeichnete Minardis Anfrage nach einer Sondergenehmigung zur Startfreigabe in Melbourne unter zwei Bedingungen: Erstens wollte er den Unbedenklichkeitsbescheid über die Sicherheit der Autos von der Sporthoheit FIA schriftlich sehen, zweitens müssten alle anderen Teams ihre bereits im Herbst 2004 geleistete Zusage für Minardis Extrawurst erneuern (Das Concorde-Abkommen fordert in solchen Fällen Einstimmigkeit).

Unterschriften wertlos

Stoddart hatte am Ende alle Unterschriften beisammen und doch nichts in der Hand. Nachdem die technischen Kommissare seine Rennwagen durchgewunken hatten, stoppten ihn die Rennkommissare. Die drei für den sportlichen Ablauf des Grand Prix verantwortlichen Herren begründeten ihre Entscheidung damit, dass sie keinen Präzedenzfall schaffen wollten. Schließlich will Minardi mit einem Auto antreten, das nicht den aktuellen Reglen entspricht.

Stoddart gab sich diplomatisch: "Wir hatten eine sehr faire Anhörung. Schweren Herzens haben die Kommissare gegen uns entschieden. Ich gratuliere ihnen zu ihrer Fairness." Nichts desto trotz will der Australier nun vor Gericht ziehen, um den Start seines Teams juristisch durchzusetzen. "Wir haben einen wasserdichten Fall", sagt Stoddart. Sollte er auch vor dem Supreme Court scheitern, tritt Plan B in Kraft: Über Nacht sollen Aerodynamik-Teile eingeflogen werden, die den 2005er Regeln entsprechen. "Ich bin nicht sicher, ob es klappt, aber wir versuchen es", sagt Stoddart.

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