Strafenflut in Austin

Eine Strafe, die keine ist

Safety-Car GP USA 2014 Foto: xpb 27 Bilder

Beim GP USA hatten die Sportkommissare viel zu tun. 6 Mal hagelte es Strafen. Pastor Maldonado und Jean-Eric Vergne traf es gleich zwei Mal. Trotzdem fuhren beide in die Punkte. Der Fall Vergne zeigt, dass es eine Konstellation gibt, in der eine Strafe gar keine ist.

Eigentlich wollten die Sportkommissare weniger hart durchgreifen. Seit dem GP Österreich gilt die Politik der lockeren Hand. Doch in Austin haben Gary Connelly, Silvia Bellot, Tim Mayer und Derek Warwick zugeschlagen. In insgesamt sechs Fällen wurden Strafen ausgesprochen. Pastor Maldonado und Jean-Eric Vergne waren gleich zwei Mal unter den Sündern. Trotz jeweils zwei Fünf-Sekunden-Strafen landeten beide in den Punkterängen.

3 Strafen nach Unterschreitung der Safety-Car-Deltazeit

In einigen Fällen waren den Sportkommissaren die Hände gebunden. Da schreiben die Regeln eine Strafe vor. Pastor Maldonado, Esteban Gutierrez und Jean-Eric Vergne haben gleich zu Beginn des Rennens die Safety-Car-Deltazeit unterschritten. Das ist der Zeitabschnitt von Beginn einer Safety-Car-Phase bis zur ersten Passage der Boxeneinfahrt. In diesem Bereich müssen die Fahrer mindestens 145 Prozent des Renntempos fahren.

Wegen der unterschiedlichen Positionen auf der Strecke, ist dieses Delta für jeden individuell. Die Fahrer bekommen die Differenz durch ein Plus und ein Minus auf ihrem Display angezeigt. Die drei Sünder lagen jeweils eine halbe Sekunde darunter und mussten bei ihren Boxenstopps fünf Sekunden zusätzlich absitzen. Zunächst erschien auch der Name Jenson Button auf dem Informations-Bildschirm. Die Rennleitung gab später zu, dass Button aus Versehen eingetragen wurde. Es war einfach ein Tippfehler.

Maldonado um 1,4 km/h zu schnell

Maldonado wurde bei seinem zweiten Boxenstopp noch einmal auffällig. Der Lotus-Pilot war in der Boxengasse um 1,4 km/h zu schnell. Damit wurde ihm am Ende des Rennens weitere fünf Sekunden aufaddiert. Das hätte eigentlich Platz 10 bedeutet.

Doch 2.15 Stunden nach Rennende erwischte es auch Vergne. Der Toro Rosso-Pilot rempelte Romain Grosjean in der ersten Kurve zwei Mal an. Grosjeans Rennen war wegen der starken Beschädigungen an seinem Lotus quasi beendet. Er schleppte sich mit einem gebrochenen Frontflügel und Unterboden ins Ziel.

Vergne verlor fünf Sekunden. Das warf ihn hinter Maldonado. Er blieb aber vor Grosjean, der bei der letzten Zielpassage acht Sekunden hinter dem Toro Rosso fuhr. Auf dem Papier war es aber eine Runde.

Überrundung von Grosjean schützt Vergne

Hier trat eine interessante Konstallation ein. Selbst wenn Grosjean nur vier Sekunden hinter Vergne gelegen wäre, wäre er nicht auf Rang 10 aufgerückt. Grosjean war das erste Auto, das überrundet ins Ziel kam. Sieger Lewis Hamilton hatte sich zwischen die beiden geschoben.

Die Überrundung macht damit jede Strafe für den letzten, der nicht überrundet wurde, zur Makulatur. "Vergne hätte nachträglich 20 Sekunden für eine Durchfahrtstrafe bekommen können, und er wäre immer noch vor Romain gelegen. Die eine Runde mehr hat ihn vor allen geschützt, die hinter dem Sieger ins Ziel kamen, unabhängig vom Abstand. Man sollte sich für diesen Fall etwas überlegen. Wenn es dumm läuft, ist eine Strafe keine Strafe", beschwerte sich Lotus-Einsatzleiter Alan Permane.

Eine richtige Strafe bekam Sergio Perez. Der Mexikaner muss beim nächsten Rennen in Brasilien sieben Startplätze zurück. Bei dem Mini-Feld von 18 Autos ist das gleichbedeutend mit dem letzten Startplatz. Perez wurde dafür bestraft, dass er Adrian Sutil das Rennen zerstört hat. Ausgerechnet in einem Moment, in dem Sauber mal auf WM-Punkte hoffen durfte.

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