Streit bei Red Bull

Webber missachtet Stallorder

Mark Webber Foto: xpb 53 Bilder

Mark Webber hat in den letzten Runden von Silverstone alles gegeben, um Sebastian Vettel zu überholen. Dabei hatte ihm der Kommandostand befohlen, die Position zu halten. Steht Red Bull ein neuer Streit ins Haus?

Als Mark Webber im vergangenen Jahr die Ziellinie von Silverstone überquerte, gab er seinem Team noch eine verbale Ohrfeige. "Nicht schlecht für einen Nummer-zwei-Fahrer", hatte der Australier damals gejubelt, nachdem Teamkollege Sebastian Vettel bei der Vergabe von neuen Teilen bevorzugt wurde. Am Sonntag gab es erneut Stunk im Bullenlager. Wieder sollte Webber die Rolle der Nummer zwei spielen.

Einseitige Konversation mit Webber

Was war passiert? In den letzten Runden von Silverstone wollte Sebastian Vettel sein Auto nur noch heil ins Ziel bringen und die 18 Punkte für den zweiten Platz heimfahren. Doch Mark Webber hatte andere Pläne. Mit besseren Reifen ging der Australier voll auf Angriff und attackierte seinen Teamkollegen. Der Kommandostand versuchte ein direktes Duell zu vermeiden. "Mark, halte den Abstand", lautete die klare Ansage von Teamchef Christian Horner.

Doch der Pilot ignorierte die Stallorder einfach. "Ich war nicht einverstanden damit. Wenn Fernando Alonso an der Spitze noch ausgefallen wäre, dann wäre es um den Sieg gegangen. Ich will einfach nur das Rennen zu Ende fahren", grummelte der WM-Zweite angesäuert. So blieben alle Aufforderungen über Funk unbeantwortet. "Es war eine etwas einseitige Konversation", grinste Webber.

Vettel: "Unnötig etwas Dummes zu tun"

Teamchef Horner war auf seinen Piloten nicht gut zu sprechen. Er verteidigte die Entscheidung zur Stallorder: "Aus Teamsicht war es wichtig, beide Autos ins Ziel zu bringen. Wir hatten Angst, dass die beiden zu viel Risiko eingehen. Wir wollten nicht, dass wieder das gleiche wie vor einem Jahr passiert." In Istanbul waren seine beiden Autos bekanntlich im Zweikampf kollidiert. In einer internen Aussprache soll der Streit nun beigelegt werden.

Sebastian Vettel hielt sich mit seinen Ärger nach dem Rennen noch spürbar zurück. "Aus Sicht des Teams gibt es eigentlich keinen Grund, die Punkte aufs Spiel zu setzen", grantelte der Weltmeister. "Es ging um die Plätze zwei und drei. Wir hatten genug Vorsprung vor den anderen. Es wäre unnötig, etwas Dummes zu tun. Mark war schneller. Er hat es am Ende aber nicht geschafft. Das war es eigentlich auch schon."

Dass Webber nun den Funkspruch ignoriert, kam für einige etwas unerwartet. Im Vorjahr hatte er noch Ferrari gegen Kritik an der Stallorder verteidigt. Nun musste Fernando Alonso seinen Freund Webber in Schutz nehmen. "Ich beteiligte mich nicht an der Polemik. Beide Piloten haben gut auf die Fragen geantwortet. Am Schluss schreibt doch sowieso jeder, was er will", erklärte der Silverstone-Sieger.

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