Fernando Alonso - Formel 1 - GP Türkei 2021 Jerry André
Hamilton vs. Perez - Formel 1 - GP Türkei 2021
Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP Türkei 2021
Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Türkei 2021
Valtteri Bottas - Formel 1 - GP Türkei 2021 51 Bilder

Diskussion um Gasly-Strafe: FIA ändert Urteil

FIA ändert Urteilsbegründung Diskussion um Gasly-Strafe

Pierre Gasly kassierte für seinen Schubser gegen Fernando Alonso eine Fünf-Sekunden-Strafe. Das Urteil sorgte nach dem Rennen für einige Diskussionen. Auch weil die FIA-Stewards ihre Begründung nachträglich korrigierten.

In der Türkei hatte die Rennleitung nicht viel zu tun. Nur in der Anfangsphase des Grand Prix mussten die Schiedsrichter zwei Szenen untersuchen. Und beide Male war Fernando Alonso involviert. Der Spanier wurde schon in Kurve 1 von Pierre Gasly touchiert, was den Alpine in einen Dreher zwang. Alonso verlor dabei 11 Positionen.

Am Funk zeigten sich die beiden Parteien zunächst erhitzt. "Gasly ist so ein Idiot", schimpfte Alonso. Der Franzose verteidigte sich: "Ich konnte nichts machen. Ich lag in einem Sandwich." In der Tat hatte Gasly beim Einbiegen am Ende der Zielgeraden noch Sergio Perez auf seiner linken Seite. Ein weiterer Faktor, den man strafmildernd anfügen könnte, waren die rutschigen Streckenbedingungen und die Gischt der vorausfahrenden Autos.

Doch die FIA-Kommissare kannten keine Gnade. Gasly musste bei seinem Boxenstopp fünf Sekunden warten, bis die Mechaniker endlich mit dem Service beginnen durften. Weil er am Ende nur 2,5 Sekunden hinter Lewis Hamilton über den Zielstrich fuhr, ärgerte sich der Monza-Sieger aus dem Vorjahr natürlich doppelt. Dazu gab es auch noch zwei Strafpunkte für die Sünderkartei.

Start - Formel 1 - GP Türkei 2021
Jerry André
Beim Einlenken in Kurve 1 lag Gasly im Sandwich zwischen Perez und Alonso.

Keine Gnade für Gasly

"Das war einfach eine unglückliche Situation", kommentiere Gasly anschließend die Szene. "Ich lag eingeklemmt zwischen Sergio und Fernando. Ich wusste nicht, wo ich hin soll. Leider haben wir uns dann leicht berührt. Es war gerade genug, dass sich Alonso gedreht hat. Dafür möchte ich mich natürlich bei ihm entschuldigen."

Alonso nahm die Entschuldigung an und zeigte nach Blick auf die TV-Bilder Verständnis für die Situation seines Unfallgegners. "Pierre lag da wirklich in einem Sandwich." Auch die meisten TV-Experten äußerten sich in Istanbul verwundert, warum es hier zu einer Strafe kam.

Normalerweise zeigten sich die Schiedsrichter in solchen Situationen zuletzt eher gnädig. In Abstimmung mit den Fahrern wurde ausgemacht, im Zweifel auf Strafen zu verzichten. Vor allem wenn es sich um Kontakte in der Startrunde handelt, wo man im Cockpit schnell mal die Übersicht verlieren kann. Doch in diesem Fall wurde die bereits erwähnte Zeitstrafe ausgesprochen.

Pierre Gasly - GP Türkei 2021
xpb
Pierre Gasly trug erst den Hauptteil der Schuld, dann die alleinige Schuld.

Korrektur der Urteilsbegründung

FIA-Rennleiter Michael Masi erklärte, wie es zu diesem Urteil kam: "Wenn mehrere Autos beteiligt sind und man einzelnen Fahrern eine Teilschuld geben kann, wird in der Regel auf eine Strafe verzichtet. In diesem Fall kamen die Kommissare aber zu dem Schluss, dass Pierre alleine für die Kollision verantwortlich war."

Komischerweise klang das in der offiziellen Urteilsbegründung dann aber etwas anders. Darin hieß es: "Die Stewards sehen es als erwiesen an, dass Gasly den Großteil der Schuld an der Kollision trägt, weil er außen nicht genug Platz für Alonso gelassen hat. Die Stewards stufen das nicht als unvermeidbaren Zwischenfall ein, wie er in einer Startrunde passieren kann. Gasly lag auch nicht im Sandwich, als es zum Kontakt mit Alonso kam."

Offenbar merkte auch die FIA, dass hier ein Fehler unterlaufen ist. Deshalb wurde dreieinhalb Stunden nach dem ersten Dokument eine zweite Version der Urteilsbegründung verschickt. In der Korrektur war nicht mehr von einem "Großteil der Schuld" die Rede, stattdessen hieß es plötzlich: "Die Stewards sehen es als erwiesen an, dass Gasly die komplette Schuld an der Kollision trägt."

Mick Schumacher - GP Türkei 2021
Wilhelm
Alonso war nach dem Dreher in der Startphase hinter Schumacher zurückgefallen.

Alonso-Entschuldigung

Über den zweiten Zwischenfall in der Anfangsphase gab es keine Diskussionen. Fernando Alonso hatte Mick Schumacher in der zweiten Runde in Kurve 4 einfach herumgedreht. "Alonso versuchte, auf der Innenseite ein Manöver gegen Schumacher durchzuführen, befand sich aber nie in der richtigen Position, um den Überholvorgang abzuschließen", hieß es in der offiziellen FIA-Analyse. "Dann kam es zum Kontakt mit dem kurveninneren Hinterrad, was zum Dreher von Schumacher führte."

Interessanterweise sprachen die Kommissare auch hier davon, dass Alonso nur "mehrheitlich" die Schuld trägt und nicht alleine. Hier wurde allerdings keine Korrektur verschickt. Der Pilot akzeptierte die fünf Strafsekunden und die zwei Strafpunkte nach dem Rennen anstandslos. In der Interviewzone entschuldigte sich Alonso persönlich mit einer Umarmung bei Schumacher.

Der deutsche Youngster nahm die Entschuldigung direkt an: "Solche Dinge können schnell mal passieren", erklärte der Rookie. "Besonders an solchen Stellen, wo es vorher eine langgezogene Kurve gibt. Man bereitet sich früh auf das Manöver in Kurve 4 vor, um dann den Versuch zu wagen, innen reinzustechen. Dieses Mal hat es leider nicht ganz funktioniert."

Mehr zum Thema GP Türkei
Ferrari - Formel 1 - GP Türkei 2021
Aktuell
Formel Schmidt - GP Türkei - Teaser 2021
Aktuell
Lando Norris - GP Türkei 2021
Aktuell
Mehr anzeigen