Streit um Reifentests

FIA-Weltrat spricht ein Machtwort

Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP USA - Austin - 22. Oktober 2015 Foto: ams 23 Bilder

Seit Monaten streiten sich Pirelli und die Formel 1-Teams um Reifentestfahrten mit Blickrichtung 2016 und 2017. Es geht um die fünfte Mischung, neue Regenreifen und die Generalprobe für die breiteren Reifen, die ab 2017 kommen sollen. Jetzt muss der FIA-Weltrat ein Machtwort sprechen.

Die Teammanager haben aufgehört die Sitzungen zu zählen, die sie mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting zum Thema Reifentest verbracht haben. Es geht um drei Reifenentwicklungen. Die fünfte Mischung für 2016, einen neuen Regenreifen für die nächste Saison und die breiteren Reifen ab 2017. Pirelli hätte gerne so viele Testfahrten wie möglich, will sich an den Kosten für die Teams aber nicht beteiligen. Der Reifenhersteller übernimmt nur die Streckenmiete.

Die großen Teams würden mitmachen, die kleinen stöhnen über die Kosten. Jeder Testtag kostet rund 200.000 Euro. So konnte bis jetzt nie eine Einigung erzielt werden. Weil immer mindestens ein Team die Pläne blockiert hat. In der verfahrenen Situation soll der FIA-Weltrat ein Machtwort sprechen. Und zwar in der kommenden Woche mittels einer Fax-Wahl.

18 Testtage für 2017er Pirelli-Reifen

Zunächst geht es um den Test der fünften Mischung für die kommende Saison. Pirelli schlägt den Dienstag nach dem GP Abu Dhabi vor. Die Strecke soll von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends gebucht werden. Alle Teams werden gebeten teilzunehmen, und zwar mit "erfahrenen Piloten".

Force India und Sauber aber würden die Kosten gerne mit Bezahlfahrern decken. Noch vor Beginn der Wintertests soll ein Regenreifen-Test in Paul Ricard stattfinden und zwar mit 2015er Autos. Bis jetzt haben nur Ferrari, McLaren, Mercedes, Red Bull und Williams Interesse gezeigt.

Die größte Baustelle sind die Probefahrten mit den Reifen für 2017. Sie sollen deutlich breiter werden als bisher. Pirelli fordert 18 Testtage, 3 mit Regenreifen, 15 mit Slicks. Turnusgemäß immer mit anderen Teams.

Ab Mai 2016 soll es losgehen. Immer nach einem Grand Prix auf der betreffenden Strecke. Die Teams sollen 2013er Autos mit aktuellen Motoren bereitstellen, damit der Abtrieb repräsentativ ist. Die 2017er Generation wird auf Wunsch der fünf Sekunden pro Runde schneller.

Kleine Teams rechnen mit Kosten in Millionenhöhe

Die kleinen Teams protestieren. "Der Aufbau eines solchen Autos kostet uns eine Million Euro. Wir müssten eine extra Mannschaft dafür bereitstellen. Und das dafür, dass wir am Ende vielleicht zwei oder drei Tage testen", klagt Force India-Teammanager Andy Stevenson. Forderung der Kleinen: Pirelli soll seinen Beitrag zu den Kosten leisten.

Auch Toro Rosso-Teamchef Franz Tost rechnet mit höheren Ausgaben: "Für mich sind die Testfahrten eine reine Geldverschwendung. Es würde bedeuten, dass wir 10 - 15 Mechaniker extra und 5 - 7 Ingenieure extra anstellen müssten. Das kostet und 10 Millionen Euro mehr. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir auch ohne eine Ausweitung der Testfahrten unsere Ziele erreichen."

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