Strittige Regeln neu interpretiert

Doppelt Gelb heißt jetzt Rot

Gelbe Flaggen Foto: sutton-images.com

Die Strategiegruppe hat nicht nur über den Halo diskutiert. Es ging auch um das Funkverbot, die Einhaltung der Streckenbegrenzung, Safety-Car-Starts, gelbe Flaggen und Rennunterbrechnungen. Dabei wurde mit einigen alten Zöpfen aufgeräumt.

Es ging in den Diskussionen um den Heiligenschein unter. Doch es gab noch andere Streitpunkte, die von der Strategiegruppe in Genf besprochen wurden. Zum Beispiel: Das Funkverbot, die Einhaltung der Streckenbegrenzung, Safety-Car-Starts, gelbe Flaggen und Rennunterbrechnungen. Alle Änderungen gelten ab sofort. Die Formel 1-Kommission muss nicht mehr abstimmen, weil es sich nicht um Regeländerungen handelt, sondern eine andere Interpretation bestehender Regeln. Wir sagen Ihnen, was Sie wissen müssen:

Funkverbot:

Mit Ausnahme der Formationsrunde ist der Funk wieder freigestellt. Also auch der von den Fans so verhassten Nachhilfe-Unterricht für die Fahrer auf der Strecke, wenn es ums Bremsen-Schonen, Spritsparen oder Reifenstreicheln geht. Als Kompensation für die TV-Zuschauer dürfen die Teams keinen Funkspruch mehr unterdrücken bzw. verschlüsseln. Der Hintergrund: Bernie Ecclestone will die Funksprüche in Zukunft verkaufen. Die Fans können sich dann bei ihrem Lieblingsteam einloggen und die gesamte Konversation mithören.

Gelbe Flaggen:

Doppelt Gelb heißt in Zukunft Rot. Würde der Fall Rosberg in Ungarn noch einmal passieren, würden alle Rundenzeiten der auf der Strecke befindlichen Fahrzeuge gestrichen. Somit gibt es auch keine Veranlassung für die Fahrer an einer Gefahrenstelle nur zu lupfen. Bei einfachen gelben Flaggen muss der Fahrer wie früher kurz seinen Fuß vom Gas nehmen. Man will nun aber zwischen den einzelnen Fällen besser differenzieren. Während der Dreher von Fernando Alonso in Ungarn ausgangs Kurve 8 weiterhin doppelt Gelb nach sich ziehen würde, wäre der Motorplatzer von Carlos Sainz auf einer Geraden am Red Bull-Ring wegen der besseren Übersicht nur einfach Gelb.

Einhaltung der Streckenlimits:

Die Teams wollten freie Fahrt. Notfalls auch neben der Strecke. Damit ist FIA-Rennleiter Charlie Whiting nicht einverstanden. „Dann gibt es in der ersten Kurve in Hockenheim Krieg. Wenn jeder so weit rausfährt wie er will, verringert sich die Auslaufzone dramatisch. Das wäre ein Gefahrenmoment. Außerdem wäre damit eine andere Streckenführung gegeben. In anderen Kurven könnte dann theoretisch die Kurve abgekürzt werden.“ Whiting will von Fall zu Fall entscheiden. Beispiel Hockenheim. Ausgangs Kurve 12 (Eingang Motodrom) sind die Randsteine so hoch, dass keiner freiwillig drüberfährt. In dem Kerb in Kurve 1 ist wie in Ungarn ein Sensor eingebaut. „Wir wollen dort genauso verfahren wie in Ungarn“, meinte Whiting. Im ersten Training wurden 93 Fahrer jenseits des Sensors registriert, der sich 1,60 Meter außerhalb der Streckenbegrenzung befindet.

SafetyCar-Starts

Wir hatten es bereits angekündigt. Wird in Zukunft ein Rennen wegen starken Regens hinter dem Safety-Car gestartet, folgt bei Verbesserung der Bedingungen ein stehender Start mit der Startaufstellung des Trainingsergebnisses.

Rennunterbrechung:

Bei Rennunterbrechungen darf nicht mehr am Auto gearbeitet werden. Reparaturen und Reifenwechsel sind verboten. Die Teams einigten sich darauf, dass eine Rennunterbrechnung zur „falschen Zeit“ für das betreffende Team genauso Schicksal ist, wie ein Safety-Car im schlechtestmöglichen Moment.„Betrachtet es einfach als ein SafetyCar, das anhält. Während einer SafetyCar-Phase kann auch keiner sein Auto reparieren“, urteilt Whiting.

Was meinen Sie zu den neuen Regel-Auslegungen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

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