Lance Stroll - Williams - Formel 1 - GP Italien - Monza - 2. September 2017 sutton-images.com
Romain Grosjean - HaasF1 - Formel 1 - GP Italien - Monza - 2. September 2017
Impressionen - Formel 1 - GP Italien - Monza - 2. September 2017
Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Italien - Monza - 2. September 2017
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Italien - Monza - 2. September 2017 82 Bilder

Stroll Zweiter, Ocon Dritter

Das Geheimnis der Sensationsmänner

Im Regen ist die Formel 1 immer für Überraschungen gut. Lance Stroll startet beim GP Italien vom zweiten, Esteban Ocon vom dritten Platz. Plausible Erklärungen gibt es keine. Außer dass die Reifen perfekt im Fenster lagen.

Die Startaufstellung zum GP Italien wird in die Geschichte eingehen. Strafen bestimmen die Startplätze von 6 Fahrern. Der Zweite und der Dritte starten von den Positionen 14 und 17. In der ersten Reihe steht Lance Stroll im zuletzt so enttäuschenden Williams-Mercedes. Und direkt dahinter Force India-Pilot Esteban Ocon. Der Franzose fährt in diesem Rennen unter Beobachtung des Teams. „Es war mein Dank ans Team für das, was wir in Spa mit unserer Kollision kaputtgemacht haben“, atmete Ocon auf.

Man könnte den Regen und die Strafen für die ungewöhnliche Startaufstellung verantwortlich machen, doch das wäre nur die halbe Wahrheit. Außer Romain Grosjeans Aquaplaning-Abflug, Verbremsern in der ersten Schikane und ein paar Ausrutschern in der Roggia-Passage blieb das Training weitgehend unfallfrei. Der Faktor Zufall spielte kaum eine Rolle. Mercedes und Ferrari hatten ein ganz normales Training. Und trotzdem stehen drei der vier Top-Autos hinter Stroll und Ocon.

Williams trotzt allen Widrigkeiten

Diese Qualifikation auf der schnellsten Strecke im Kalender wirft viele Fragezeichen auf. Williams kämpfte zuletzt vier Mal in Folge um den Einzug in das Q2. Diesmal schafften es beide Autos locker in die letzte K.O.-Runde. Und das bei Bedingungen, die Williams in den vergangenen fünf Jahren oft vor große Probleme stellten, weil die Reifentemperaturen jeweils im Keller blieben. Mit einem Stroll, der praktisch keine Formel 1-Erfahrung im Regen besitzt.

Und ausgerechnet da fahren Stroll und Massa auf die Startplätze 2 und 7. Und haben nicht die geringsten Probleme mit Reifentemperaturen. Stroll belegte im Q1 Platz 5 auf Regenreifen und im Q2 Rang 4 auf Intermediates. Der Kanadier zeigte sich das gesamte Training lang konstant in den Top 5. Massa zog den Hut vor seinem jungen Teamkollegen. „Ich hätte eine halbe Sekunde schneller fahren können, aber nie die Zeit von Lance.“

Wie also ist das Wunder zu erklären? Massa und Chefingenieur Rob Smedley schüttelten bedauernd den Kopf. „Wir wissen es nicht.“ Smedley ergänzt: „Das Streckenlayout liegt unserem Auto. Nach unseren Hochrechnungen wären wir auf trockener Straße auf die Plätze 6 und 7 gefahren. Felipe hat den Platz im Nassen gehalten. Lance hat uns alle überrascht. Vielleicht liegt es einfach daran, dass er bei Regen schon in der Formel 3 immer besonders stark gefahren ist. Es gibt so Fahrer, die sich im Regen wohl fühlen.“

Stroll fährt wie in der Formel 3

Stroll gab sich alle Mühe im Moment seines zweitgrößten Triumphes – nach dem dritten Platz in Baku – cool zu bleiben. „Ich habe mich im Auto sauwohl gefühlt und hatte einfach Spaß. Vielleicht liegt es daran, dass man im Regen freier fahren kann. Im Trockenen musst du die Prozeduren exakt einhalten, das Setup muss passen, das Auto gut sein. Auf nasser Strecke spielen diese Faktoren eine geringere Rolle. Du kannst ein bisschen herumexperimentieren, andere Linien ausprobieren. Es kommt mehr auf das Gefühl an. Ich bin gefahren, wie ich es in der Formel 3 gemacht habe. Hartes Bremsen für die Reifentemperatur vorne, Schlupf für die Reifentemperatur hinten.“

Für Stroll waren es die ersten Runden in einem Formel 1-Auto auf nasser Strecke. „Ich bin auch nie bei meinen Privattests auf Regenreifen gefahren.“ Und der 18-jährige Kanadier startet zum ersten Mal in seiner GP-Karriere aus der ersten Reihe. Ausgerechnet neben Lewis Hamilton. Keine Spur von Nervosität? „Ich starte so wie immer“, winkt Stroll ab. Das Ziel sind WM-Punkte. „Die Ferrari und Mercedes hinter mir werde ich kaum halten können“, meint Stroll realistisch.

Ocon setzt sich ein Podium als Ziel

Esteban Ocon ist da ganz anders gestrickt: „Ich will auf das Podium. Das war mein Ziel zu Beginn des Jahres, und jetzt habe ich die goldene Gelegenheit dazu.“ Auch gegen die Ferrari und Valtteri Bottas im Mercedes? „Warum nicht?“, fragt der Franzose entwaffnend. „Wir haben ein gutes Auto hier. Die Balance passt, der Speed auch.“

Sein Monza-Geheimnis ist schnell erklärt: „Die richtigen Reifen mit dem richtigen Druck zur rechten Zeit.“ Sergio Perez hat der falsche Reifendruck möglicherweise den Aufstieg ins Q3 gekostet. „Ich konnte deswegen auf den Regenreifen keine gute Zeit fahren und bin zu spät auf die Intermediates gewechselt. Mir blieben nur noch zwei Runden. In der schnelleren kam ich quer aus der Ascari-Kurve. Sonst hätte ich es locker geschafft.“

Perez verfehlte den Aufstieg um 2 Tausendstelsekunden. Als Ocon davon hört, dass seine Teamkollege viel schneller hätte fahren können, legt er sofort nach. „Ich habe im Q2 vier bis fünf Zehntel hinter Kvyat verloren. Es wäre auch bei mir noch schneller gegangen.“ Was erzählt uns das? Dieser Stallkrieg ist noch lange nicht vorbei.

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