Susie Wolff mit Motorschaden

Trainingsdebüt mit altem Mercedes-Motor

Susie Wolff - Williams - Formel 1 - GP England - Silverstone - 4. Juli 2014 Foto: xpb 110 Bilder

Susie Wolff war die tragische Figur am Trainingstag von Silverstone. Bei ihrem ersten Auftritt im Rahmen eines GP Wochenendes kam die Schottin nur 4 Runden weit. Ausgerechnet Ehemann Toto Wolff musste sich im Namen von Mercedes entschuldigen.

Fernsehen und Fotografen waren bereit. Susie Wolff war es auch. Und dann dauerte die erste Ausfahrt der schnellen Williams-Dame nur 4 Runden lang - den Installationsrun mit einberechnet. Eine Öldruck-Warnung war das äußere Zeichen, dass sich der Motor im Heck des FW36 vehement gegen die historische Ausfahrt sträubte. Es sollte wohl einfach nicht sein.

Zum ersten Mal seit 22 Jahren war wieder eine Frau im Rahmen eines Grand Prix-Wochenends unterwegs. Giovanna Amati fuhr 1992 als letzte Dame in der Königsklasse. Entsprechend groß war das mediale Interesse am Auftritt von Wolff. "Es hat sich wirklich toll angefühlt, als ich rausgefahren bin. Ich wusste, dass ich dafür bereit war. Leider dauerte es nicht sehr lange", erklärte die ehemalige DTM-Pilotin später.

Susie Wolff hakt Silvestone ab

In der Mittagspause musste der Motor gewechselt werden. Valtteri Bottas ging am Nachmittag mit einem neuen Triebwerk auf die Bahn. Mercedes nahm den Fehler auf die eigene Kappe. Ausgerechnet Ehemann Toto Wolff musste sich entschuldigen: "Leider fällt das Problem in unseren Verantwortungsbereich. Wir wussten, dass sich der Motor schon am Ende seiner Laufzeit befand. Dass er sich aber schon nach einer Handvoll Runden verabschiedet, ist wirklich schade."

Droht nun Krach im Hause Wolff? "Mal sehen, wie sie mich dafür bestrafen wird", grinste der Mercedes-Teamchef. Für Susie Wolff war Silverstone nur die erste von zwei Chancen. In Hockenheim startet sie den zweiten Anlauf. "Ich bin wirklich sehr enttäuscht. Aber so ist die Formel 1. Es war aber gut, dass ich den ersten Schritt hinter mich gebracht habe. Jetzt denke ich nur noch an Hockenheim. Silverstone ist abgeschlossen."

Williams fährt Problemen hinterher

Der Ausfall von Susie Wolff war nur eines von vielen Williams-Problemen am Trainingsfreitag. "Es war wie beim Hasen und dem Igel. Wir sind den Problemen ständig hinterhergerannt. Dann kam auch schon ein neues", erklärte Technikchef Pat Symonds. "Bei Susie sind wir mit dem Motor bewusst ein Risiko eingegangen. Leider war das Ergebnis nicht wie gewünscht. Da sieht man, wie schnell es in der Formel 1 gehen kann. In Spielberg haben wir noch gefeiert."

Bei Felipe Massa war allerdings zunächst nicht die Technik schuld sondern der Pilot selbst. Mit seinem Crash in die Bande sorgte er für zusätzliche Arbeit für die Mechaniker in der Mittagspause, die ja schon den Motor für Valtteri Bottas einbauen mussten. Mit 30 Minuten Verspätung startete der Brasilianer in die zweite Sitzung.

Zu guter Letzt gab es auch noch Probleme bei Bottas. Auf der langen Geraden löste sich plötzlich der hintere Teil der Motorhaube am Williams ins seine Einzelteile auf. Der Druck unter der Verkleidung war offenbar zu groß geworden. Symonds: "Es kam alles zusammen. Dabei war es heute mit den wechselnden Winden schon schwierig genug herauszufinden, wo man steht."#

Die Bilder des ereignisreichen Trainingsfreitags haben wir in unserer Galerie.

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