Sutil

Schlüsselduell gegen Fisichella

Foto: Force India 15 Bilder

Die Formel-1-Lehrzeit ist beendet, nun wartet auf Adrian Sutil 2008 die Gesellenprüfung. Mit der Verpflichtung des Italieners Giancarlo Fisichella hat der 25-Jährige aus Gräfelfing erstmals einen ernsthaften "Gegner" bei Force India, mit dem er sich messen muss.

"Es ist eine neue Herausforderung. Ich denke, dass dieses Jahr für mich sehr wichtig ist. Man kann es auch als Schlüsseljahr sehen", sagt Sutil. 2007 hatte der hochtalentierte Pianist gegen seine Teamkollegen Christijan Albers, Markus Winkelhock und Sakon Yamamoto den Takt vorgegeben. Nun muss Sutil mit dem Tempo des dreimaligen Grand-Prix-Siegers Fisichella mithalten.

Klares Bild dank Fisico

"Er ist echt ein super Mann, um sich zu messen. Das Gute ist auch, er ist gegen den Weltmeister gefahren", sagt der Oberbayer über den ehemaligen Renault-Piloten und Teamkollegen des zweimaligen Champions Fernando Alonso. "Es wird ein klares Bild geben, wo ich mich befinde, und das hilft mir für die Zukunft."

Sutil weiß, dass er Fisichella im Griff haben muss, sonst könnte seine Karriere in der Formel 1 schneller vorbei sein als geplant. "Ich versuche, mich auf meine Sache zu konzentrieren, das Beste rauszuholen. Und dann schauen wir mal am Ende des Jahres, wer Interesse an mir hat oder ob es Sinn macht, auch noch ein weiteres Jahr mit Force India zu machen", meinte er betont selbstbewusst. Trotz des Konkurrenzkampfes verstehe er sich mit dem 35 Jahre alten Römer "super".

Dass der bisher drittklassige Rennstall überhaupt in der Lage ist, einen Fahrer wie Fisichella zu verpflichten, liegt an dem indischen Multi-Unternehmer Vijay Mallya. Der 52-Jährige hat 50 Prozent an dem Team übernommen, das noch im vergangenen Jahr unter dem Namen Spyker im Formel-1-Zirkus erfolglos herumfuhr. 2007 holte Sutil mit seinem achten Platz beim Grand Prix in Japan den einzigen Punkt.

Mallya bringt Ordnung

In den vergangenen Jahren hatten Fahrer immer wieder Geld mitbringen müssen, um in ein Auto des finanziell klammen Teams zu steigen. Zudem wechselten fast jährlich die Besitzer. Dank Mallyas Millionen sollen nun die Zeiten vorbei sein. "Wenn wir einmal etwas anfangen, steigen wir nicht mehr aus. Wir werden in Ordnung bringen, was auch immer in Ordnung gebracht werden muss", hat Mallya als Ziel für den ersten indischen Rennstalls in der Formel 1 angekündigt.

"Es ist einfach mehr Motivation, die Leute haben mehr Budget zum Ausprobieren und Sachen entwickeln", beschreibt Sutil die Stimmung seit Mallyas Einstieg. "Da hat sich schon etwas getan, auch in der ganzen Organisation. Mit Vijay Mallya ist eine Person da, die für das Team steht."

Die Ziele für das Team sieht der Deutsche noch bescheiden. "Erstmal ins zweite Qualifying konstant reinzukommen und dann die Rennen nicht unbedingt als Letzte zu beenden. Wir sollten schon in der Lage sein, ein Team oder vielleicht mal zwei Teams hinter uns zu lassen. Das wäre ein großer Erfolg."

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