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Taktik-Check GP Japan 2017

Ein Rennen in zwei Teilen

Hamilton vs. Verstappen - GP Japan 2017 Foto: xpb 65 Bilder

Der GP Japan war ein Rennen in zwei Teilen. Auf den Supersoft-Reifen hatte Lewis Hamilton die Lage im Griff. Mit den Soft-Gummis durfte nichts schiefgehen. In der zweiten Rennhälfte saß Max Verstappen im schnelleren Auto.

10.10.2017 Michael Schmidt 7 Kommentare

Wer in der Qualifikation seine Gegner um eine Sekunde abhängt, der hat normalerweise einen geruhsamen Nachmittag. Und trotzdem musste Mercedes am Kommandostand zittern. Für Lewis Hamilton war der GP Japan von der ersten bis zur letzten Runde ein Kampf. Zuerst mit dem Reifenverschleiß, dann mit Max Verstappen.

Mercedes wollte unbedingt mit einem Stopp über die Distanz kommen. Was bei Asphalttemperaturen, die im Vergleich zum Samstag zwischen 18 und 11 Grad gestiegen waren, wie erwartet zum Ritt auf Messers Schneide wurde. „Unsere Fahrer betrieben das ganze Rennen Reifenmanagement“, gab Teamchef Toto Wolff zu. Seine Erkenntnis daraus: „Wir dürfen uns für die restlichen vier Rennen nicht darauf verlassen, dass das Wetter kühl sein muss, damit wir schnell sind.“

Das Fazit der Ingenieure fiel ähnlich aus: „Unser Qualifikations-Speed war verschwunden. Hätten wir die Form vom Samstag gehabt, hätten wir Max easy um eine halbe Sekunde pro Runde davonziehen müssen. Aber die Strecke war im Schnitt um 15 Grad wärmer. Wir waren nicht nur im Vergleich zu Red Bull langsamer als am Samstag, sondern im Vergleich zum gesamten Rest des Feldes.“

Warum so schnell auf Supersoft?

Für die Mercedes-Ingenieure gab der GP Japan einige Antworten, warf aber auch neue Fragen auf. „Gar nix wissen wir. Das macht mich wahnsinnig“, schüttelte Niki Lauda seinen Kopf. Eine dieser neuen Fragen ist: Warum ist der Mercedes bei 46 Grad Asphalttemperatur auf den sonst so heiklen Supersoft-Reifen schneller als der Red Bull, und warum dreht sich das Kräfteverhältnis mit den Soft-Gummis bei nur noch 39 Grad auf der Stecke um? Das war bislang immer der Paradereifen der Silberpfeile.

Da waren selbst die Ingenieure ratlos: „Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass unser Auto auf dem weicheren Reifen besser funktioniert hat. Die Strecke kühlte während des Rennens um 7 Grad ab. Das ist kein unbedeutender Wert. Es hätte uns eigentlich helfen sollen, hat es aber nicht. Die negative Überraschung des Tages war, dass wir auf dem Soft-Reifen so langsam waren. Wenn wir das Rennen noch einmal fahren müssten, würden wir den Frontflügel für die beiden Reifensorten anders einstellen. Da lagen wir nicht im optimalen Bereich.“

Eine Erklärung wäre auch, dass Verstappen den Start-Turn etwas zu aggressiv angegangen ist und sich dabei den linken Vorderreifen ruiniert hat. Hamiltons Vorsprung stieg bis zur 20. Runde auf 5,0 Sekunden an. Damit wurde Red Bull die Möglichkeit zum Undercut genommen. „Der lag wegen des starken Reifenabbaus zwischen 2,5 und 3,5 Sekunden, je nachdem wie aggressiv man in der ersten Runde nach dem Stopp gefahren ist“, rechneten die Mercedes-Strategen vor.

Mercedes im Verkehr anfällig

Noch zwei Dinge fielen auf. Die Red Bull brachten bei den Re-Starts ihre Reifen schneller ins Fenster, und sie litten nicht so stark im Verkehr. Für die erste Erkenntnis gab es zwei Gründe. „Max ist mit mehr Abtrieb gefahren als Hamilton“, vergleicht Red Bull-Teamchef Christian Horner. Und der Holländer investierte in den VSC-Phasen mehr Zeit in das Reifenaufwärmen. Damit verlor er auch Zeit auf Hamilton.

Die Strategen von Mercedes erklären, wie so etwas möglich ist, wo doch alle die gleiche Delta-Zeit einhalten müssen. „Der Algorithmus für die Delta-Zeit ist bezogen auf die individuelle Distanz, die jeder einzelne zurücklegt. Man hat in der VSC-Phase die Wahl: Entweder du fährst viel Schlangenlinien und hast beim Re-Start warme Reifen oder und minimierst den Weg und gewinnst Zeit.“

Lewis Hamilton - GP Italien 2017 Foto: Wilhelm
Der Mercedes ging mit Supersofts deutlich besser als mit Softs.

Die Probleme des Mercedes W08 im Verkehr sind bekannt. Doch nicht so dramatisch. „Uns haben zwei Runden im Verkehr gekillt, und Max verbrachte den ganzen Tag ohne Probleme hinter Lewis.“ Während der Mercedes schon bei einem Abstand von 3 Sekunden auf der Vorderachse zu rutschen begann, konnte Verstappen bis auf eine Sekunde aufschließen, bis es sich auf die Rundenzeit auswirkte.

Für Hamilton wurde es zwei Mal eng. Ein Mal als er in den Turbulenzen von Teamkollege Bottas Abtrieb verlor. Und als das Spitzenduo auf Fernando Alonso und Felipe Massa auflief. Beide Hindernisse brachten Hamilton erst in Gefahr, dann lösten sie sein Problem.

Bottas ließ Hamilton vorbei und spielte den Puffer für Verstappen. Warum nicht länger? „Wir wollten Valtteri noch auf das Podium bringen. Bei Hamilton sind wir davon ausgegangen, dass er auf Siegkurs fährt. Wir haben ihm mit Bottas eine Runde Zeit verschafft, dass sich bei ihm die Reifen erholen, die hinter Valtteri gelitten hatten. Für Bottas galt zu dem Zeitpunkt: Jede Runde, die er länger auf der Strecke verbracht hätte, hätte ihn für sein eigenes Rennen Zeit gekostet.“

Vettel-Ausfall ein Glücksfall für Mercedes

Rückblickend ist Mercedes froh, dass Sebastian Vettel schon früh aus dem Rennen war. „Mit ihm wäre es noch schwieriger geworden. Im zweiten Stint musste Lewis sehr hart fahren, um Max hinter sich zu halten. Max fuhr die ganze Zeit in schlechter Luft. Er war also schneller.“

Vettel hätte mit seinem Fünfzylinder beinahe den Start gewonnen. Mercedes glaubt anhand der GPS-Daten trotzdem, dass Hamilton in Führung gegangen wäre. Doch dann wäre es ein Schachspiel der Kommandostände geworden. „Vettel hätte uns zu einem möglichst frühen Stopp gezwungen, um einen Undercut zu vermeiden. Wir wären dann wie Massa in Runde 18 reingekommen. Das hätte unseren zweiten Stint auf den Soft-Reifen verlängert. Aber Verstappen hätte seinerseits auch Druck auf Vettel ausgeübt. Es wäre ein höchst interessanter Dreikampf geworden.“

So konnte Mercedes auf Red Bull reagieren. „Als wir ein Polster von drei Sekunden hatten, haben wir nur darauf gewartet, was Verstappen macht. Da war die Undercut-Gefahr gebannt. Ab Runde 18 waren die Lücken groß genug, jederzeit einen Boxenstopp zu machen, ohne in den Verkehr zu fallen. Wir wollten aber den zweiten Stint so kurz wie möglich halten.“ Verstappen wechselte in Runde 21 Reifen, Hamilton einen Umlauf später.

Ein Rennen gegen den Trend

Kimi Räikkönen - GP Italien 2017 Foto: xpb
Kimi Räikkönen fiel früh zurück, zeigte bei freier Fahrt aber, zu was der Ferrari im Stande war.

Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas gingen von den Startplätzen 6 und 10 gegen den Trend mit Soft-Reifen ins Rennen. Weil Räikkönen in der ersten Runde im Kampf mit Nico Hülkenberg in der Spoon-Kurve neben die Strecke geriet, war sein Rennen eigentlich schon gelaufen. In der 10. Runde hatte der Ferrari-Finne 6,9 Sekunden Rückstand auf Bottas. Aber Sergio Perez und Felipe Massa vor der Nase.

Ferrari holte den Iceman in Runde 28 an die Box. Da betrug sein Rückstand auf Bottas bereits 13,0 Sekunden. Mercedes konnte sich mit Bottas deshalb Zeit lassen und ihn als strategische Waffe gegen Verstappen einsetzen.

Als alle ihren zweiten Satz Reifen aufgezogen hatten, lagen Bottas und Räikkönen 10,9 Sekunden auseinander. 34,4 Sekunden trennten Räikkönen von der Spitze. Im Ziel waren es 32,6 Sekunden. Ferrari hätte also durchaus mitmischen können. Daniel Ricciardo auch. Als er nach 11 Runden endlich an Esteban Ocon vorbei war, hielt der Australier den Abstand zur Spitze praktisch konstant. Er kletterte innerhalb der nächsten 42 Runden von 8,9 auf 9,6 Sekunden.

Hülkenberg erst mit Fehler dann mit Technik-Pech

Im Mittelfeld wurden zwischen den Runden 17 und 25 die Supersoft-Reifen abgelegt und neue Soft-Gummis geholt. Nur die Renault-Piloten schwammen mit der härteren Mischung am Start und späten Boxenstopps in den Runden 38 und 39 gegen den Strom. Hülkenberg hätte es dadurch an Massa vorbeischaffen können, hätte er nicht in Runde 25 mit einem Ritt durchs Kiesbett in der zweiten Degner-Kurve vier Sekunden liegen lassen. So kam er hinter Massa, Magnussen, Grosjean und Gasly wieder auf die Strecke.

Den Toro Rosso nahm Hülkenberg sofort unter Beschuss. Gasly verbremst sich und musste einen zweiten Reifenwechsel einstreuen. Der hat mögliche Punkte gekostet. Dem Toro Rosso-Piloten fehlten im Ziel nur 3,9 Sekunden auf den Zehntplatzierten Massa. Hülkenberg glaubt, dass er den ganzen Zug noch eingeholt hätte. Doch sein DRS-Problem verhinderte, dass er seine Zweikampfstärke beweisen konnte.

Neuester Kommentar

@Butter my Butt
Ja ich muss es Wahrhaben die Realität ist so ,des anderen Freud des anderen Leid.
Aber als ausgefuchster F1 Techniker und Kenner erkläre mir mal bitte wie Hamilton die Reifen anzünden hätte können ????????, mit einem Zündholz??????????.
Oder haben deine Deutsch- Kenntnisse ein bisschen nachhol Bedarf.

crepaz kurt 12. Oktober 2017, 07:45 Uhr
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