Donnerstag Team-Check GP Mexiko

Spielt Red Bull den Königsmacher?

Max Verstappen - GP Mexiko 2018 Foto: Red Bull 59 Bilder

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Vor dem GP Mexiko checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab, und verraten, was die Fahrer vom Rennen erwarten. Red Bull könnte Ferrari den WM-Titel endgültig kosten und Mercedes ein bisschen die WM-Party vermiesen.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Die FIA Kommissare haben Mercedes für Mexiko grünes Licht gegeben. Die Felgen mit den Kühl-Löchern an der Nabe sind legal. Lewis Hamilton braucht noch fünf Punkte, egal auf welchem Platz Sebastian Vettel landet. Vettel seinerseits müsste schon drei Mal gewinnen und Hamilton immer leer ausgehen. Trotzdem will der Titelverteidiger nicht vorzeitig feiern: „Es kann immer noch viel schiefgehen.“ Valtteri Bottas freut sich auf die Zeit, nachdem die WM endlich entschieden ist, damit er endlich wieder frei fahren kann. „In der zweiten Saisonhälfte musste ich eine bestimmte Rolle einnehmen. Das ist auch ein Grund, warum meine Saison nicht so gelaufen ist, wie ich das von mir erwartet habe.“

Ferrari

Sebastian Vettel - GP Mexiko 2018 Vettel akzeptiert Kritik „Keine Angst vor dem nächstem Duell“

Ferrari hofft, dass es am Freitag nicht regnet. Dann soll noch einmal das Aero-Upgrade probiert werden, das in Austin nach dem verregneten Training wieder abmontiert wurde. Es handelt sich dabei um den Unterboden mit den vertikalen Strömungsausrichtern und die modifizierten Leitbleche. Sebastian Vettel meinte dazu: „Es ist für uns wichtig, Antworten dafür zu finden, in welche Richtung wir entwickeln sollen. So genau verstehen wir immer noch nicht alles.“

Gemeint sind die Upgrades nach dem GP Deutschland, die zum Großteil ins Leere gelaufen sind oder die Balance zu Ungunsten des Reifenverschleißes verschoben haben. Die vielen Ausrutscher in den vergangenen Rennen wollte Vettel nicht noch einmal im Detail erklären: „Die Kritik war berechtigt. Ich kann ja nicht leugnen, dass ich mich gedreht habe. Andererseits habe ich in Austin auch nichts gemacht, was aus dieser Welt war.“ Kimi Räikkönen gab sich nach seinem ersten GP-Sieg seit über fünf Jahren redselig wie schon lange nicht mehr. „Ich erwarte Mercedes, Red Bull und uns wie in den letzten Jahre auf einem Niveau. Kleinigkeiten werden entscheiden.“

Red Bull

Max Verstappen könnte beim GP Mexiko zum Königsmacher für Lewis Hamilton werden. Wenn er wie im Vorjahr gewinnt, ist der WM-Traum von Sebastian Vettel endgültig ausgeträumt. „Wir werden hier stark sein“, verspricht der Holländer. „Mexiko ist definitiv unsere beste Chance. In der Qualifikation wird es nicht einfach, aber im Rennen haben wir eine Chance. Eine bessere als in Austin.“

Es war kein Zufall, dass Verstappen 2017 das Rennen auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez gewonnen hat. Red Bull ist immer dort ein Siegkandidat, wo das Auto maximal auf Abtrieb getrimmt werden muss. Das ist in Mexiko der Fall, obwohl die Strecke mit knapp über 200 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit nicht zu den langsamsten im Kalender zählt. Doch in der dünnen Luft verlieren die Autos 21 Prozent an Anpressdruck. Das muss durch die größten Flügel im Angebot kompensiert werden.

Gleichzeitig ist aber auch der Luftwiderstand entsprechend geringer. Das hilft den Red Bull, die ihr Auto nach hinten stark anstellen und deshalb auch mehr Fläche in den Wind stellen, mehr als Mercedes und Ferrari. Red Bull hat übrigens von Ferrari die Idee mit den Zacken auf dem Unterboden kopiert. Es sieht aber so aus, als wären die Strömungsausrichter in einer Nacht- und Nebelaktion mit 3D-Printer produziert und auflaminiert worden. Das würde reichen, um erste Daten zu der Idee zu sammeln.

F1-Fotos GP Mexiko - Donnerstag
Red Bull kopiert Ferrari-Idee

Force India

Die Superstars in Mexiko sind ausnahmsweise nicht Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. Der Großteil der Fans drückt Lokalheld Sergio Perez die Daumen. Und der will so wie in den letzten drei Jahren wieder in die Punkte fahren: „Das ist das Minimalziel. Aber diesmal möchte ich mein bestes Mexiko-Resultat erzielen. Wir sollten in der Lage sein um den besten Platz im Mittelfeld zu kämpfen.“

Williams

Lance Stroll gab sich mürrisch. Sein Meinung zu der Kritik von Fernando Alonso nach dem Crash in Austin: „Jeder kann denken was er will. Ich hatte dieses Jahr viele gute Starts und war deshalb häufiger in Kollisionen verwickelt. Solche Dinge passieren. Soll ich deshalb mit Fernando reden? Mal sehen.“

Und was erwartet er von Williams in der Höhe von Mexiko? „Das ist wie beim Würfelspiel. Du weißt nicht, was dabei rauskommt. Es bringt nichts irgendetwas zu erwarten. Ich kann nur sagen, dass wir letztes Jahr stark in Mexiko waren. Doch da hatten wir auch ein anderes Auto.“ Sergey Sirotkin weiß immer noch nicht, wohin die Reise geht. „Ich belaste mich nicht mit negativen Gedanken. Das würde mich nur langsamer machen.“

Renault

Renault will das Freitagstraining dazu nutzen, verschiedene Konfigurationen des Unterboden zu testen, der in Spa debütiert hat. Ingenieure und Fahrer sehen den GP Mexiko als weitere Chance, den 4. Platz zu festigen. „Die engen Kurven kommen uns entgegen. Und der Motor spielt hier keine so große Rolle“, hofft Nico Hülkenberg. Dafür der Turbolader. Und die brachten die Renault-Teams im Vorjahr gleich serienweise. Am Ende musste die Drehzahl der Turbine gesenkt werden, was Leistung gekostet hat. Einsatzleiter Alan Permane beruhigt: „Wir haben dieses Jahr bessere Absicherungen in Bezug auf Ladedruck, Temperaturen und Turbinengeschwindigkeit.“

Toro Rosso

Toro Rosso  - GP Mexiko 2018 Foto: ams
Brendon Hartley darf die neuen Teile in Mexiko fahren.

Toro Rosso will dass Aero-Upgrade von Austin ein weiteres Mal in testen. „In Austin fehlte uns wegen des Regens am Freitag die Zeit dazu. Das dritte Training war zu wenig, um Aufschlüsse zu bekommen. Außerdem hatten wir nur ein Kit dabei“, erklärt Pierre Gasly. Das ist auch in Mexiko so. Weil Gasly in Austin mit der Balance des am Frontflügel und Unterboden modifizierten Toro Rosso nicht zufrieden war, darf diesmal Brendon Hartley dran. „Und wenn es mir passt, dann bleibt es hoffentlich auch an meinem Auto“, betet der Neuseeländer.

Hartley stellt seine Leistungen weiter ins Schaufenster, auch wenn die Chancen schwinden, dass er seinen Platz bei Toro Rosso behält. „Austin war mein bislang bestes Formel-1-Rennen. Mexiko könnte auch gut werden, auch wenn die Höhenlage viele Fragezeichen mit sich bringt. Aber normalerweise gehen unsere Autos auf Strecken mit langsamen Kurven gut. Wir werden hier mit maximalem Abtrieb fahren und trotzdem weniger davon spüren als in Monza. Das ist die Unbekannte dabei. Außerdem spielt die Power keine so große Rolle.“

Hartley erwähnt den Punkt, weil er weiß, dass Honda in Mexiko wieder auf den Spec2-Motor zurückrüstet. In der Kürze der Zeit konnten die Japaner das Spec3-Triebwerk nicht optimal auf die Höhe abstimmen. Die jüngsten Motorstrafen im Sinne der Weiterentwicklung nimmt Hartley Honda nicht übel: „Hätten wir in Suzuka das Upgrade nicht gehabt, hätten wir uns nicht so weit vorne qualifiziert. Austin war ein weiterer guter Schritt. Hätten wir den nicht gehabt, wäre ich nicht vom letzten Platz in die Punkte gefahren.“

HaasF1

Im letzten Jahr war der GP Mexiko das schwächste Rennen für HaasF1. Das Auto verlor zu viel Abtrieb, weil man in der dünnen Luft zu stark die Motorabdeckung öffnen musste. Die Ingenieure haben reagiert und ein Spezial-Kit auf Kiel gelegt. Sie überlegen noch, welche Verkleidung am Sonntag auf das Auto kommen soll. Die Spezialverkleidung würde sich erst ab Temperaturen ab 24 Grad auszahlen. Im Training werden die Temperaturen unter diese Marke fallen. Es ist noch nicht ganz klar, um wie viel sie am Sonntag im Vergleich zum Training steigen.

„Wir werden im Training die normale Verkleidung mit etwas größeren Öffnungen gegen die Neukonstruktion testen“, verrät Guenther Steiner. Der US-Rennstall schrieb die ersten Schlagzeilen des Wochenendes. HaasF1 präsentierte mit Rich Energy einen neuen Hauptsponsor für 2019. Das Geld kommt von einem gewissen David Sullivan, der im Porno-Business und mit Immobilien reich geworden ist. Mit Rich Energy werden sich die Farben des Autos ändern: Von grau-rot in schwarz-gold.

McLaren

Eigentlich müsste McLaren zuversichtlich sein. Der GP Mexiko zählte schon letztes Jahr zu den stärkeren Rennen des Teams. Doch Fernando Alonso hebt den Zeigefinger: „Wir hatten eigentlich Austin als unser bestes Rennen im Restprogramm auf dem Radar. Mexiko sollte in der Theorie nach auch eine unserer besseren Strecken sein. Wir fahren hier zwar mit maximalem Abtrieb, aber die Strecke ist dennoch nicht mit Monte Carlo oder Singapur vergleichbar. Es fehlen die Mauern drumherum. Deshalb ist auch das Risiko-Management ein anderes. Man kann als Fahrer nicht so viel herausholen.“

Sauber

Charles Leclerc will endlich mal wieder in die Punkte fahren. In den letzten beiden Rennen wurde er jedes Mal ohne seine Schuld von HaasF1-Piloten abgeräumt. Romain Grosjean hat der Monegasse schon verziehen. „Er hat sich entschuldigt. Dann kann ich das akzeptieren. Jeder von uns macht mal Fehler. Es wäre nur dumm, wenn uns am Ende ausgerechnet diese Punkte auf Toro Rosso fehlen sollten.“ Leclerc erwartet Sauber auch in Mexiko stark. Einzige Einschränkung ist die Kühlung: „Je nachdem wie weit du dein Auto aufmachen musst, leiden die Rundenzeiten. Es ist immer die große Frage, wer damit am besten zurechtkommt.“

In der Galerie zeigen wir Ihnen die besten Bilder vom Donnerstag in Mexiko.

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