Lewis Hamilton - GP Portugal 2021 xpb
Impressionen - Formel 1 - Portimao - GP Portugal - 29. April 2021
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F1-Teamcheck GP Portugal: Hamilton-Zukunft fix

F1-Teamcheck GP Portugal 2021 Reifentest verrät Hamilton-Pläne

GP Portugal

Wir haben die zehn Teams vor dem GP Portugal auf Neuigkeiten abgecheckt. George Russell erklärte, wofür er sich nach seinem Unfall in Imola entschuldigt hat, und Lewis Hamilton hat verraten, dass er auch nächstes Jahr noch in der Formel 1 fahren will.

Die Strecke von Portimao ist eine Achterbahn mit einem ständigen Auf und Ab und vielen blinden Kurven, die ihren Radius ändern. Dazu kommt ein glatter Asphalt und die härtesten Reifen, die Pirelli im Angebot hat. Das spielt den Autos, die ihre Reifen schnell ins Temperaturfenster bekommen am Samstag und in den ersten Runden des Rennen einen Vorteil zu.

Der GP Portugal war im Vorjahr mit 58 Überholmanövern das Rennen mit der meisten Action. Die FIA hat jetzt aber die DRS-Zone auf der Zielgerade um 165 Meter verkürzt, dafür aber eine zweite auf der Geraden zwischen den Kurven 4 und 5 installiert.

Daniel Ricciardo glaubt allerdings nicht, dass sich damit mehr Überholmanöver ergeben. "Aber es könnte uns helfen, für die folgenden Kurven auf Schlagdistanz zu kommen." Für Fahrer und Teams ist jetzt langsam die Zeit der Ausreden vorbei. Spätestens nach den Rennen in Portimao und Barcelona wissen wir, wie sich diese Saison entwickeln wird.

Daniel Ricciardo - GP Portugal 2021
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Nach zwei Rennen ist die Schonzeit langsam vorbei. Wer kann sich in Portimao steigern?

Mercedes

Der Schaden am Mercedes von Valtteri Bottas beläuft sich auf eine Million Pfund. Das Unfall-Chassis wird gerade in England für weitere Renneinsätze repariert. In Portimao und Barcelona sitzt Bottas im Ersatz-Chassis mit der Nummer 04. Die gute Nachricht: Die Antriebseinheit hat den Highspeed-Unfall überlebt.

Lewis Hamilton hat mit seinem Reifentest für Pirelli nach dem Grand Prix in Imola einen Rockzipfel seiner Zukunftsplanung gelüftet. Wie konnte es sein, dass einer der Testfahrten noch nie mochte, sich plötzlich freiwillig für Probefahrten auf den neuen 18-Zoll-Reifen meldet?

Einfache Antwort: "Weil ich nächstes Jahr noch dabei sein und Pirelli helfen will, ein besseres Produkt zu liefern. Es war wichtig für mich zu lernen, wie sich dieser Reifen anfühlt. Wir wollen ja alle mehr Grip und weniger Abnutzung. Ich würde sagen, die Startbasis ist gut." Hamilton gibt zu, dass der Zweikampf mit Max Verstappen das Feuer in ihm noch einmal neu entfacht hat. "Ich genieße dieses Duell und liebe es mit meinem Team zusammenzuarbeiten."

Charles Leclerc - GP Portugal 2021
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Charles Leclerc zeigte sich bisher zufrieden mit seinem neuen Ferrari.

Ferrari

Für Charles Leclerc hat die Saison vielversprechend begonnen. Zwei Mal Start von Platz vier, Rang vier in der WM mit 20 Punkten. Ferrari ist zurück im Kampf um den dritten Platz in der Konstrukteurs-Wertung. Für Leclerc noch nicht genug: "Es ist schön zu sehen, dass sich die ganze Arbeit im Winter ausgezahlt hat. Aber wir müssen am Ball bleiben und uns weiter verbessern."

Der Fortschritt von Ferrari hat sich am besten im Regen gezeigt. "Das war letztes Jahr noch eine unserer größten Schwachpunkte." Carlos Sainz hat sich mit seinem Ferrari schon ganz gut angefreundet, besser als die Kollegen, die wie er das Team gewechselt haben. "Ich bin einigermaßen happy damit wie ich mich in das Team integriert habe. Aber da muss noch mehr kommen."

Red Bull

Red Bull will mit einem Aerodynamikpaket seinen Vorsprung auf Mercedes ausbauen. Der wurde in Imola von Mercedes auf zwei Zehntel eingeschätzt. Max Verstappen hat zwar nach Siegen mit Lewis Hamilton gleichgezogen, liegt in der WM-Wertung aber noch einen Punkt zurück. Der Holländer spricht vom besten Saisonstart, seit er 2016 zu Red Bull stieß.

Und er lobt seinen RB16B: "Es ist ein besseres Auto als der Vorgänger, mit mehr Grip und einer besseren Balance. Jeder hat wegen der neuen Regeln Abtrieb verloren, aber wir offenbar ein bisschen weniger als die Konkurrenz." Trotzdem traut sich der WM-Zweite noch nicht die Stärken und Schwächen der beiden Autos zu analysieren: "Ich kann noch kein bestimmtes Muster erkennen, außer dass wir sehr eng zusammenliegen."

Sergio Perez - Red Bull - Formel 1 - Portimao - GP Portugal - 29. April 2021
Red Bull
Laut Sergio Perez hätte Red Bull in Imola einen Doppelsieg einfahren müssen.

Sergio Perez trauert nach seinem sensationellen zweiten Startplatz in Imola immer noch der verpassten Chance im Rennen nach: "Wir hätten einen Doppelsieg einfahren müssen. Ich nehme das Positive aus Imola mit. Wenn ich schon in meinem zweiten Rennen im Red Bull in die erste Startreihe fahren kann, ist das ein Beweis dafür, dass ich mich schnell an ein neues Auto und einen neuen Fahrstil anpassen kann und dass wir die Probleme von Bahrain gut analysiert haben. Das gibt mir Selbstvertrauen."

Nach den Startplätzen zwei und drei in Imola will Red Bull-Honda in Portimao nach den Sternen greifen und komplett die erste Startreihe besetzen. Es wäre für Motorenpartner Honda das erste Mal seit dem GP Australien 1991 mit Ayrton Senna und Gerhard Berger in den zwei McLaren-Honda.

Aston Martin

Zum ersten Mal in dieser Saison ist der Aston Martin AMR21 unverändert. Die nächsten Upgrades sind für den GP Spanien kommende Woche angekündigt. Sebastian Vettel glaubt, dass Portimao wegen seines Streckenlayouts der bislang beste Ort ist, die Grenzen seines Autos aufzuzeigen. "Wir sind schon in Imola einen Schritt weitergekommen. Eher weil ich mehr Zeit im Auto bekam als durch die neuen Teile."

Der Ex-Champion wünscht sich für den dritten WM-Lauf einfach ein langweiliges Wochenende. Eines, bei dem er in Ruhe möglichst viele Kilometer abspulen kann. "Aufregungen hatte ich in den ersten beiden Rennen genug. Ich brauche jetzt mal ein sauberes Wochenende."

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - Portimao - GP Portugal - 29. April 2021
Motorsport Images
Sebastian Vettel hofft auf ein Rennwochenende ohne Strafen und Zwischenfälle.

Williams

Für Williams war Imola ein teures Wochenende. Ein Auto stark beschädigt, das andere ein halber Totalschaden. George Russell stellte noch einmal klar, warum er sich einen Tag später entschuldigt hat. "Es hatte nichts mit dem Unfall zu tun. Solche Dinge passieren. Kein Fahrer plant absichtlich einen Unfall. Ich habe mich mehr über meine Reaktion nach dem Unfall geärgert. Da sind die Emotionen mit mir durchgegangen. Das war nicht korrekt."

Der Engländer kann die Vorwürfe seines Chefs Toto Wolff verstehen, der sich darüber ärgerte, dass ein Mercedes-Junior einen Mercedes-Werksfahrer in einen Unfall verwickelt hat. "Ich habe Mercedes in meiner Karriere viel zu verdanken. Für mich sind Bottas und Hamilton genauso Teamkollegen wie Nicholas Latifi. Und die erste Regel muss immer sein, dass du keinen Unfall mit deinem Teamkollegen hast."

Auch Nicholas Latifi lieferte Schrott in Imola ab. "Blöd war, dass ich auch noch selber Schuld war." Der Kanadier zweifelt, dass Williams in Portimao noch einmal so gut sein kann wie in Imola. "Ich schätze, dass wir irgendwo zwischen Bahrain und Imola liegen."

George Russell - Williams - Formel 1 - Portimao - GP Portugal - 29. April 2021
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Bei George Russell ist das Lächeln zurückgekehrt. In Portimao musste er die Imola-Affäre aber noch einmal ganz genau erklären.

Alpine

Das hat sich der französische Nationalrennstall anders vorgestellt. Mit drei WM-Punkten steht Alpine auf Platz acht in der Tabelle. Zwei der drei Punkte waren wegen der Strafe für Kimi Räikkönen auch noch geschenkt. Fernando Alonso bedauert: "Wir haben noch nicht das Maximum aus dem Auto rausgeholt. Und auch noch nicht das Maximum aus mir. Vielleicht gibt es jenseits von 100 Prozent noch 101 Prozent. Ich befinde mich noch im Feintuning."

Alonso vergleicht sich mit den Fahrern, die über den Winter das Team gewechselt haben: "Wir müssen uns an viele neue Dinge gewöhnen. Das Feedback von der Lenkung, den Reifen, den Bremsen, den Pedalen, den Randsteinen. Bei mir ist es fast noch schlimmer als bei den Kollegen, die das Team gewechselt haben. Ich habe den Sport gewechselt."

Der zweifache Weltmeister erwartet wie schon in Imola eine hartes Wochenende. "Ich muss die freien Trainingssitzungen nutzen, um den Erfahrungsrückstand gegenüber denen wettzumachen, die in Portimao schon letztes Jahr gefahren sind."

Teamkollege Esteban Ocon fordert: "Wir müssen unser Auto noch besser verstehen, um alles herauszuholen, was in ihm steckt. Das Auto ist nicht mehr so gut wie es letztes Jahr war. Es fühlt sich gut an, ist aber in einen Bereichen nicht mehr so gut wie sein Vorgänger." Aber selbst dann fehlt dem Alpine der Speed um gegen McLaren, Ferrari und Alpha Tauri zu kämpfen. "Bei einem perfekten Rennen dürfen wir mit den Plätzen 7 und 8 rechnen."

Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Portimao - GP Portugal - 29. April 2021
xpb
Fernando Alonso kann nach eigener Einschätzung immer noch nicht das Maximum aus seinem Auto rausholen.

Alpha Tauri

Pierre Gasly trauert immer noch verlorenen Punkten in Imola nach. Der Fünftschnellste der Startaufstellung wurde nur Siebter, weil sein Team beim Start mit Regenreifen falsch pokerte. "Wir müssen positiv denken", verscheucht Gasly den Ärger über verschenkte WM-Punkte. "Unser Auto ist schnell. Ich lag in Imola in allen Trainings in den Top Ten und in der Qualifikation nur dreieinhalb Zehntel hinter der Pole Position. Es geht jetzt nur darum, am Sonntag unsere Chancen besser zu nutzen."

Teamkollege Yuki Tsunoda lernte in Imola, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. "Der Crash im Q1 war mein erster schwerer Unfall seit zwei Jahren." Einer mit Folgen. Honda musste schon die zweite Antriebseinheit zünden. Der Japaner teilt Gaslys Meinung zu seinem Auto: "Es ist schnell genug für die Top 6." Portimao wird wieder eine neue Erfahrung für Tsunoda. Der Rookie kennt die Strecke nur aus dem Simulator.

Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - Portimao - GP Portugal - 29. April 2021
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Pierre Gasly schimpft immer noch über die falsche Reifenwahl am Start von Imola.

Haas

Für Haas werden die Wochenenden langsam zur Routine. "Unser Ziel ist immer das gleiche. Lernen, lernen, lernen. Die Jungs sollen Kilometer abstrampeln und so viele neue Erfahrungen machen wie möglich", feuert Teamchef Guenther Steiner seine Neulinge Mick Schumacher und Nikita Mazepin an. Die Erfahrung "Formel 1 im Regen" haben die beiden Haas-Piloten in Imola abgehakt.

Schumacher lässt den zweiten WM-Lauf noch einmal Revue passieren. Trotz seines Ausrutschers in die Boxenmauer meint er: "Wir wären rückblickend besser auf Intermediates gestartet." Kollege Mazepin staunt immer noch über die Datenfülle: "Vier Mal so viel wie in der Formel 2." Der Russe kennt Portimao schon. Von einem seiner privaten Tests in einem 2018er Mercedes. Auch Schumacher war schon mal da. "2018 bei einem GP2-Test. Ich kenne alles bis auf die Bodenwellen, die seitdem dazugekommen sind."

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - Portimao - GP Portugal - 29. April 2021
Motorsport Images
Mick Schumacher kennt die Strecke in Portimao schon aus Junior-Klassen.

McLaren

Daniel Ricciardo stand in den ersten beiden Rennen im Schatten von Lando Norris und will auf den Teamkollegen endlich Boden gutmachen. "Ich wollte mich eigentlich in zwei Rennen eingewöhnt haben, muss aber jetzt akzeptieren, dass es länger dauert."

Der neue Mann im McLaren hat seine eigene Theorie über die Probleme der Umsteiger entwickelt. "Die Autos sind in den letzten Jahren immer ähnlicher geworden. Deshalb gewinnst oder verlierst du die meiste Zeit damit, wenn du das Auto so gut wie möglich kennst. Es geht um mehr als so spät wie möglich zu bremsen oder so früh wie möglich Gas zu geben. Es ist das Gefühl für das Limit des Autos."

Der Strahlemann aus Perth kann noch damit leben, weil er weiß, dass er mit McLaren die richtige Wahl getroffen hat. "Lando zeigt, was mit diesem Auto möglich ist." Norris hat sich mit 27 Punkten auf dem dritten Platz in der Fahrer-WM eingenistet. Der Engländer sieht aber noch keine Garantie dafür, dass die gute Serie anhält: "Ferrari und Alpha Tauri sind so nah dran, dass uns das kleinste Problem hinter sie werfen kann."

Lando Norris - McLaren - Formel 1 - Portimao - GP Portugal - 29. April 2021
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Kann Lando Norris seine Erfolgsserie in Portimao fortsetzen? Der Youngster wirkt aktuell entspannt und selbstbewusst.

Alfa Romeo

Teamchef Frédéric Vasseur will endlich die ersten Punkte auf dem Konto sehen. "Wir gehen in den Doppelschlag auf der iberischen Halbinsel im Vertrauen, dass wir ein Auto haben, mit dem es möglich ist Punkte zu holen. Und wir wollen das jetzt endlich gutmachen, was uns in den ersten beiden Rennen durch die Umstände verwehrt wurde."

Gemeint ist die fragwürdige Strafe für Kimi Räikkönen und das Pech von Antonio Giovinazzi. Der Italiener musste nur an die Box, weil ein Abreißvisier einen der hinteren Bremsschächte zugekleistert hatte. "Sonst wäre ich in den Punkten gelandet. Das Auto ist klar besser als letztes Jahr", ist sich Giovinazzi sicher.

Kollege Räikkönen atmet trotz der zwei Nullrunden auf: "Wir sind nicht mehr meilenweit von Punkten entfernt. Unser Auto ist gut genug, es mit jedem im Mittelfeld aufzunehmen. Uns hat bis jetzt nur das Glück gefehlt."

Der Finne war im Vorjahr in Portimao der Star der ersten Runden, als er nach einem Blitzstart mit der Spitzengruppe Schritt hielt. "Ich denke nicht mehr an die erste Runde vom letzten Jahr. Wichtig ist, wo wir in der letzten Runde stehen", erteilt Räikkönen allen Sentimentalitäten eine Absage.

Das Auto des Rekordteilnehmers wurde in Imola übrigens von der FIA zum Spezialcheck rausgefischt. Die Truppe von Jo Bauer prüfte das Lenkrad, die Lenksäule, das Lenkgetriebe, das Servosystem und den Hydraulikkreislauf samt Sensoren. Die Prüfer hatten nichts zu beanstanden.

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