Teamcheck 2008

Force India vs. Super Aguri

Foto: Force India 15 Bilder

Im vergangenen Jahr waren die Kräfte am Ende des Feldes relativ geordnet. Spyker konnte sich nur selten aus eigener Kraft vor die Konkurrenz setzen. 2008 hat das neue Force India-Team allerdings gute Chancen, die rote Laterne abzugeben.

Die Wende muss her, und das möglichst schnell. So lautet die Parole, die Force India Boss Vijay Mallya seit der Teamübernahme im September in alle Mikrofone dieser Welt predigt. Nach dem steten Abstieg von Jordan, Midland und Spkyer will der Rennstall aus Silverstone unter indischer Führung endlich wieder nach vorne kommen. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht.

Ausgeglichenes Fahrerduo

Mit Adrian Sutil und Giancarlo Fisichella hat sich Mallya eine gute Mischung aus Talent und Erfahrung ins Team geholt. Und auch sonst will der Teamchef mit dem Kellerkind-Image aufräumen: Das Budget soll um 30 Prozent aufgestockt werden, wobei ein Großteil der Investitionen direkt in die Entwicklung eines neuen Autos gehen soll. Mallya kündigte zudem an, das Team in dieser Saison von 228 auf 300 Angestellte zu vergrößern.

Einige Schlüsselpositionen sind schon neu besetzt: Chefdesigner Mark Smith kam von Red Bull, Aerodynamiker Ian Hall von Toyota. Allerdings muss das Team um Technikchef Mike Gascoyne zunächst auf die B-Version des Vorjahres-Chassis als Basis zurückgreifen. Die neue Aerodynamik wird in zwei Windkanälen frisiert. Neben der eigenen Anlage in Brackley liefert Aerolab in Bologna zusätzliche Daten. Gascoyne plant für 2008 mit fünf bis zehn WM-Punkten, im Qualifiyng will man regelmäßig im zweiten Segment vertreten sein.

Super Aguri auf Sparflamme

Das sollte reichen, um die roten Laterne an das Honda-Schwesterteam Super Aguri abzugeben. Die Japaner fielen in der Winterpause eigentlich nur durch Hiobsbotschaften auf. Nach dem Absprung des Hauptsponsors SS United schrammte das Team knapp an der finanziellen Pleite entlang. Bis Saisonbeginn soll nun ein neuer Investor präsentiert werden. Dank der Mithilfe von Honda, die sowohl Chassis als auch Motoren gratis liefern, ist wenigstens die Materialversorgung gesichert.

Sportlich wird es allerdings eine Weile dauern bis Super Aguri wieder in die Spur findet. Aus Geldmangel konnte Hondas Satellitenteam über den Winter gerade einmal 1.346 Testkilometer abspulen. Zum Vergleich: Testprimus McLaren legte die zehnfache Anzahl an Runden zurück. Einen neuen Boliden konnte Honda für Takuma Sato und Anthony Davidson auch nicht liefern. Das Heck des RA108 wird an das ungeliebte Vorjahresauto geschraubt. Erst ab dem fünften Rennen soll es einen Ableger des 2008er Honda geben.

Nach den ersten Probefahrten gibt aber auch das kein Grund für Optimismus. Der neue Bolide der japanischen Konzernmutter blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dass Super Aguri aus eigener Kraft einen Sprung machen kann, ist unwahrscheinlich. Aus Geldmangel wurde die Mannschaft wurde bereits von 170 auf 115 Mitarbeiter heruntergefahren. Dazu kommt immer noch der Ärger des ungeklärten Kundeauto-Streit. Super-Aguri blickt somit in eine ungewisse Zukunft und wird unserer Einschätzung nach hinter Force India zurückfallen.

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