Mercedes vs. Ferrari - Test - Barcelona - F1 - 2017 xpb
Ferrari - Technik - Barcelona-Test 2017 - Formel 1
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Mercedes - Technik - Barcelona-Test 2017 - Formel 1 32 Bilder

Teams analysieren Testfahrten

Mercedes darf keine Fehler mehr machen

Wer schlägt Mercedes? Die Winter-Testfahrten konnten Frage aller Fragen nicht eindeutig beantworten. Oder etwa doch? Nach allem, was wir wissen, sieht es in Melbourne so aus: Mercedes darf sich keine Fehler mehr erlauben.

Einen Tag vor dem ersten Training zum GP Australien steigt die Spannung. Weil die Frage aller Fragen immer noch unbeantwortet im Raum steht. Wer schlägt Mercedes? Und ist Mercedes überhaupt zu schlagen? Die Wintertestfahrten in Barcelona haben uns lediglich Ansatzpunkte verschafft. Es gibt berechtigte Hoffnung, dass Ferrari ein ernsthafter Gegner ist. Und dass es Red Bull-Renault werden kann.

Die betreffenden Teams wissen natürlich ein bisschen mehr. Sie haben die nötigen Werkzeuge, die Datenflut und die Rundenzeiten zu ordnen und richtig zu deuten. Doch selbst sie können im Moment keine klare Rangliste aufstellen - egal ob sie um den Sieg fahren oder zum hart umkämpften Mittelfeld zählen. „Es hängt alles davon ab, unter welcher Annahme wir die Zeiten der anderen hochrechnen. 10 Kilogramm Benzin hin oder her können bei den winzigen Abständen im Mittelfeld viel ausmachen“, sagt Renault-Einsatzleiter Alan Permane.

Bei Ferrari ging es nie rückwärts

Im Dreikampf Mercedes gegen Ferrari und Red Bull ist es ähnlich schwierig. Nur Ferrari ist eine echte Rennsimulation gefahren. Mercedes und Red Bull lief die Zeit davon. Es war nicht nur so, dass sie ihre Karten nicht aufdecken wollten. Die acht Testtage verliefen nicht so, wie es Mercedes und Red Bull gewollt hätten. Wegen der vielen Fragezeichen hatten Rennsimulationen plötzlich nicht mehr Priorität.

Ein Ingenieur fasst die Erkenntnis aus den Testfahrten gut und knapp zusammen: „Das einzige Team, bei dem es nie rückwärts ging, war Ferrari. Die waren konstant schnell unterwegs. Mercedes und Red Bull hatten Tage, da verstanden die Ingenieure ihr Auto nicht. Und die Fahrer erkannten es nicht wieder. Eine gute Balance kippte plötzlich in heftiges Untersteuern. Deshalb steht Ferrari vor dem Saisonstart besser da.“

Ein Mercedes-Mann gibt zu: „Wir können gewinnen. Aber nur, wenn wir alles richtig machen. Wenn Ferrari alles richtig macht, dürfen wir uns nicht den geringsten Fehler erlauben.“ Das ist die neue Qualität der Formel 1. Mercedes hat keinen Spielraum mehr.

Drei Zehntel hinten oder ein Zehntel vorn

Die Verständnislücken bei Mercedes und Red Bull hängen möglicherweise damit zusammen, dass beide mit extremen Konzepten in die neue Ära starten. Der Mercedes ist extrem komplex, der Red Bull extrem simpel. Der eine hat den Radstand massiv verlängert, der andere stellt sein Auto plötzlich nicht mehr ganz so steil an wie früher. Beides stellt alte Erfahrungen auf den Kopf. Beides verlangt eine Phase des Kennenlernens.

Ferrari hat abgesehen von der originellen Seitenkasten-Lösung ein Auto gebaut, mit dem sich die Ingenieure auf vertrautem Boden bewegen. Mit dem Radstand und dem Anstellwinkel liegt der SF70H in der goldenen Mitte. Der Rest ist eine Optimierung der guten Eigenschaften des Vorgänger-Autos unter Weglassen seiner schlechten. Deshalb funktioniert der Ferrari auch auf Anhieb. Das kann in der ersten Saisonhälfte ein Vorteil sein. Dafür haben Mercedes und Red Bull möglicherweise mehr Entwicklungspotenzial.

Das Kräfteverhältnis hängt wie im Mittelfeld von Annahmen ab. Mercedes hat nach Sichtung aller Daten ausgerechnet, dass Ferrari bei pessimistischster Auslegung drei Zehntel schneller ist. Treffen die besten Bedingungen ein, hat Mercedes um ein Zehntel die Nase vorn.

Red Bull liegt in allen Berechnungen eine halbe Sekunde zurück. Doch das ist genau der Motor-Faktor. Und der soll nach Aussage von Teamberater Helmut Marko spätestens beim GP Spanien mit der ersten Ausbaustufe des Renault V6-Turbo behoben sein.

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