Racing Point - Formel 1 - GP Bahrain - 28. März 2019 ams

Der Donnerstag-Check: Team für Team in Bahrain

Was hat Ferrari gelernt?

Wir checken die Teams auf Neuigkeiten ab. Ferrari hat Antworten auf viele Fragen gefunden, Renault muss mehr am Auto als am Motor arbeiten, und die Williams-Fahrer versuchen das Beste aus einer schwierigen Situation zu machen.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Lewis Hamilton warnt vor zu optimistischen Prognosen. Der klare Sieg in Melbourne ist kein Freibrief dafür, dass es in Bahrain genauso gut läuft. „Wir haben bei den Testfahrten nicht geblufft. Unser Auto war am Anfang problematisch, aber zum Glück haben wir von der Abstimmung her ein Fenster gefunden, in dem es gut funktioniert. Das hat sich in Melbourne so fortgesetzt, muss aber nicht heißen, dass es in Bahrain genauso ist. Vielleicht waren Ferrari und Red Bull in Australien einfach raus aus ihrem Fenster, und wenn sie mal reinkommen fahren sie auf unserem Niveau.“ Valtteri Bottas will nicht daran glauben, dass der GP Australien bereits ein Vorbote für die Saison war. „Wir waren selbst überrascht, wie gut es für uns lief. Ich glaube, Bahrain wird uns ein besseres Bild liefern.“

Ferrari

Sebastian Vettel und Charles Leclerc sind sich einig: „Wir haben bei unserer Analyse von Melbourne einige Antworten auf unsere Fragen gefunden. Ob es alle sind, werden wir erst in Bahrain sehen.“ Und ob man in Melbourne hätte auf Mercedes-Niveau fahren können, wenn man alles richtig gemacht hätte, wird man erst 2020 wissen. „Dazu bräuchten wir den direkten Vergleich“, meinte Vettel. Man muss schon zwischen den Zeilen lesen um herauszufinden, was Ferrari in Australien bremste. Der Zeitverlust in langsamen und mittelschnellen Kurven war möglicherweise das Resultat der falschen Abstimmung. Ferrari hatte Mühe die Reifen im Arbeitsfenster zu halten. „Eine Tendenz, die wir schon in Barcelona bei Ferrari gesehen haben“, sagen die Konkurrenz-Teams. Möglicherweise war auch die Konfiguration des Autos mit schuld. Ferrari hat offensichtlich seinen SF90 für Melbourne im Vergleich zu Barcelona umgebaut, und das nicht nur, weil die Strecken unterschiedlich sind. Wir erinnern uns, dass Ferrari in der zweiten Testwoche in Barcelona diverse Probleme mit der Zuverlässigkeit hatte. Haben diese Probleme die Ingenieure dazu gezwungen, Änderungen vorzunehmen, die sich dann in der Rundenzeit niedergeschlagen haben? Ganz offensichtlich ist Ferrari ein Fehler mit der Kühlung unterlaufen. Der Motor lief in Melbourne zu kalt, und da reagiert der Ferrari V6 empfindlicher als andere Motoren. Die Fahrer mussten auf eine niedrigere Power-Stufe schalten. Das ist auch ein Grund dafür, warum Ferrari im Rennen beim Topspeed ganz hinten lag. Generell hat der Ferrari-Motor kein Power-Problem. Das konnte man an den zwei Runden vor und nach Vettels Boxenstopp und an der Qualifikation erkennen. Den Rest des Rennens regelten die Fahrer dann aber die Leistung dramatisch zurück. Und bekamen als Konsequenz dessen Probleme mit dem Spritverbrauch. Klingt unlogisch, ist aber wahr. Auf der Geraden wird auch in einem niedrigeren Power-Modus voll eingespritzt. Da das Auto dann aber mehr Zeit auf den Geraden verbringt, wird auch mehr verbraucht.

Red Bull

Max Verstappen erwartet auch in Bahrain ein gutes Ergebnis. „Für mich war Melbourne keine Überraschung. Ich habe schon bei den Testfahrten gespürt, dass wir ein gutes Auto haben. Eines mit dem wir Ferrari auf der Strecke schlagen können.“ Der größte Verbesserungsbedarf liegt nach Aussage der Teamleitung beim Chassis. Man muss mehr Abtrieb finden. Die Red Bull verloren auf Mercedes in den Kurven mehr Zeit als auf den Geraden. Die Ziele von Teamkollege Pierre Gasly sind nach der Nullrunde von Australien bescheidener: „Ich wünsche mir einfach nur ein reibungsloses Wochenende.“

Racing Point

Die Ingenieure haben ein kleines Upgrade im Bereich der Vorderradaufhängung im Gepäck. Das größte Problem sind laut Sergio Perez im Moment die langsamen Kurven und die Traktion. „Das werden wir in Bahrain nur durch ein schlaues Set-up lösen können.“ Der Mexikaner weiß, dass der geringste Fehler Plätze kosten kann. „Du musst die perfekte Runde fahren, nur um das Auto dorthin zu bringen, wo es hingehört.“ Und was sagt er zu Teamkollege Lance Stroll? „Im Rennen der stärkste Teamkollege, den ich je hatte.“ Der Satz entlockt im Fahrerlager ein paar Lacher.

Renault - Formel 1 - GP Bahrain - 28. März 2019
ams
Renault hat für den GP Bahrain einen neuen Frontflügel im Gepäck.

Williams

Es ist eine schonungslose Abrechnung der Williams-Piloten mit der augenblicklichen Situation. Williams ist mit Abstand Letzter. Neuling George Russell animiert deshalb seine Ingenieure zu mehr Experimenten: „Wir liegen so weit zurück, dass wir viele Dinge ausprobieren können. Beim Reifenmanagement, beim Set-up, ich beim Fahrstil. Es beschädigt uns nicht groß, aber wir können für die Zeit lernen, in der es uns wieder besser geht.“ Russell will sich über seine aussichtslose Position am Ende des Feldes nicht beklagen: „Tausende von Rennfahrern träumen von der Formel 1. Ich habe mir meinen Traum erfüllt und muss jetzt das Beste daraus machen.“ Robert Kubica sieht zwei Probleme: „Wir sind zu langsam, und wir haben zu wenig Teile. Und einige Teile haben nicht die nötige Qualität. Ich bin in Melbourne nach fünf Runden über einen Randstein gefahren, über den alle fahren. Bei uns war der Unterboden kaputt. Wir konnten ihn nicht wechseln, weil kein Ersatz da war. Wir zahlen jetzt den Preis dafür, dass unser Auto so spät fertig wurde.“ Die Datenanalyse beruhigte den Polen, der im Training 1,7 Sekunden auf Russell verlor: „Der defekte Unterboden hat mehr Zeit gekostet, als es zunächst aussah. Aber auch ich hätte meine Sache besser machen können. Ich hätte mich der Situation besser anpassen müssen.“ Einen Lichtblick sieht Kubica: „Das Problem des Autos ist leichter zu lösen als das im Vorjahr. Da war das Auto mal gut, mal schlecht, manchmal von Kurve zu Kurve. Es war schwer zu lesen, was eigentlich schuld war. Diesmal fehlt uns einfach nur Grip. Daran kann man arbeiten.“

Renault

Renault beginnt das Wettrüsten mit einem modifizierten Frontflügel. In China folgen neue Leitbleche und ein neuer Unterboden. Nach Einschätzung von Nico Hülkenberg liegt HaasF1 im Kampf um Platz 4 immer noch leicht vorne: „Das Auto von denen ist der bessere Allrounder.“ Mit dem Motor ist Hülkenberg zufrieden: „Wir haben deutlich mehr Basis-Power, die wir die ganze Zeit nutzen können. Und wir haben einen guten Sprung im Qualifikations-Modus gemacht.“ Eine Schwäche ist dem Renault geblieben. Eine aerodynamische Instabilität in mittelschnellen und schnellen Kurven. Daran wird man arbeiten müssen, wenn man die Vormachtstellung im Mittelfeld übernehmen will. „Uns fehlt mehr beim Chassis als beim Motor.“ Hülkenberg will sich noch nicht darauf festlegen, wie viel die Mittelfeld-Teams auf die Spitze aufgeholt haben. „Auf eine Runde sind wir näher dran. Da profitieren wir vom extra Grip frischer Reifen. Wenn im Rennen der Grip nachlässt, geht die Schere wieder weiter auf. Vergesst nicht, dass wir in Melbourne überrundet worden sind.“

Toro Rosso

Daniil Kvyat kehrte mit einem Punktgewinn in die Formel 1 zurück. Der 10. Platz hat genauso gut getan wie die Erkenntnis, dass Toro Rosso Teil des großen Mittelfeldes ist. „Wir sind mittendrin, dürfen uns aber nicht ausruhen. Ein kleiner Fehler, und du bist weg. Zwei Zehntel sind zwei Positionen. Wenn es blöd läuft, kannst du auf Platz 16 im Q1 rausfallen oder im umgekehrten Fall bis ins Q3 kommen.“

HaasF1

Keine Modifikationen bei HaasF1. Die Autos sind auf dem Stand von Melbourne. Kevin Magnussen führte das Mittelfeld in Melbourne an, und er war der einzige aus dieser Gruppe, der vom Sieger nicht überrundet wurde. „Das ist aber kein Garantieschein für Bahrain. Es geht im Mittelfeld so eng zu, dass sich die Reihenfolge von Strecke zu Strecke ändern kann. Bahrain ist eine ganz andere Strecke wie Melbourne. Breit und mit glatten Belag. Nur die Kurventypen ähneln sich ein bisschen.“ Prinzipiell ist der Fahrer mit seinem Auto zufrieden: „Das Team hat gezeigt, dass es auch auf eine große Regeländerung reagieren kann. Darüberhinaus ist es uns gelungen, die Schwächen des Vorjahresautos zu kurieren.“ Magnussen bleibt dabei, dass das Hinterherfahren einfacher geworden ist: „Vielleicht auch, weil die Reifen weniger sensibel reagieren als im letzten Jahr.“ Die drei DRS-Zonen sind nach Meinung von Magnussen nicht unbedingt notwendig, weil das Überholen in Bahrain ohnehin einfacher ist. „Richtig oder nicht, das hängt vom Auge des Betrachters ab. Wenn ich viel überhole, werde ich es gut finden. Anders herum nicht.“

McLaren

Acht Teams haben in Melbourne WM-Punkte geholt. McLaren hofft, dass man nach Bahrain auch zu diesem Club zählt. Eigentlich wäre es schon in Melbourne möglich gewesen. Lando Norris ging vom 8.Startplatz aus ins Rennen. „Eine Sache muss ich auf meine Fahnen heften“, gab der Neuling zu. „Ich habe in der ersten Kurve zwei Positionen verloren. Ich habe noch ein paar Fehler gemacht, kann von meinem ersten Grand Prix aber nicht viel mehr verlagen. Unser Renntempo war gut, und wir hätten immer noch in den Punkten landen können, hätten wir nicht so viel Zeit hinter Giovinazzi verloren.“

Alfa Sauber

Sauber hat die Modifikationen am Unterboden, die man bereits in der zweiten Barcelona-Woche getestet hatte, dann aber korrigieren musste, weil sie nicht so funktioniert haben wie erhofft. Kimi Räikkönen ist überzeugt: „Wenn alles perfekt läuft und wir keine Probleme haben, können wir Siebter werden.“

Formel 1 GP Bahrain 2019:: Die Bilder vom Donnerstag

Renault - Formel 1 - GP Bahrain - 28. März 2019
ams 1/67 Am Donnerstag stand in Bahrain die technische Abnahme für die Formel 1 auf dem Programm.
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