Grundlagenarbeit für 2019

Erste Tests schon vor 6 Monaten

Williams - F1-Test - Budapest 2018 Foto: sutton-images.com

Das neue Reglement für 2019 stellt die Formel-1-Ingenieure vor eine schwierige Aufgabe. Das Strömungsbild der Autos ändert sich komplett. Einige Teams haben deshalb schon früh in der Vorsaison mit der Grundlagenarbeit begonnen.

Wer nicht so genau hinschaut, wird die Änderungen an den 2019er Autos wohl gar nicht bemerken. Die Frontflügel wachsen etwas in die Breite, die Bargeboards ragen nicht mehr so weit nach oben und die Heckflügel sind nun einen Tick größer und werden ein Stück höher aufgehängt. Keine große Sache, sollte man meinen? Weit gefehlt!

„Die neuen Regeln ändern die Aerodynamik grundlegend“, klagt Racing-Point-Technikchef Andy Green. Mit den neuen Frontflügeln wollen die FIA-Experten die Ingenieure dazu zwingen, die Luft innen an den Vorderrädern vorbeizuführen. Doch die Techniker lassen sich bekanntlich nur ungern etwas vorschreiben: „ Wir versuchen die Luft immer noch nach außen zu dirigieren, aber das gelingt uns leider nicht mehr in dem gleichen Ausmaß wie früher“, so Green.

Praxistests mit 2019er Teilen

Auch wenn alle Teams über ausgeklügelte CFD-Programme und detaillierte Windkanal-Modelle verfügen, lassen sich Auswirkungen der neuen Regeln in der Theorie niemals zu 100 Prozent simulieren. Experten befürchten, dass bei den Wintertestfahrten in Barcelona einige böse Überraschungen drohen. Aus diesem Grund werden viele Autos an den ersten Testtagen ihre Runden mit Messgeräten und Sensoren an Bord abspulen.

Oliver Rowland - Williams - GP Ungarn - Budapest - F1-Test - 31. Juli 2018 Foto: xpb
Force India und Williams testeten als einzige Teams bereits mit Zwei-Meter-Flügeln.

Als einziges Team hat Racing Point schon im Vorjahr Grundlagenarbeit mit einem Frontflügel nach dem 2019er Reglement betrieben. Für den Test in Budapest vor der Sommerpause, als das Team noch Force India hieß, schraubten die Ingenieure eilig ein Modell aus dem 3D-Drucker zusammen. „Das Bauteil war aber nicht auf volle Belastung ausgelegt“, erklärt Green. „Unsere Piloten durften nur mit halber Geschwindigkeit fahren und die Randsteine nicht mitnehmen.“

Auch Williams hatte für die Grundlagenarbeit einen speziellen Zwei-Meter-Flügel angefertigt, der aber von der Flap-Konfiguration nicht ganz dem neuen Reglement entsprach. Die anderen Teams verzichteten fast komplett auf die aufwändige Basis-Arbeit. „Mich hat es etwas gewundert, dass nicht noch mehr Autos mit den neuen Flügeln gefahren sind“, so Green.

Keine Aero-Tests in Abu Dhabi

Eine Antwort auf die Frage, warum die Konkurrenz nicht auch rechtzeitig mit 2019er Bauteilen geübt hat, gibt es von Renault-Technikchef Nick Chester: „Wir hatten eigentlich geplant, einen 2019er Flügel an den beiden Testtagen im Anschluss an das Rennen in Abu Dhabi auszuprobieren. Doch das wurde dann leider von der FIA verboten.“

Mercedes - GP Abu Dhabi 2018 Foto: ams
Die Mercedes-Ingenieure konnten mit einem cleveren Trick Aerodynamik-Daten beim Test in Abu Dhabi sammeln.

Offenbar zur Überraschung einiger Teams hatten die Regelhüter des Weltverbands Anfang September erklärt, dass die Testfahrten in Abu Dhabi einzig und alleine der Entwicklung der 2019er Reifen dienen soll. Die Autos durften demnach keine Experimentalteile oder nachträglich eingebaute Sensoren tragen. Pirelli bestimmte in allen Garagen das Testprogramm.

Bei Mercedes schaffte man es dennoch mit einem Trick ein paar Daten über die neuen Reifen zu sammeln. Das Auto von Lewis Hamilton war schon am Rennwochenende von Abu Dhabi mit zusätzlichen Sensoren im Heckbereich unterwegs. Das erlaubte es den Ingenieuren, diese Sensoren auch bei den Reifentests zu verwenden. Trotz des Extra-Ballasts an Bord konnte Hamilton das Finalrennen gewinnen.

Den größten Erfahrungsvorsprung für 2019 hat allerdings Racing Point. Der Frontflügel-Test in Budapest hat die Gefahr von unliebsamen Überraschungen bei den ersten Runden mit dem Auto minimiert. „Uns hat der Test viel weitergeholfen“, berichtet Green. „Vor allem bei der Korrelation zwischen Windkanal und Strecke. Es ist schön, diese Daten schon zu haben. Die anderen Teams müssen noch bis Februar darauf warten.“

Williams - F1-Test - Budapest 2018 Williams - F1-Test - Budapest 2018 Williams - F1-Test - Budapest 2018 Force India - F1-Test - Budapest 2018 Force India - F1-Test - Budapest 2018 Red Bull - F1-Test - Budapest 2018 Red Bull - F1-Test - Budapest 2018 Red Bull - F1-Test - Budapest 2018 Ferrari - GP Abu Dhabi 2018 Ferrari - GP Abu Dhabi 2018 Ferrari - GP Abu Dhabi 2018 Mercedes - GP Abu Dhabi 2018 Mercedes - GP Abu Dhabi 2018 Mercedes - F1-Test - Abu Dhabi 2018

In der Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal in Bildern, wie Racing Point, Williams, Mercedes, Red Bull und Ferrari im Vorjahr erste Tests für die kommende Saison durchgeführt haben.

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