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Analyse der Bestzeiten

Passt auf HaasF1 auf!

HaasF1 - Barcelona - F1-Test - 2018 Foto: Wilhelm 33 Bilder

Bestzeiten bei Testfahrten sind Schall und Rauch. Weil man Faktoren wie Sprit, Reifen, Temperatur und Testprogramm kennen müsste, um sie fair zu bewerten. Trotzdem lassen sich bei der Analyse der Daten einige interessante Schlüsse ziehen.

14.03.2018 Michael Schmidt

Wer nur die nackten Rundenzeiten der acht Testtage von Barcelona liest, der muss zu dem Schluss kommen: Ferrari ist klarer Favorit. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen lagen mit ihren tiefen 1.17er Zeiten klar vor dem Rest des Feldes. Fernando Alonso kam ihnen mit 1.17,784 Minuten am nächsten. Red Bull fehlten 8 Zehntel, Mercedes 1,2 Sekunden. Das zeigt schon, dass der Blick allein auf die Rundenzeit nicht viel hergibt. Um sie bewerten zu können, müsste man folgende Fragen beantworten können:

  • Wie viel Benzin war im Tank?
  • Welche Reifen waren am Auto? Waren sie neu oder angefahren?
  • Zu welcher Tageszeit bei welcher Asphalttemperatur wurde die Runde gefahren?
  • In welchem Rahmen kam die Bestzeit zustande? War es eine isolierte schnelle Runde, oder war sie Teil eines längeren Stints?
  • Wurde die schnelle Runde gleich am Anfang oder erst am Ende des Stints gefahren? Wie viele vergleichbar schnelle Runden gab es drumherum?
  • War das DRS offen oder geschlossen?
  • In welcher Abtriebskonfiguration war das Auto unterwegs?
  • Welches Motorprogramm war im Einsatz?
  • Wie weit weg war die Summe der Sektorzeiten von der Idealzeit?
  • War das Auto in dieser Runde auf Top-Speed getrimmt?

Wir haben versucht, auf die meisten Fragen eine Antwort zu geben. auto motor und sport bekam den kompletten Satz an Rundenzeiten, Top-Speeds und Sektorwerte der zweiten Testwoche zugespielt. Alle Fragen beantworten auch diese Zahlen nicht. Zum Beispiel, ob der Reifensatz alt oder neu war. Welches Motorprogramm oder welches Abtriebs-Level gerade verwendet wurde. Die DRS-Stellung lässt sich irgendwie aus dem Top-Speed und dem Delta zu der Geschwindigkeit auf dem Zielstrich ableiten. Lesen Sie unsere Schlussfolgerungen.

Wie kamen die Bestzeiten zustande?

Zuerst haben wir uns angeschaut, wann die Bestzeiten gefahren wurden, wie warm es an diesem Tag war und was rund um die jeweilige schnellste Runde passiert ist. Die Bestzeiten der 21 Fahrer wurden an drei Tagen erzielt. Drei am Mittwoch (Tag 6), neun am Donnerstag (Tag 7) und neun am Freitag (Tag 8). Aus den Temperaturaufzeichnung von Renault lesen wir folgende Werte ab:

Mittwoch: Luft von 9 bis 16 Grad, Asphalt von 10 bis 30 Grad

Donnerstag: Luft von 6 bis 15 Grad, Asphalt von 14 bis 30 Grad

Freitag: Luft von 8 bis 21 Grad, Asphalt von 9 bis 28 Grad

Die höchsten Temperaturwerte wurden zwischen 13 und 15 Uhr erzielt. Sie waren genauso wenig gut für eine Top-Zeit wie die tiefsten Temperaturen in der ersten Morgenstunde. Zwischen 11 und 13 Uhr vormittags und in der letzten Stunde vor dem Abwinken um 18 Uhr waren die Bedingungen ideal. Jede Zeit, die außerhalb dieses Fensters erzielt wurde, muss mit einem Korrekturfaktor bewertet werden. So fuhren Romain Grosjean, Valtteri Bottas und Sergey Sirotkin ihre schnellsten Runden zu ungünstigen Tageszeiten.

Der große Rest lässt sich von den Temperaturen her also durchaus vergleichen. Da war keiner groß im Nachteil oder Vorteil. Bei den Reifen setzte sich Hypersoft durch. 13 Fahrer entschieden sich für Pirellis weichste Gummimischung. Die Mercedes-Piloten und Grosjean wählten die Ultrasoft-Reifen, Kevin Magnussen und Robert Kubica die Marke Supersoft, und Max Verstappen und den Williams-Youngstern war der Soft-Gummi gut genug.

HaasF1 - Barcelona - F1-Test - 2018 Foto: sutton-images.com
Reifenbereinigt war die Bestzeit von Kevin Magnussen nicht weit von den Ferrari-Bestmarken entfernt.

Nach Pirellis Rechnung trennten den Hypersoft vom Ultrasoft 0,7 Sekunden. Dann ging es je nach Streckentemperatur in Schritten von zwei bis fünf Zehntel weiter. Man kann also mit Sicherheit annehmen, dass Magnussen bei seiner 1.18,360 Minuten Runde am Donnerstag auf Supersofts gegen den gleichzeitig auf Hypersoft-Reifen fahrenden Vettel eine gute Sekunde verlor. Und damit wäre er fast gleich schnell gewesen. Wenn beide Autos in eine identische Spritmenge im Tank hatten. Wir hören, dass es da keinen gravierenden Unterschied gab.

Interessanter ist der Rahmen, in dem die jeweilige Bestzeit zustande kam. Daniel Ricciardo zum Beispiel fuhr sie in der vierten Runde eines 13-Runden-Turns. Da waren also mindestens 30 Liter Sprit (23 kg) an Bord, als er losfuhr. Das ist sicher beeindruckender als der Vierrunden-Stint von Max Verstappen. Doch beim Holländer gibt es andere Gründe, warum er nur auf Platz 21 rangiert. Seine Soft-Reifen haben auf die Hypersofts zwischen 1,7 und 2,1 Sekunden gekostet. Ob man das genauso auf Lance Stroll und Sergey Sirotkin umrechnen kann, ist allerdings fraglich. Sie hatten so große Probleme mit der Fahrzeugbalance, so dass es Williams wichtiger erschien, ihnen auf Soft-Reifen möglichst gleichbleibende Bedingungen über alle Stints zu geben.

Die Ferrari-Piloten drehten 6, respektive 7 Runden am Stück. Bei Vettel kam die Bestzeit kurz vor dem Abbiegen in die Boxengasse. Bei Räikkönen gleich im ersten Versuch nach der Aufwärmrunde. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas markierten jeweils im zweiten Versuch ihre persönlich schnellste Runde in relativ kurzen Stints. Mit einem Reifenhandikap von 7 Zehnteln. Das allein würde Hamilton eine Zeit von 1.17,7 Minuten geben. Doch der Titelverteidiger weigerte sich stur, an der Zeitenjagd überhaupt teilzunehmen. Teamchef Toto Wolff erklärt warum: „Die Qualifikation war letztes Jahr nur in Monte Carlo ein Problem für uns. Wir haben uns lieber auf das konzentriert, wo wir in der vergangenen Saison Probleme hatten.“

Auch die Anzahl der Runden in den jeweiligen Phasen des Schnellfahrens gibt einen Aufschluss, wie leicht oder schwer es dem Fahrer gefallen ist, die Rundenzeit zu produzieren. Kimi Räikkönen stanzte drei 1.17er Zeiten in seinem 7-Runden-Turn in den neuen Asphalt von Barcelona. 1.17,221 min – 1.17,293 min – 1.17,584 min. Mit je einer Abkühlphase dazwischen. Der Ferrari geht ganz offensichtlich nett mit den Reifen um, wenn er in der Lage ist, dem Hypersoft-Gummi auch bei dritten Gewaltritt eine 1.17er Zeit zu entlocken.

Bei Daniel Ricciardo kann man schon fast von einem kleinen Longrun sprechen, als er seine persönliche Bestzeit fuhr. In den ersten vier Runden kamen zwei Runden mit 1.18,466 und 1.18,047 Minuten, dann eine 1.19er Runde und dann viele, viele 1.20er Zeiten. Brendon Hartley schaffte im Rahmen seines 10-Runden-Stints nur eine Zeit der Kategorie von 1.18,949 Minuten. Sauber-Pilot Marcus Ericsson dagegen lag drei Mal im Umfeld seiner Bestzeit in seinem schnellsten Stint am Donnerstag. Lance Stroll hatte sichtlich Mühe, Vertrauen in sein Auto zu finden. Der Kanadier musste alles geben, um als letzter Fahrer die 1.20er Marke zu knacken. Bei 1.19,954 Minuten war Schluss.

Top-Zeiten und Umstände

FahrerTeamBestzeitReifenTag/ZeitRunde
1. VettelFerrari1:17.182HS* (2)**Tag 7 / 12.50Rd. 5 von 6
2. RäikkönenFerrari1:17.221HS (3)Tag 8 / 12.28Rd. 2 von 7
3. AlonsoMcLaren1:17.784HS (2)Tag 8 / 17.43Rd. 4 von 5
4. RicciardoRed Bull1:18.047HS (2)Tag 6 / 13.01Rd. 4 von 13
5. SainzRenault1:18.092HS (2)Tag 8 / 17.33Rd. 4 von 5
6. MagnussenHaasF11:18.360SS (3)Tag 7 / 12.35Rd. 6 von 9
7. GaslyToro Rosso1:18.363HS (2)Tag 7 / 17.23Rd. 2 von 5
8. HamiltonMercedes1:18.400US (2)Tag 6 / 12.24Rd. 4 von 5
9. GrosjeanHaasF11:18.412US (3)Tag 8 / 13.42Rd. 6 von 8
10. BottasMercedes1:18.560US (3)Tag 6 / 16.40Rd. 6 von 7
11. HülkenbergRenault1:18.675HS (3)Tag 7 / 11.23Rd. 6 von 7
12. VandoorneMcLaren1:18.855HS (3)Tag 7 / 10.05Rd. 4 von 7
13. HartleyToro Rosso1:18.949HS (1)Tag 8 / 12.23Rd. 4 von 10
14. OconForce India1:18.967HS (2)Tag 8 / 13.05Rd. 2 von 8
15. LeclercSauber1:19.118HS (1)Tag 8 / 17.18Rd. 2 von 4
16. SirotkinWilliams1:19.189S (2)Tag 8 / 13.43Rd. 6 von 7
17. EricssonSauber1:19.244HS (3)Tag 7 / 12.32Rd. 6 von 9
18. KubicaWilliams1:19.629SS (2)Tag 7 / 12.19Rd. 6 von 7
19. PerezForce India1:19.634HS (1)Tag 7 / 13.00Rd. 4 von 5
20. VerstappenRed Bull1:19.842S (1)Tag 7 / 12.20Rd. 2 von 4
21. StrollWilliams1:19.954S (3)Tag 8 / 17.51Rd. 7 von 9

* HS=Hypersoft, US=Ultrasoft, SS=Supersoft, S=Soft
**Anzahl Runden innerhalb von 0,5 s von Bestzeit in diesem Stint

Keiner schaffte die Idealzeit

Alle haben noch Luft. Keinem Fahrer gelang es, seine besten Sektoren in eine Runde zu legen. Am weitesten lag Max Verstappen von seiner Idealzeit entfernt, was uns zeigt, dass der dreifache GP-Sieger nicht wirklich darauf aus war, Rekorde zu brechen. Wer 0,465 Sekunden verschenkt, hat andere Prioritäten. Auch Sergio Perez, Charles Leclerc und Sergey Sirotkin hätten sich besser platzieren können, wären sie konstanter über eine Runde gewesen. Das trifft auch auf Kevin Magnussen mit einem Delta von 0,246 Sekunden hin. Der Däne verschenkte nicht nur wegen seiner Reifenwahl Zeit, sondern auch, weil er nicht alle Sektoren optimal fuhr.

Da kommen wir schon zum nächsten Punkt. Wie viele der drei Sektoren in der jeweils schnellsten Runde waren am Ende des Tages auch der persönlich beste? Bei Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton, Romain Grosjean, Nico Hülkenberg, Brendon Hartley und Sergio Perez waren es je zwei. Der absolute Bestzeithalter Vettel war nur im zweiten Sektor perfekt aufgestellt. Er hätte mit einer perfekten Runde eine Zeit von 1.17,026 Minuten fahren können. Sein Delta zur Realzeit war damit deutlich größer als das bei Fernando Alonso, der in seiner Superrunde am späten Freitagnachmittag lediglich 0,052 Sekunden liegen ließ.

Kevin Magnussen, Sergey Sirotkin und Max Verstappen konnten nicht eine einzige persönliche Sektorbestzeit in ihre schnellste Runde platzieren. Was wieder zeigt, dass man den drei noch mehr zutrauen muss, als wir von ihnen gesehen haben. Der König von Sektor 1 war übrigens Räikkönen mit 21,758 Sekunden. Vettel dominierte mit 28,772 Sekunden den zweiten Sektor. Und auch im dritten Streckenabschnitt war der Vize-Weltmeister das Maß aller Dinge. Dort nahm er mit 26,505 Sekunden Lewis Hamilton 0,450 Sekunden ab. Einerseits wegen des Reifenfaktors, andererseits wegen des vermuteten Spritbonus. Und dann ist Vettel seine Runde auch etwas klüger angegangen. Er schonte Pirellis Superkleber in Sektor 1 und schlug dann im zweiten Teil der Runde zu. Hamilton fuhr seinen persönlichen Sektor-Bestwert gleich in den ersten 22 Sekunden der Runde.

Bestzeit und Sektor-Zeiten

FahrerSektor 1Sektor 2Sektor 3IdealzeitDifferenz
1. Vettel21,905 s28,772 s*26,505 s1.17,026 min0,156 s
2. Räikkönen21,758 s*28,899 s26,564 s*1.17,096 min0,125 s
3. Alonso22,103 s29,061 s*26,620 s1.17,732 min0,052 s
4. Ricciardo22,363 s29,013 s26,671 s*1.17,991 min0,056 s
5. Sainz22,184 s29,094 s*26,814 s1.18,002 min0,090 s
6. Magnussen22,260 s29,184 s26,916 s1.18,114 min0,246 s
7. Gasly22,374 s29,335 s26,654 s*1.18,249 min0,114 s
8. Hamilton22,087 s*29,358 s*26,955 s1.18,341 min0,059 s
9. Grosjean22,148 s29,206 s*27,058 s*1.18,318 min0,094 s
10. Bottas22,051 s29,374 s*27,135 s1.18,393 min0,167 s
11. Hülkenberg22,326 s*29,311 s*27,038 s1.18,523 min0,152 s
12. Vandoorne22,499 s29,450 s26,906 s1.18,717 min0,138 s
13. Hartley22,386 s*29,462 s*27,101 s1.18,795 min0,154 s
14. Ocon22,145 s29,636 s27,186 s*1.18,746 min0,221 s
15. Leclerc22,372 s29,787 s26,959 s*1.18,791 min0,327 s
16. Sirotkin22,289 s29,728 s27,172 s1.19,189 min0,298 s
17. Ericsson22,209 s29,844 s27,191 s*1.19,019 min0,225 s
18. Kubica22,283 s*29,871 s27,475 s1.19,464 min0,165 s
19. Perez22,578 s29,840 s*27,216 s*1.19,271 min0,363 s
20. Verstappen22,622 s29,860 s27,360 s1.19,377 min0,465 s
21. Stroll22,565 s30,151 s27,238 s*1.19,857 min0,097 s

*persönlich bester Sektor an diesem Tag

Räikkönen mit 40,1 km/h Speedgewinn

Auch der Top-Speed und der Unterschied zur Messstelle auf der Ziellinie verrät etwas über den Zustand des Autos. Wer wie Kimi Räikkönen auf 600 Meter Wegstrecke 40,1 km/h gewinnt, ist unter Garantie mit offenem DRS gefahren. Beträgt der Unterschied wie bei Sergio Perez nur 27,8 km/h, dann war der Heckflügel geschlossen. Noch dazu, wenn Perez in seiner schnellsten Runde am Ende der Zielgeraden nur mit 303,3 km/h gemessen wird. Da kann der Mercedes-Motor in einem Force India mehr, wenn er mal von der Kette gelassen wird. Perez bewies es später am Tag mit einem Top-Speed von 330,2 km/h.

Interessant ist, dass Vettel um 6,8 km/h schneller aus der Zielkurve kam als Räikkönen, bei der Höchstgeschwindigkeit aber 3,8 km/h hinter seinem Teamkollegen lag. Das lässt auf ein niedrigeres Motorenprogramm oder ein spät geöffnetes DRS schließen. Mit dem Klappflügel kann gegenüber der Konkurrenz viel verschleiert werden. Wer notiert schon, wann der Fahrer in welcher Runde an welcher Stelle den Knopf drückt, der gleich einmal 15 km/h und mehr Extraspeed spendiert?

Noch ein Beispiel: Vettel wurde mit 288,0 km/h auf dem Zielstrich gemessen. Max Verstappen nur mit 274,1 km/h. Am Ende der Zielgeraden war Vettel 318,5 km/h schnell. Verstappen machte 36,2 km/h gut und stand mit 310,3 km/h Endgeschwindigkeit besser zu Vettel da als noch 600 Meter davor. Es fällt schwer anzunehmen, dass der Renault V6-Turbo auf dem zweiten Teil der Gerade plötzlich so viel mehr Power hat als der Ferrari-Sechszylinder.

Auch an den anderen beiden Messstellen wurde nicht in jeder schnellen Runde gleichzeitig der höchste Speed gemessen. Nur Pierre Gasly und Lance Stroll waren bei ihrer Bestzeit an zwei von vier Messstellen schneller als am Rest des Tages. Daniel Ricciardo, Kevin Magnussen, Romain Grosjean, Valtteri Bottas, Esteban Ocon, Charles Leclerc, Sergey Sirotkin und Robert Kubica schafften nicht einen einzigen Spitzenwerten an den Speed-Messpunkten. Merken Sie etwas? Wieder sind beide HaasF1 unter den Kandidaten, die hier offenbar nicht alles gezeigt haben. Magnussen blieb in seiner Rekordrunde um 10,4 km/h unter dem persönlichen Top-Speed-Bestwert.

Bestzeit und Top-Speeds

FahrerAnzahl Topwert*Top-Speed RundeDelta Zielstrich**Top-Speed Tag***
1. Vettel0318,5 km/h30,5 km/h327,2 km/h
2. Räikkönen1322,3 km/h40,1 km/h329,2 km/h
3. Alonso1315,7 km/h33,8 km/h317,6 km/h
4. Ricciardo0310,3 km/h31,3 km/h317,6 km/h
5. Sainz1315,7 km/h33,0 km/h318,6 km/h
6. Magnussen0313,9 km/h32,0 km/h324,3 km/h
7. Gasly2311,2 km/h29,3 km/h324,3 km/h
8. Hamilton1320,4 km/h35,5 km/h320,4 km/h
9. Grosjean0316,7 km/h32,5 km/h326,4 km/h
10. Bottas0314,8 km/h32,1 km/h323,3 km/h
11. Hülkenberg1311,2 km/h34,3 km/h323,3 km/h
12. Vandoorne0313,0 km/h36,1 km/h315,7 km/h
13. Hartley1313,9 km/h29,7 km/h318,5 km/h
14. Ocon0319,5 km/h34,6 km/h323,3 km/h
15. Leclerc0321,4 km/h37,2 km/h324,3 km/h
16. Sirotkin0310,3 km/h32,7 km/h320,4 km/h
17. Ericsson1320,4 km/h38,5 km/h326,2 km/h
18. Kubica0317,6 km/h31,2 km/h327,2 km/h
19. Perez1303,3 km/h27,8 km/h330,2 km/h
20. Verstappen1310,3 km/h36,4 km/h327,2 km/h
21. Stroll2316,7 km/h30,3 km/h320,4 km/h

* persönlicher Top-Wert an den vier Messstellen in der schnellsten Runde
** Delta Zielstrich-Top-Speed in der schnellsten Runde
*** Top-Speed am Tag der Bestzeit

Fazit: HaasF1 verschenkt am meisten Zeit

Ferrari fuhr die schnellsten Rundenzeiten. Darüber lässt sich nicht streiten. Die Frage aller Fragen lautet: Wie viel hat Ferrari noch in der Hinterhand? Tiefe 1.17er Zeiten reichen sicher nicht für eine Pole Position, wenn alle ernst machen. Wir schätzen, dass man mindestens 1.16,5 Minuten hätte fahren müssen, um sich ungeteilten Respekt zu verschaffen. Wer schafft diese Zeit?

Wir gehen mal davon aus, dass Mercedes dazu in der Lage ist. Da war zu viel Selbstbewusstsein mit im Spiel bei den Silberpfeilen. Die haben bei der Ferrari-Show noch nicht einmal gezuckt. Red Bull schien uns auch nicht gerade geschockt. Motorsportchef Helmut Marko ist überzeugt: „Wir sind im Moment die Nummer 2. Wie nah wir an Mercedes dran sind, hängt von der Power ab, die wir bekommen.“ Wenn Mercedes Meister der Verschleierung in Barcelona war, dann kam Red Bull den Titelverteidigern sicher am nächsten. Das zeigt schon der riesige Unterschied zwischen Ricciardo und Verstappen.

Dass die drei Top-Teams wieder die Nase vorne haben werden, ist unstrittig. Ihnen ist aber bestimmt auch aufgefallen, dass wir den Namen Magnussen im Text übermäßig häufig genannt haben. Wir sind jetzt nicht etwa dem Fanclub des Dänen beigetreten. Es ist nur so, dass Magnussen trotz seiner ohnehin schon exzellenten Runde von 1.18,360 Minuten überall etwas verschenkt hat. Bei der Reifenmischung, dem Top-Speed, den Sektorzeiten, der Länge des Stints über immerhin 9 Runden. Das Lob der Gegner über den neuen HaasF1 VF-18 kommt nicht von ungefähr. Die direkten Konkurrenten Renault und McLaren sehen den US-Ferrari momentan an der Spitze im Kampf um Platz 4.

Tröstlich ist, dass auch McLaren wieder zu Speed gefunden hat. Alonsos Zeit muss man erst einmal fahren. Wenn sie unter gleichen Rahmenbedingungen wie bei Ferrari erzielt wurde, dann ist Licht am Ende des Tunnels. Der Rückstand von 0,602 Sekunden zu Vettel ist nicht das Ende der Welt. Erfreulich ist auch, dass Honda offenbar einen Riesenschritt gemacht hat. Dieser Toro Rosso-Honda könnte neben dem HaasF1 die zweite Überraschung der Saison werden.

Neuester Kommentar

@EinBenutzer

"Dazu kommt die Aussage, dass man gar nicht für die Quali proben/testen müsste. Für so eine Aussage muss man sich seiner Sache schon sehr sicher sein oder bluffen. Was ich aber nicht glaube, wenn man - wie im Artikel - die Zeit auf dem Medium Reifen mal grob runter rechnet."

Aldo Costa hat ganz klar gesagt, dass es rückblickend ein Fehler war, keine Hypersoft bei Pirelli bestellt zu haben.

Das kann schon mal passieren, gerade bei frischen Asphalt war es nur begrenzt vorhersagbar, welche Mischungen bei den niedrigen Temperaturen funktionieren würden. Konnte ja niemand ahnen, dass Ferrari scheinbar problemlos drei stabil schnelle Runden auf den weichsten Reifen fahren kann.

Proesterchen 16. März 2018, 17:22 Uhr
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