Testjahr für Budgetbegrenzung

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Das Budget-Limit wird kommen - aber wahrscheinlich erst mit einem Jahr Verspätung. 2009 soll ein Testjahr werden. Wer die Budgetobergrenzen nicht einhält wird aber nicht bestraft.

Die FIA-Expertengruppe unter Tony Purnell will im Praxistest erfahren, ob die Budgets der zehn Formel 1-Teams überprüfbar sind oder ob das Pilotprojekt am Ende doch eingestellt werden muss, weil zu viele Geldflüsse im Verborgenen ablaufen. "Der Teufel steckt im Detail", glaubt Red Bull-Teamchef Christian Horner. "Ein klassischer Rennstall ist einfacher zu kontrollieren als ein Hersteller, der Entwicklungsaufträge intern in der Firma vergeben kann." Bei einem positiven Verlauf des Probejahres will die FIA 2010 Ernst machen.

Streit über Budget-Höhe

FIA-Präsident Max Mosley hatte zu Beginn des Jahres die Teams damit konfrontiert, dass die Budgets einheitlich begrenzt werden sollen. Von der Budget-Deckelung ausgenommen waren ursprünglich die Entwicklungs- und Einsatzkosten für den Motor, die Gehälter von Fahrern und Teamchefs sowie der Marketing-Etat. Seit Mosleys Aufruf arbeiten FIA-Mann Purnell und die Finanzchefs der zehn Teams an einem Konzept, wie man die Kosten kontrollieren könnte und wo die Obergrenze liegen soll.

Unstrittig ist, dass die Deckelung in einem Dreistufenplan eingeführt wird, damit die großen Teams ihren Aufwand langsam zurückschrauben können. Doch schon bei der Einstiegshöhe scheiden sich die Geister. Honda, Toyota, BMW und selbst Red Bull plädieren für 175 Millionen Euro. Renault und Williams würden gerne bei 150 Millionen beginnen. Auch Force India könnte damit leben.

Toro Rosso hält 120 Millionen für einen vernünftigen Anfang. Gerhard Berger hält im Endstadium 60 Millionen Euro für machbar: "Das ist immer noch das 20-fache des Budgets eines GP2-Teams." Frank Williams widerspricht: "100 Millionen sind das Minimum. Es darf neuen Formel 1-Teams nicht zu einfach gemacht werden." Der Mann im Rollstuhl fürchtet, dass er bei einer Inflation an Rennställen die Startgelder und TV-Einnahmen mit zu vielen Teams teilen muss.

Renault will sparen

Renault plädiert für 90 Millionen am Ende des Dreistufenplans. "Wenn wir unserem Präsidenten einen Plan vorlegen können, der ihm signalisiert, dass wir innerhalb der nächsten drei Jahre die Kosten reduzieren, dann hält Carlos Ghosn auch an der Formel 1 fest. Sollte Erfolg aber davon abhängig sein, dass man Unsummen investieren muss, dann ist das Formel 1-Projekt in Gefahr", sagt ein hochrangiger Renault-Mitarbeiter. 

Damit steht der englisch-französische Rennstall im Reigen der Automobilhersteller ziemlich allein da. Die meisten anderen wollen nicht unter 150 Millionen gehen und argumentieren damit, dass sie sonst zu viele Mitarbeiter entlassen müssten. Das ist natürlich eine Schutzbehauptung. In dieser Szene gehen Arbeitsplätze nicht verloren. Je weniger Geld eine Formel 1-Saison kostet, umso mehr Teams könnten sich ein Grand Prix-Engagement leisten. Die brauchen wieder Ingenieure, Mechaniker, Manager.

Kostenfaktor Motoren-Kosten

Offenbar haben Renault und Toro Rosso bei der FIA die bessere Lobbyarbeit betrieben. Max Mosley will nun auch die Motorkosten in das Budgetlimit mit einfließen lassen. Dabei wird für Kunden der Preis für das Motorenleasing angesetzt, in Fall von Red Bull also die 16 Millionen Dollar, die an Renault entrichtet werden. Wer seinen Motor selbst baut, darf extra Entwicklungskosten zum Budgetlimit dazu rechnen. Windkanäle gehen je nach Ausstattung in einer bestimmten Höhe in das Budget mit ein.

Vom Tisch ist offenbar der Ferrari-Plan, die Anzahl der Windkanäle und ihre Betriebsstunden zu begrenzen sowie die Zahl der Mitarbeiter im Bereich der Computersimulation einzuschränken. Frank Williams hatte mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gedroht, sollte man ihm verbieten, seine beiden Windkanäle voll zu nutzen.

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