Timo Glock

Spannung vor erstem Windkanaltestest

Timo Glock Foto: Virgin 26 Bilder

Virgin baut bereits am ersten Windkanalmodell der Teamgeschichte. Das Auto soll demnächst im McLaren-Windkanal getestet werden. Timo Glock ist schon sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Seitdem dem Formel 1-Einstieg 2010, setzte Virgin bei der Entwicklung des Autos alles auf die Karte CFD. Nur die großen Simulationscomputer von Ex-Technikchef Nick Wirth waren als Hilfsmittel erlaubt, um die optimale Aerodynamik zu entwickeln. Nach anderthalb erfolglosen Jahren ist das Kapitel Wirth abgeschlossen. Mittlerweile hat sich Virgin mit McLaren verbündet, um endlich die ersten Schritte Richtung Mittelfeld zu machen.

Glock: "Windkanal intessiert mich wirklich sehr"

Zum Teil der neuen Kooperation gehört auch die Nutzung des Windkanals in Woking. Doch bevor die Virgin-Ingenieure nach Woking reisen können, muss erst einmal ein verkleinertes Windkanalmodell gebaut werden. "Da sind wir schon seit ein paar Tagen dran", erklärte Timo Glock in Silverstone. Virgin will keine Zeit verlieren. Glock ist schon gespannt, wie sich der MVR-02 im Windkanal schlägt: "Das interessiert mich wirklich sehr", grinste der Deutsche.

Ein schneller Fortschritt ist aber auch mit der McLaren-Partnerschaft nicht zu erwarten. "Leider kommen uns die zwei Wochen Sommerpause dazwischen, in denen die Fabriken geschlossen werden", beklagt Glock. Vorher soll aber noch ein sogenannter Straightline-Test durchgeführt werden. Auf einer abgesperrten Piste darf das Auto eine gerade Strecke zurücklegen, um neue Erkenntnisse über die Aerodynamik zu finden. "Vielleicht hilft das ja schon was", gibt sich Glock zuversichtlich.

Virgin plant noch ein Update für Singapur

Das ursprünglich geplante Silverstone-Update aus der Feder von Nick Wirth wurde abgeblasen. "Vielleicht machen wir nochmal etwas für Singapur. Das ist aber noch nicht entschieden." Ansonsten wird bereits für 2012 entwickelt. "Nur wenn wir jetzt beim Straightline-Test oder im Windkanal etwas finden, wodurch sich ohne großen Aufwand ein großer Fortschritt realisieren lässt, werden wir handeln. Ansonsten erwarte ich keine großen Sprünge. Die direkte Konkurrenz ist ja leider auch schon sehr weit entfernt."

Im nächsten Jahr will man dann aber schon bei Lotus oder im Mittelfeld "anklopfen". Am Beispiel von Force India habe man gesehen, wie positiv sich die Zusammenarbeit mit McLaren für ein kleines Team auswirken kann, so Glock. Wie genau das aussieht, konnte der Deutsche noch nicht sagen. "Das ist ein erfahrenes Team mit erfahrenen Leuten. Da wird schon einen Austausch geben."

Verlängert Glock Vertrag bei Virgin?

Der Deal beinhaltet auch, dass Glock den Simulator in Woking mitbenutzen war. Bislang hat er der McLaren-Zentrale aber noch keinen Besuch abgestattet. "Das soll aber so schnell wie möglich passieren." Auf die Frage, ob die Kooperation seine persönlichen Planungen für die Zukunft beeinflussen könnten, lächelte Glock vielsagend. "Gut möglich." Es sieht also danach aus, als wolle der Odenwälder noch eine dritte Saison bei Virgin dranhängen.

Bei den Erwartungen für Silverstone gibt sich der Odenwälder dagegen reserviert. "Mit dem Verbot der umstrittenen Motoreinstellungen werden die anderen vielleicht etwas verlieren. Wir haben kein Upgrade, aber die anderen haben ein Downgrade. Man muss mal abwarten wie sich das entwickelt." Im Gegensatz zu Konkurrenz muss sich Glock nicht umstellen. "Wir verlieren gar nichts. Wir fahren schon lange legal."

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