DRS-Fluch in Monza

Glock verpasst Chance im Monza-Chaos

Timo Glock - GP Italien - Monza - 9. September 2011 Foto: xpb 61 Bilder

Timo Glock egalisierte in Monza sein bislang bestes Saisonresultat: Platz 15 im Rennen. Hätte die DRS-Verstellung am Heckflügel funktioniert, wäre vielleicht mehr drin gewesen. Der Startcrash bot den kleinen Teams eine große Chance.

Monza war so ein Rennen, auf das Virgin und Timo Glock lange gewartet hatten. Wenn der kleine Rennstall noch an Hispania in der Tabelle vorbeiziehen will, brauchen einer der Piloten einen 13. Platz. Chaos hilft dabei. In Monza wurde das schon 500 Meter nach dem Start geboten.

Vitantonio Liuzzi räumte Vitaly Petrov und Nico Rosberg ab. Wegen ihm mussten Rubens Barrichello und Kamui Kobayashi wegen beschädigter Frontflügel schon nach einer Runde an die Box. Jarno Trulli bekam einen Streifschuss von Felipe Massa, der ihn in der fünften Runde zum Nasenwechsel an die Boxen zwang. Und dann fielen auch noch beide Sauber, Sutils Force India, der Red Bull von Mark Webber aus. Das sind die Rennen, bei denen die kleinen Teams groß rauskommen können.

Platz 13 und 14 gingen aber nicht an die Virgin, sondern an Lotus. Für Glock blieb nur Rang 15. Dabei hatte der Hesse einen Superstart. "Ich bin einfach außen an allen vorbei. Dann sehe ich im Augenwinkel, wie Liuzzi innen auf dem Gras heranfliegt. Ich dachte gleich, das geht nicht gut. Also habe ich die Lenkung aufgemacht und mich auf der anderen Seite durch Gras verdrückt." Nach einer Runde kam Glock auf Platz 14 vorbei. Ein sensationeller Auftakt für einen Virgin-Piloten.

DRS-Defekt bremst Glock

Doch dann holte Glock ein Problem ein, das ihn schon im Training viel Rundenzeit gekostet hat. Die DRS-Verstellung funktionierte nur mangelhaft. "Nach zwei Versuchen, den Flügel flachzustellen, blieb der Flap beim Zurückklappen in den Bremszonen wieder zu lange hängen. Danach habe ich auf DRS ganz verzichtet."

Sein Virgin war aber auch so in schlechter Form. "Das Auto ließ sich extrem schwer fahren, speziell mit vollen Tanks. Irgendwann war ich wieder allein auf weiter Flur und fuhr mein einsames Rennen bis ins Ziel. Am Ende habe ich noch auf Ausfälle gehofft, um vielleicht doch noch auf Rang 13 vorzurutschen, aber keiner hat mir mehr den Gefallen getan."

Update soll acht Zehntel in Singapur bringen

Jetzt konzentriert sich alle Hoffnung auf Singapur. Da soll die Trumpfkarte des neuen Aerodynamikpakets stechen. Wenn die Berechnungen stimmen, bringt die in Monza erstmals gezeigte Modifikation in der Spezifikation für viel Abtrieb bis zu acht Zehntel. Aber nur wenn der Heckflügel einwandfrei funktioniert. Und Singapur ist auch immer gut für ein Chaosrennen.

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