Timo Glock

Virgin auch 2012 ohne KERS

Timo Glock Virgin GP Singapur 2011 Foto: xpb 26 Bilder

Timo Glock ist mit den Gedanken schon in der Saison 2012. In der nächsten Saison muss ein großer Sprung her, fordert der Virgin-Pilot. Mit dem Einsatz von KERS plant das Team dabei aber offensichtlich nicht. Trotzdem ist Glock optimistisch.

Timo Glock ist ein armer Hund. In Singapur fehlten mehr als eine Sekunde auf den direkten Konkurrenten Lotus. Die Spitze der Formel 1 war mit fast acht Sekunden pro Runde so weit entfernt wie noch nie in dieser Saison. "Es gibt leider viele Kurven in Singapur. Da summiert sich der Rückstand", lautete die nüchterne Erklärung des Piloten.

Dabei hatte das große Update-Paket beim ersten Einsatz in Monza noch für Hoffnung gesorgt, zumindest den Kampf gegen Lotus etwas spannender zu gestalten. Glock will noch kein abschließendes Urteil über den Komplett-Umbau im Heck fällen: "Wir müssen es noch einmal auf einer anderen Strecke sehen. Wenn die Abstände generell so groß sind, dann ist es schwer zu beurteilen."

Spätestens in der kommenden Saison fordert der Hesse sichtbare Fortschritte von seinem Team. "Wir müssen einen Sprung machen. Lotus war die ganze Saison deutlich vor uns. Da brauchen wir nicht drumherum reden. Da wollen wir hin - mittenrein." Um endlich nach vorne zu kommen,  hat der Rennstall einen großen Umbruch geplant. Der Grundstein für den Erfolg ist bereits gelegt.

Virgin-Aufschwung dank Pat Symonds und McLaren

Das Personal des Teams soll in den nächsten Monaten qualitativ und quantitativ aufgestockt werden. Mit Pat Symonds hat der Rennstall bereits einen erfahrenen Technikchef engagiert, der im Hintergrund die Fäden zieht. "Mein Eindruck von ihm ist sehr gut. Er hat Erfahrung. Er ist mit Renault und Benetton Weltmeister geworden. Er weiß einfach, von was er spricht", lobt Glock den Ex-Renningenieur von Ayrton Senna und Michael Schumacher.

"Er hat natürlich jetzt auch schon einen Einfluss auf die Entwicklung. Aber richtig wird sich das erst im Winter bemerkbar machen, wenn wir alle Leute zusammenhaben. Das ist natürlich die Frage, wie lange es dauert, das richtige Personal zu finden und wie schnell wir im Windkanal Fortschritte machen können."

Windkanal und Simulator in den nächsten Wochen

Das 60 Prozent-Modell des Virgins ist endlich fertiggestellt. Ende des Monats steht es erstmals beim neuen Technologie-Partner McLaren im Windkanal. "Da sind wir noch voll im Plan", erklärt Glock zufrieden. Die ersten Tests im Simulator sollen auch bald folgen. "Die haben wir für die Pause nach Indien und Korea geplant."

Trotz des sichtbaren Fortschritts bleibt der 29-Jährige vorsichtig mit Prognosen. "Ich glaube nicht, dass es schon im ersten Rennen nächstes Jahr mit dem großen Sprung klappt. Die Zeit ist einfach sehr knapp ist. Bis die Windkanalergebnisse umgesetzt sind und die ersten Ideen kommen ist es ruck zuck März und wir sind schon wieder in Australien. Mit der Fertigungszeit und allem werden wir wohl beim ersten Rennen noch nicht das Mega-Paket zusammenhaben. Aber wir planen jetzt schon ein großes Update für den Europa-Auftakt 2012."

Virgin plant 2012 ohne KERS

Allerdings entwickelt auch die Konkurrenz fleißig weiter. Lotus verkündete in Singapur, dass man kommende Saison erstmals mit dem von Red Bull entwickelten Hybrid-System (KERS) antreten will. In den grünen Autos ist jetzt schon das gleiche Getriebe und der gleiche Motor (Renault) wie beim Weltmeisterteam verbaut. Wie Glock auf Anfrage von auto-motor-und-sport.de erklärt, ist KERS für das 2012er Auto nicht vorgesehen.

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