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Formel 1 - Windkanalmodell - 2021
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Formel 1 - Windkanalmodell - 2021 26 Bilder

Welche Bauteile werden homologiert?

Entwicklung mit Token-System

Die Formel-1-Teams streiten weiter darüber, wie man Entwicklungskosten einsparen kann. Die Frage lautet dabei, welche Elemente für 2021 eingefroren werden. 20 Teile stehen auf der Liste. Die Lösung des Problems könnte ein Token-System sein.

Ohne Einnahmen steht vielen Teams das Wasser schon bis zum Hals. Hinter den Kulissen wird deshalb diskutiert, wie sich jetzt schnell Kosten vermeiden lassen. Die geplante Reduzierung der Budgetdeckelung hilft nur in der Zukunft. Jetzt müssen Lösungen her, die das Budget für 2020 und 2021 entlasten.

Die Homologation des Chassis bis Ende 2021 war ein erster Schritt. Er spart den Teams bis zu 1,7 Millionen Euro. Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Teams wollen sich mindestens um fünf, besser noch um zehn Millionen Dollar entlasten. Dafür müssen aber weitere Komponenten für eineinhalb Jahre eingefroren werden.

Die Technikchefs haben in einer ersten Sitzung eine Liste von rund 20 Komponenten erstellt, die man bis zum Beginn des neuen Reglements 2022 festschreiben könnte. Dazu zählen alle Crashstrukturen, das Getriebe, die Aufhängungen vorne und hinten, die Radträger, die Hydraulik, die Felgen und Bremsen.

Ausgenommen sind die Aerodynamik und die Kühler, interessanterweise aber nicht aber die Nase. Die Nase gehört zur Crashstruktur, die Kühler sind Teil der Aerodynamik. Außerdem muss man mit der Dimension der Kühler flexibel auf Anforderungen von den Antriebseinheiten reagieren können.

Sebastian Vettel - Ferrari - F1-Test - Barcelona - 21. Februar 2020
Stefan Baldauf
Die Aufhängungen dürfen nicht mehr verändert werden. Aerodynamik-Entwicklung ist aber noch erlaubt.

Individuelle Homologation die Lösung?

Die Teams haben natürlich unterschiedliche Ansichten darüber, welche Entwicklung stillgelegt werden soll und welche nicht. Sie kennen nach den Testfahrten in Barcelona die Defizite ihrer Autos und die besseren Ideen der Konkurrenz. Da will man an seiner jeweiligen Schwachstelle natürlich Freiraum.

Ferrari muss vielleicht seine Nase korrigieren. Sie ist aus aerodynamischer Sicht zu breit. Mercedes, Red Bull, McLaren, Renault und Racing Point zeigen mit ihren schlanken Nasen, wo die Reise hingeht.

Red Bull-Teamchef Christian Horner würde gerne die Vorderachse einfrieren, nicht aber die Hinterradaufhängung. Und auch nicht das Getriebegehäuse. Der Grund? Man hat festgestellt, dass Mercedes ein schlankeres Getriebe und damit mehr Spielraum im Heck hat. Und da zählen die Hinterachse und das Getriebe dazu.

Im Konflikt aus Eigeninteressen wurde eine Idee geboren, die möglicherweise eine Lösung aus dem Dilemma bieten könnte. Jedes Team dürfte sich aus der Liste der 20 Komponenten individuell zwei Token heraussuchen. Diese beiden Komponenten wäre dann freigestellt, der Rest eingefroren. Die Technikchefs wollen darüber noch einmal am Mittwoch (8.4.) beratschlagen.

Bei der Aerodynamikentwicklung werden weitere Beschränkungen diskutiert. Ziel ist es, noch einmal die Windkanalzeiten zu reduzieren. Es konnte aber noch keine Einigung erzielt werden um wie viel.

Dafür haben sich Ferrari, Honda, Mercedes und Renault darauf verständigt, ab 2021 die Motorentwicklung zu limitieren. Es ist dann nur noch eine bestimmte Anzahl an Entwicklungsstufen erlaubt. Im Prinzip verfolgt die Maßnahme das gleiche Ziel wie das 2014 eingeführte, aber später fallengelassene Token-System. Es soll nur viel einfacher gestaltet sein.

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