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Ferari F2012 vs. Ferrari F150
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Ferrari F2012 24 Bilder

Top-Teams im Hinterfeld

Was ist mit Ferrari und McLaren los?

Jenson Button beendete den ersten Testtag mit dem neuen McLaren MP4-27 auf Platz acht. Felipe Massa rangierte im neuen Ferrari F2012 noch einen Platz schlechter. Mit 3,145 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit. Bahnt sich da eine Wachablösung in der Formel 1-Hierarchie an?

Die erste Testwoche nach der Winterpause kann trügerisch sein. Rundenzeiten erzählen oft nur die halbe Wahrheit, weil die Autos zu Beginn der Testphase entweder nicht komplett oder mit Messgeräten vollgestopft sind. Trotzdem schaut am Ende des Tages jeder auf die Rundenzeiten. Und da rangierte Jenson Button im McLaren MP4-27 auf Rang acht. Ihm fehlten 1,860 Sekunden auf Kimi Räikkönens Bestzeit. Das lässt sich verschmerzen. Wenn aber der Rückstand 3,145 Sekunden beträgt, wie im Fall von Felipe Massa, dann muss man das schon genauer hinterfragen.

Schönreden hat in der Formel 1 Tradition

Natürlich wird keiner zugeben, dass es in einem so frühen Stadium massive Probleme gibt. Schönreden hat in der Formel 1 Tradition. Man muss sich da mehr auf die Körpersprache der Beteiligten verlassen, um ein Körnchen Wahrheit herauszufiltern. Ferraris Chefdesigner Nicolas Tombazis machte da nicht den sichersten Eindruck. Und seine Antworten gaben nicht unbedingt Entwarnung. "Dieses Auto unterscheidet sich stark von seinen Vorgängern. Deshalb werden wir die erste Testwoche dafür opfern, unterschiedlichste Messreihen durchzuführen und verschiedene Aerodynamiklösungen miteinander zu vergleichen. Einige haben gut, andere weniger gut funktioniert."

Es geht also darum, ob der Windkanal verlässliche Daten liefert. Das hängt seit Ferraris Problemen aus dem Vorjahr wie ein böser Fluch über der Aerodynamikabteilung. Tombazis bedauerte, dass er nach dem ersten Testtag noch nicht in der Lage sei, eine Richtung zu erkennen: "Das ganze ist sehr komplex und wird uns die ganze Woche beschäftigen. Ich erwarte die ersten Resultate nicht vor Ende dieses Tests."

Die Meldungen der Spione an der Strecke klingen dagegen nicht sehr ermutigend. Die berichten, dass der Ferrari im Vergleich zur direkten Konkurrenz einen eher trägen Eindruck macht. Ferrari ist einen radikalen Weg gegangen, den Tombazis verteidigt: "Wir waren in den letzten Jahren nicht übermäßig erfolgreich. Der einzige Weg nach vorne zu kommen, war ein aggressiver Entwicklungsansatz."

McLaren lenkt in die richtige Richtung

Während bei Ferrari die Mundwinkel auf Halbmast hingen, gab sich Jenson Button aufgeräumt. Auch wenn Platz acht keinen Anlass zum Jubeln gibt. Doch Buttons Lockerheit war nicht gespielt. Ein so guter Schauspieler ist er auch wieder nicht. "Es war ein guter Tag für uns. Nicht zu vergleichen mit dem ersten Testtag vor einem Jahr. Es gibt keinen Bereich am Auto, der uns Sorgen machen würde. Und 62 Runden am ersten Tag sind ein guter Anfang. Das Gefühl für die Balance des Autos ist gut, obwohl wir das Setup noch nicht einmal angegriffen haben. Wenn ich nach rechts lenke, fährt das Auto auch nach rechts. Das war in meiner Karriere nicht immer der Fall."

Button notierte natürlich einen stärkeren Gripverlust, war aber trotzdem erstaunt, dass sich das Auto beim Bremsen ganz manierlich benahm. "Ich hätte mir ohne den angeblasenen Diffusor ein nervöseres Heck erwartet. Da war der Unterschied zum letzten Jahr aber gar nicht so groß." Über die neuen Pirelli-Reifen wollte der Vize-Weltmeister nicht viel sagen: "Die Autos sind so neu, dass es schwerfällt zu sagen, inwieweit die Reifen anders sind."

Der McLaren ist das einzige Auto im Feld, das keine Stufe zwischen Chassis und Nase hat. Er hätte zwar noch das ein oder andere Auto erwartet, das dem McLaren-Weg folgt, aber Sorgen mache er sich nicht, dass McLaren mit der tiefen Nase jetzt alleine dasteht: "Wir haben mit dem Konzept weitergemacht, das wir kennen. Die anderen sind neue Wege gegangen. Das muss nicht heißen, dass wir auf der falschen Fährte sind." Button kann dem niedrigen Chassis bereits eine positive Seite abgewinnen: "Die Sitzposition ist noch ein Stück tiefer als im letzten Jahr. Das kommt mir entgegen. Ich fühle mich wie ein Teil vom Auto."

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