Toro Rosso

Druck auf Bourdais

Foto: Wolfgang Wilhelm

Sebastien Bourdais kämpft schon mit dem Rücken zur Wand. Er verliert auf Vettel zwischen zwei und vier Zehntel pro Runde. Jetzt will ihm das Team helfen, seinen Speed zu finden.

Toro Rosso teilte die Testarbeit in Hockenheim auf. Die ersten anderthalb Tage fuhr Sebastien Bourdais, den Rest Sebastian Vettel. Seit man das neue Auto einsetzt, ist der Abstand eher größer als kleiner geworden. "Bourdais hat ein Problem mit dem unruhigen Heck beim Einlenken", stellt Teamchef Franz Tost fest. Vettel ist das egal: "Bourdais kommt besser mit Untersteuern zurecht. Mir ist es egal, ob das Auto unter- oder übersteuert."

Die Toro Rosso-Ingenieure versuchen jetzt, Bourdais mit der Abstimmung zu helfen. Mehr Aero-Balance Richtung Heck könnte zum Beispiel ein Weg sein. Tost sieht für den Franzosen aber noch ein weiteres Problem. "Das sitzt im Kopf, weil Autofahren kann der Bursche. Das hat er in der Formel 3000 und bei den ChampCars mit Meistertiteln bewiesen. Bei uns steht er vor dem Problem, dass Vettel immer schneller wird."

Gaspedal finden

Da der Vertrag von Bourdais am Ende des Jahres ausläuft, muss er um seinen Arbeitsplatz kämpfen. Oder wie sein Chef Franz Tost es ausdrückt: "Er muss einfach nur das Gaspedal finden." Für Bourdais spricht, dass es auf dem Markt keine Alternativen gibt. Die GP2-Serie hat im Gegensatz zu den ersten drei Jahren keinen Superstar im Angebot. Bruno Senna, Sebastien Buemi oder Karun Chandhok sind ordentliche Rennfahrer, aber keiner fährt auf dem Niveau von Vettel, den Toro Rosso an Red Bull verlieren wird. "Wenn wie einen jungen Fahrer aufbauen, brauchen wir eine Nummer eins als Absicherung", sagt Tost.

Bourdais lässt Führungsqualitäten noch vermissen. Somit kann Toro Rosso nur hoffen, dass bei Fernando Alonsos Transferpoker einer der arrivierten Piloten durch den Rost fällt. Bei BMW Nick Heidfeld etwa, bei Honda Jenson Button. Am liebsten wäre Tost, dass Alonso zu Red Bull ginge. Dann könnte Toro Rosso Vettel ein Jahr länger behalten. Doch die Chancen dafür sind kleiner als ein Prozent. Das schlechteste Szenario wäre, wenn Alonso bei Renault bleibt. Dann hat Toro Rosso für 2009 ein Fahrerproblem.

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