Kampf um WM-Platz sechs

Toro Rosso kommt aus dem Hinterhalt

Jaime Alguersuari - Formel 1 - GP Korea - 16. Oktober 2011 Foto: xpb 17 Bilder

Der Kampf um Platz sechs im konstrukteurspokal entwickelt sich zum Knüller. Nachdem Force India in Singapur vorgelegt hatte, Sauber sich in Suzuka wieder heranrobbte, meldete sich jetzt ToroRosso mit einem Acht-Punkte-Coup zurück. Es scheint so, als hätte der italienische Rennstall die größten Reserven.

Zwölf Punkte trennen Force India, Sauber und ToroRosso im Kampf um die Plätze sechs bis acht im Konstrukteurspokal. Im Augenblick scheint der letzte aus dieser Gruppe die besten Karten zu haben. In Korea debütierte das neue Auspuff/Diffusorpaket, das in Suzuka nach dem Freitagstraining wegen Hitzeschäden wieder eingepackt werden musste. Wenn es funktioniert, ist es eine Sekunde wert.

Topspeed für Toro Rosso

"Der neue Diffusor ist ein echter Fortschritt", strahlte Sebastien Buemi. Der Schweizer sieht für sein Team in dem Dreikampf gute Chancen. "Unser Auto geht besonders auf Strecken gut, auf denen nicht maximaler Anpressdruck gefragt ist. Dazu zählen vom Restprogramm noch Indien und Brasilien."

Der Topspeed gibt Buemi Recht. Auf der Geraden flogen die Toro Rosso allen davon. Sogar den Mercedes. Nico Rosberg spürte es in der letzten Runde, als ihn Jaime Alguersuari austrickste. "Ich hatte keinen Gummi mehr auf der Lauffläche", bedauerte Rosberg. Alguersuaris siebter Platz krönte Toro Rossos großen Tag. Dort hätte auch Buemi landen können. "Kobayashi ist mir beim Start ins Heck gefahren und hätte mich fast umgedreht. Dabei bin ich mit einer Hand vom Lenkrad abgerutscht und habe dabei den Tempomaten für die Boxengasse berührt. Das hat mich sechs Positionen gekostet." Die Aufholjagd war mühsam. "Ich habe elend viel Zeit hinter den Sauber und Force India verloren. Zum Schluss bin ich die viertschnellste Rennrunde gefahren. Das zeigt, was drinlag."

Sauber mit mehr Stopps als gewöhnlich

Katzenjammer dagegen bei Sauber. Das Aerodynmikpaket, das in Suzuka noch so gut eingeschlagen war, brachte in Korea gar nichts. Im Gegenteil. Die Sauber rutschten ohne Grip über den glatten Asphalt. Während alle anderen mit zwei Stopps über die Distanz kamen, mussten Kamui Kobayashi und Sergio Perez je drei Mal die Reifen wechseln. Perez sogar in der vorletzten Runde. Auf den Reifen schimmerte schon die Karkasse durch. "Fragen Sie mich nicht nach den Gründen", wehrte Peter Sauber ab. "Wir wissen es noch nicht. Das Rennen war für uns alle eine herbe Enttäuschung." Mit Blick auf Toro Rosso gab Sauber zu: "Eine super Leistung dank neuer Teile."

Nachschub aus dem Technikbaukasten

Was zeigt, wie entscheidend im Finale dieser WM das Wettrüsten selbst im Mittelfeld geworden ist. Ursprünglich war für Perez ein Zweistopp-Rennen geplant und für Kobayashi drei Stopps mit der Option auf zwei. Am Ende parkten beide drei Mal vor ihrer Box. Kobayashi auch, weil er wieder einmal in zuviele Kollisionen verwickelt war. Ein Streifschuss links, einer rechts. Da war ein neuer Frontflügel fällig. Peter Sauber resümierte angesäuert: "Es war eine schlechte Vorstellung im dümmsten Moment. Jetzt zahlen wir noch mehr für die Disqualifikationen von Australien und die Getriebeschäden von Monza."

Force India hatte zuletzt in Singapur sein Auto modifiziert. Dafür gab es zwölf Punkte. Doch beim Asien-Doppel schwächelte der derzeit WM-Sechste. Es gab nur einen Punkt für Paul di Resta. Das Polster von neun Zählern auf Sauber und zwölf Zählern auf Toro Rosso kann schnell aufgebraucht sein. "Wir hatten heute keine Chance gegen die Toro Rosso", stellte di Resta fest. "Buemi war in der Schlussphase nicht zu halten." Force India und Sauber werden wohl noch einmal in den Technikbaukasten greifen müssen, um die Attacke aus Faenza abzuwehren.

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