Toro Rosso

Schwierige Fahrersuche

Foto: Red Bull 75 Bilder

Trotz des Höhenflugs beendet Toro Rosso die Saison mit Bauchschmerzen. Der Rennstall aus Faenza sucht neue Fahrer. Der Markt gibt nicht mehr viel her. Wunschkandidat Nelson Piquet entschied sich am Ende doch für Renault.

Es ist das simple Prinzip von Angebot und Nachfrage. Trotz Piquets eher durchschnittlichen Premierensaison musste Renault-Teamchef Flavio Briatore sein Angebot zum Schluss immer mehr nachbessern. Im Pokerspiel um einen neuen Vertrag hatte der brasilianische Sohn von Ex-Weltmeister Nelson Piquet mit dem Toro Rosso-Angebot einen Joker in der Hinterhand.

Bei der Mannschaft von Gerhard Berger geht die Suche nach dem Vettel-Ersatz dagegen weiter. Der schwierige Auswahlprozess markiert das Ende eines erfolgreichen Jahres: Toro Rosso beendete die Formel 1-Saison mit 39 WM-Punkten auf Platz sechs. Einen Rang vor dem A-Team Red Bull. Es gab einen Sieg, eine Pole Position und elf Punkteplatzierungen.

Buemi hat Cockpit relativ sicher

Red Bull-Schützling Sebastien Buemi gilt bei Toro Rosso als gesetzt. Die Einflüsterer im Mutterkonzern sehen in dem Schweizer den nächsten Vettel. Der zweite Fahrer sollte Geld und Erfahrung mitbringen. Geld deshalb, weil der Einkauf des Hybridantriebs bei Ferrari rund sechs Millionen Euro kosten wird. Die finanzielle Situation wird durch billigere Motoren im nächsten Jahr aber auch etwas entlastet. Die Hersteller haben sich bereit erklärt, pro Team 25 Motoren für zehn Millionen Euro zu liefern.

Takuma Sato könnte in Japan angeblich eine zweistellige Millionensumme lockermachen, doch der Japaner steht auf dem Wunschzettel eher weiter unten. Bruno Senna hätte wie Sato großes Geld im Gepäck, hat aber keine Erfahrung. Und er setzt auf die Karte Honda. Sebastien Bourdais bringt ein Jahr Erfahrung mit, hat aber keinen Cent in der Tasche.

Trotzdem, der Franzose ist aufgewacht. Ein minimaler Eingriff an den Leitblechen des Toro Rosso STR3 brachte den ChampCar-Meister zurück ins Geschäft. Weil der Diffusor besser angeströmt wird, klebt das Heck besser auf der Straße. "Ich kann jetzt so in die Kurven einlenken, wie ich das gewohnt bin. Vorher musste ich immer warten, bis sich das Heck beruhigt hat." Seit dem GP Europa qualifizierte sich Bourdais nur ein Mal außerhalb der Top Ten.

Bourdais steht sich selbst im Weg

Trotz der Leistungssteigerung ist die Zukunft des Brillenträgers aus Le Mans noch offen. Bourdais bedauert sich selbst: "Es ist nicht meine Saison. Immer, wenn die Chance zum Greifen nah war, habe ich nicht zugegriffen." In Melbourne raubte ihm eine defekte Halbachse drei Punkte, in Spa verschenkte er wieder drei Zähler mit zu vorsichtiger Fahrweise in der verregneten Schlussrunde, und in Monza machte er einen möglichen Podestplatz kaputt, bevor das Rennen begonnen hatte. Er ließ beim Vorstart zu schnell die Kupplung kommen und ging dabei vom Gas. In Fuji verlor er drei verdiente Punkte wegen eines Fehlurteils der Rennkommissare. Bei den beiden letzten Rennen verhinderten Kollisionen mit Jarno Trulli Platzierungen in den Punkterängen.

Genau das ist das Problem des Franzosen. Er steht sich mit negativen Gedanken selbst im Weg. "Die Hindernisse, die er sich vor dem ersten Training mental aufbaut, müssen wir bis zum Rennen wieder abreißen", sagen sie im Team. Sein unbestrittenes Fahrtalent verpufft, weil er vor lauter Grüblerei nicht in der Lage ist, das Maximale aus dem Auto und den Reifen herauszuholen.

Anfrage an Montoya

Dazu kommt der Vettel-Schock. Als vierfacher ChampCar-Meister akzeptiert man nur ungern, dass einem ein 21-jähriger Grünschnabel um die Ohren fährt. "Bourdais hat Talent. Ihm fehlt ein bisschen Vertrauen ins Auto und in sich selbst", analysiert Teambesitzer Gerhard Berger. Wie Teamchef Franz Tost verrät, hatte man kurz sogar daran gedacht Juan Pablo Montoya zu reaktivieren. "Leider will er nicht mehr zurück in die Formel 1."

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