Präsentation Toro Rosso STR4

Das Feld 2009 ist endlich komplett

STR4 Foto: Toro Rosso 26 Bilder

Als letztes Team hat nun auch Toro Rosso am Montag (9.3.) endlich seinen neuen Boliden vorgestellt. Bei den Testfahrten in Barcelona diese Woche muss sich der neue Bulle erstmals mit der Konkurrenz messen.

Die Jungfernfahrt gab es allerdings schon am vergangenen Dienstag, als Sebastien Bourdais mit dem neuen STR4 den Shakedown absolvieren durfte. Hinter verschlossenen Türen auf der ehemaligen DTM-Strecke im italienischen Adria wurden die ersten Funktionstests durchgeführt. Am Montag konnte in Barcelona auch erstmals die Konkurrenz und die Presse einen Blick auf den Boliden werfen.

Toro Rosso mit Red Bull-Technik

Von der Technik her gibt es wie erwartet keine Überraschungen. Das Auto besitzt die gleiche Aerodynamik wie das Schwesterauto von Red Bull. Nur im Heck gibt es einen Unterschied. Während Sebastian Vettel im RB5 auf Renault-Power setzt, vertraut das Toro Rosso-Team weiterhin auf ein V8-Aggregat aus dem Hause Ferrari.

Um das italienische Triebwerk mit individueller Kühlung und Ölversorgung an den Boliden anzupassen, sei allerdings mehr Arbeit nötig als allgemein angenommen, erklärt Cheftechniker Giorgio Ascanelli. "Auch die Installation des Getriebes und der Kupplung ist total unterschiedlich. Das Getriebegehäuse wurde komplett in Faenza entwickelt und produziert."

STR4 vor dem Zeitplan

Obwohl der STR4 als letztes Auto das Licht der Welt erblickte, bleibt Teamchef Franz Tost optimistisch: "Wir sind fünf Rennen vor unserem Zeitplan. Im vergangenen Jahr hatten wir das neue Auto erst zum sechsten Grand Prix." Ob man die Erfolge des Vorjahres mit vielen Punkteplatzierungen, dem ersten Sieg durch Vettel und einer Platzierung vor Red Bull wiederholen könne ist allerdings fraglich: "Es wird schwer, diese Vorgaben noch einmal zu erfülen", hält Tost die Erwartungen niedrig.

Dabei hat das Schwesterauto von Red Bull schon bei den ersten Tests gezeigt, dass die radikale Aerodynamik von Stardesigner Adrian Newey zumindest auf einer Runde für sehr schnelle Zeiten gut ist. Dennoch bleibt Tost vorsichtig: "Eine so große Regelreform war früher immer ein Vorteil für die großen und erfolgreichen Teams, die mit ihrer Erfahrung schnell auf die Veränderungen reagieren konnten. In der langen Stabilitätsphase lag  auch ein Grund für den Toro Rosso-Erfolg im Vorjahr."

Die guten Zeiten des RB5 geben dann aber doch Anlass zu verhaltenem Optimismus: "Das Auto sieht gut aus und zeigt sich vielversprechend", urteilte der Toro-Rosso-Teamchef. Für Bedauern sorgt nach wie vor der Abschied von Erfolgsbringer Sebastian Vettel: "Ich vermisse Sebastian. Er ist ein sehr talentierter Fahrer", sagte Tost. Sebastien Bourdais wird Vettel wohl keine Träne nachweinen: "Ich hoffe, ich habe mehr Glück als im letzten Jahr", sagte der 30-Jährige, der in der Vorsaison zumeist im Schatten seines deutschen Teamkollegen stand.

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