Franz Tost - Toro Rosso - F1 2018 Red Bull
02/2018, Toro Rosso STR13.
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Toro Rosso-Teamchef Franz Tost

„Spielen gerne Versuchskaninchen“

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost ist mit den inkonstanten Leistungen in der abgelaufenen Saison nicht zufrieden. Der Österreicher erwartet 2019 bessere Ergebnisse, vor allem auch wegen der engeren Zusammenarbeit mit Red Bull.

Toro Rosso hat am Ende der Saison für Red Bull und Honda Versuchskaninchen spielen müssen. Sind Sie trotzdem zufrieden, wie es gelaufen ist?

Tost: Wir hatten eine Saison mit Höhen und Tiefen. Wir hatten ein paar sehr gute Rennen, wie zum Beispiel Bahrain, wo wir Vierter wurden, oder Monaco mit einem siebten und Budapest mit einem sechsten Platz. Leider gab es auch ein paar Rennen, wo wir es nicht in die Punkte geschafft haben, und wo wir mit der Performance des Autos nicht zufrieden waren.

Woran lag es, dass die Ergebnisse so durchwachsen ausfielen?

Tost: Wir hatten vorher schon gewusst, dass die Saison nicht leicht wird. Es war klar, dass es für uns und Honda eine Entwicklungssaison ist. Wir hatten zwei unerfahrene Piloten, was die Formel 1 betrifft. Und wir haben das Auto nicht so weiterentwickelt, wie ich mir das erwartet habe. Da hat es leider auch Defizite gegeben. Deshalb haben wir zum Schluss nicht mehr mit unseren direkten Gegnern mithalten können.

Wie zufrieden sind Sie mit der Leistung der beiden Fahrer?

Tost: Pierre (Gasly) hat einen sehr guten Job erledigt. Er hat sich ständig weiterentwickelt. Er hätte auch zum Abschluss in Abu Dhabi noch einmal in die Punkte fahren können, wenn er da nicht ein technisches Problem gehabt hätte.

Ist er jetzt fertig ausgebildet und bereit für den Aufstieg zu Red Bull?

Tost: Das wird die Zukunft zeigen. Er hat eine super gute Basis. Er weiß, worum es geht. Er hat den Platz auf jeden Fall verdient. Und ich bin überzeugt, dass er auch bei Red Bull einen guten Job abliefern wird.

Für Brendon Hartley lief es nicht ganz so glücklich. Wie viel war davon Pech und wie viel Unvermögen?

Alexander Albon - Formel 2
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Tost: Da gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Man darf nicht vergessen, dass er aus der LMP1 kommt. Das ist einfach eine ganz andere Kategorie. Die moderne Formel 1 ist eine gewaltige Herausforderung, vor allem auch in Kombination mit dem Reifenmanagement. Brendon konnte sich während der Saison verbessern. Es wäre schön gewesen, wenn er es am Ende noch einmal in die Punkte geschafft hätte.

Wie lief die Zusammenarbeit mit Honda über die gesamte Saison gesehen?

Tost: Das war alles sehr gut. Wir haben das Jahr über große Fortschritte gemacht, sowohl was die Performance als auch die Haltbarkeit betrifft. Jetzt stehen noch einmal sehr arbeitsintensive Wintermonate an. Da müssen sie zusehen, dass die Motoren für nächstes Jahr noch einmal besser werden. Ich bin da aber recht zuversichtlich.

Befürchten Sie, dass Toro Rosso auch 2019 wieder Motor-Versuchskaninchen für Honda spielen muss, wenn neue Ausbaustufen anstehen?

Tost: Das wäre überhaupt kein Problem, weil wir dadurch ja auch selbst unsere Leistung verbessern können. Und wenn es notwendig ist und gleichzeitig auch noch Red Bull hilft, dann spielen wir gerne diese Rolle.

Die technische Zusammenarbeit mit Red Bull wird 2019 intensiviert. Steht Toro Rosso da in der Pflicht, dass es von der Performance aufwärts geht?

Pierre Gasly - Formel 1 - GP Abu Dhabi  -24. November 2018
xpb
Pierre Gasly musste sowohl im Qualifying als auch im Rennen mit Antriebsproblemen aufgeben.

Tost: Das ist zumindest zu erwarten. Was den Antrieb angeht, bekommen wir das komplette Heck von Red Bull Technology. Im Rahmen des Reglements werden wir die Synergien voll ausschöpfen. Die Kooperation läuft jetzt schon voll im Plan. Da rechne ich schon mit einer ordentlichen Performance-Verbesserung.

Haben Ihre Ingenieure in Faenza dann künftig einen ruhigen Job, wenn die Teile aus Milton Keynes kommen?

Tost: Wir bekommen zwar einiges von Red Bull, wie zum Beispiel das Getriebe, aber dafür können wir uns dann intensiver auf andere Bereiche konzentrieren.

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