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TorroRosso-Pilot Sebastien Buemi im Interview

"Ich war nicht zufrieden mit mir"

Sebastien Bourdais Foto: Red Bull 16 Bilder

Sebastien Buemi hat seine Formel 1-Reifeprüfung längst bestanden. Der 20-jährige Schweizer fuhr zum zweiten Mal im dritten Rennen in die Punkte. Der achte Platz von Shanghai ist dabei höher einzuschätzen als Rang sieben beim Debüt in Melbourne. Es gab in der Regenhölle von Shanghai einfach tausend Mal mehr Möglichkeiten, einen Fehler zu machen.

Trotzdem muss sich Buemi höchstens eine Situation ankreiden, und selbst über die lässt sich streiten. Der ToroRosso-Pilot sorgte mit seiner Kollision mit Sebastian Vettel in der 19. Runde für Nervenflattern im Red Bull-Camp. Vettel nahm die Schuld auf sich, weil er wegen des dahinschleichenden Jarno Trulli im waidwunden Toyota bremste und nach rechts ausscherte.

Buemi dagegen nahm eher sich in die Pflicht: "Sebastian ist nach rechts gezogen, ich auch. Ich hatte mich in der Gischt an den Rückleuchten der Autos orientiert, aber die Gerade runter das war der reinste Blindflug. Zum Glück konnte Sebastian weiterfahren. Es war nur eine kurze Berührung."

Wie waren die Bedingungen für einen Formel 1-Neuling?
Buemi: "Es war ein anstrengendes Rennen, das gar nicht mehr aufhören wollte. Für den Körper war es nicht schlimm, aber für den Kopf. Die Sicht war so schlecht, das Aquaplaning so schlimm, dass du mental voll angespannt warst. Bei mir kam dazu, dass mein Visier voll angeschlagen war. Das hat die Sicht noch verschlechtert."

Was war der härteste Zweikampf?
Buemi: "Der mit Alonso. Er hatte frische Reifen, ich alte. Es war schwer, ihn hinter mir zu halten. Zum Schluss hatte ich Glock vor mir, da wollte ich nichts mehr riskieren."

Wie schätzen Sie das Risiko ein?
Buemi: "So ein gefährliches Rennen habe ich noch nie erlebt. Es war unheimlich viel Wasser auf der Bahn. An der Grenze, würde ich sagen. Dort wo Sutil abgeflogen ist, bin ich vorher mindestens 20 Mal fast abgeflogen. Da hast du 250 Sachen drauf. Das schlimmste Aquaplaning herrschte in diesem Abschnitt und in der letzten Kurve."

Was haben Sie vom Sutil-Crash gesehen?
Buemi: "Nicht viel. Ein Rad ist durch die Luft geflogen."


War es gerechtfertigt, das Rennen hinter dem SafetyCar zu starten?
Buemi: "Auf jeden Fall. Bei einem richtigen Start hätte es sonst einen Riesen-Crash gegeben."

Wie schätzen Sie ihren zweiten Punktegewinn ein?
Buemi: "Ich war nicht zufrieden mit mir. Mitten im Rennen hatte ich das Gefühl, dass da mehr drin ist. In gewissen Phasen des Rennens war ich nicht schnell genug."

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