Toyota

Die wundersame Wandlung

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Toyota ist die neue Macht hinter Renault. Vom größten Sorgenkind vor der Saison mauserte sich die Kölner Truppe zum Favoritenjäger. Technik-Chef Mike Gascoyne verrät, wie es zu der wundersamen Wandlung kam.

War es wirklich der gleiche Jarno Trulli, der vor Saisonbeginn in der "Gazetta dello sport" mit den Worten zitiert wurde, der neue Toyota sei das zweitschlechteste Rennauto seiner Karriere? Der gleiche Trulli sagt nun, der TF105 sei ein Auto zum Siegen. "Ich möchte in der Mitte des Podests stehen", tönt der Italiener nach zwei zweiten Plätzen in Folge.

Trulli ist mit 16 Punkten WM-Zweiter (Alonso hat 26 Punkte), Ralf Schumacher belegt mit neun Punkten Platz vier. In der Konstrukteurs-Wertung belegt Toyota mit 25 Punkten Rang zwei hinter Renault (36 Punkte) und vor McLaren-Mercedes (19 Punkte). So langsam kapieren auch die Letzten im Formel 1-Zirkus, was Ralf Schumacher meinte als sagte: "Das Auto ist nicht so schlecht, wie es scheint."

Fehler in der Reifenbehandlung

Verantwortlich für das krasse Missverhältnis zwischen den Wintertests und den ersten drei Rennen ist der Zeitplan der Technikabteilung. Technik-Chef Mike Gascoyne wollte den mechanischen Teil des Autos (Motor, Getriebe, Fahrwerk) möglichst früh erproben. Tatsächlich präsentierte kein Team sein neues Auto so früh wie Toyota. Vor der Saison fuhr kein Team mehr Testkilometer.

Der Haken: "Wir sind anfangs mit uralter Aerodynamik gefahren", verrät Gascoyne. Fehlender Abtrieb führte zu frühzeitigem Reifenverschleiß und Trullis Einschätzung, der TF105 tauge nichts. "Wir haben auch den Fehler gemacht, dass wir die Reifen anfangs zu scharf angefahren haben", gesteht Gascoyne. "So hat sich in den Köpfen festgesetzt, dass wir ein schlechtes Auto haben." Nach den ersten gemeinsamen Testfahrten fuhr Toyota hinterher.

Das Blatt wendete sich schon vor dem ersten Grand Prix, als ein Aerodynamik-Paket mit neuem Frontflügel, Dissusor und Zusatzflügeln montiert wurde. "Damit stieg der Abtrieb um fünf Prozent", sagt Kontrukeur Gustav Brunner. Beim GP Malaysia kam die nächste Aerodynamik-Evolution mit neuem Frontflügel. Nun hielten die Reifen, es folgte der Durchbruch.

Aerodynamik bei Hitze im Vorteil

Die Fahrer loben die einfache Fahrbarkeit des Autos. "In Bahrain habe ich das ganze Wochenende über praktisch nichts am Setup verändert", schwärmt Jarno Trulli. Lediglich Ralf Schumacher tut sich bei der Abstimmung zuweilen schwer. So ist der Deutsche einen Hauch langsamer als sein Teamkollege.

Die heißen Rennen in Sepang und Bahrain (über 40 Grad) begünstigten die Toyota wegen der großen Hitze. Das Aerodynamik-Konzept mit großen Seitenkästen erforderte keine zusätzlich bremsende Beatmung des Motors. Im kühleren Europa können die anderen Teams ihre Kühlflächen verkleinern. Das wird die Konkurrenz windschlüpfriger machen.

So arbeitet Gascoynes Mannschaft nun vor allem an der aerodynamischen Effizienz: Geringerer Luftwiderstand bei gleichem Abtrieb. Erster Erfolg: In Bahrain lagen die Toyota bei den Topspeedmessungen nicht mehr ganz hinten, sondern im Mittelfeld.

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