Trainingsanalyse GP Monaco 2017

Mercedes steht im Wald

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2017 Foto: sutton-images.com 97 Bilder

Auf keiner anderen Rennstrecke wird auf die Longruns so wenig Wert gelegt wie in Monte Carlo. Entscheidend ist die Startposition. Ferrari, Red Bull und Toro Rosso sind schon gut sortiert. Mercedes steht im Wald. Die Trainingsanalyse.

Der erste Blick geht in Monte Carlo auf die schnellste Rundenzeit. Wer am Start vorne steht, muss im Rennen nicht der Schnellste sein. Nirgendwo zählt die Rennsimulation so wenig wie auf einem Stadtkurs mit Überholverbot. Und wenn schon Max Verstappen sagt, dass Überholen unmöglich ist, dann müssen wir es glauben.

Der erste Trainingstag ist auf eine einfache Nachricht zu verdichten. Ferrari ist das Team, das man schlagen muss. Und hier vor allem Sebastian Vettel, der seinen SF70H in 1.12,720 Minuten um die Strecke peitschte. Es war die schnellste jemals gefahrene Rundenzeit auf dem berühmtesten Straßenkurs der Welt. Sie lag bereits 9 Zehntel unter der Pole Position des Vorjahres und 0,836 Sekunden unter seinem eigenen Rekord von 2011.

Ferrari war auch in den Longruns nicht zu schlagen. Vettel führte mit einem Schnitt von 1.15,915 Minuten über 15 Runden die Liste der Fahrer an, die auf Ultrasoft-Reifen ihre Rennsimulation abspulten. Kimi Räikkönen war mit 1.16,051 Minuten über ebenfalls 15 Runden der schnellste der kleinen Supersoft-Fraktion.

Mercedes bog mit dem Setup falsch ab

Auf eine Runde fuhr Vettel in einer eigenen Liga. Der Vorsprung auf Daniel Ricciardo betrug stolze 0,487 Sekunden. In den Longruns ging es enger zu. Da waren die Red Bull-Piloten nur ein, respektive zwei Zehntel von Vettel entfernt.

„Vettel hat zwei absolut freie Runden erwischt. Unsere Fahrer sind nicht ihre Zeiten nicht unter idealen Bedingungen gefahren. Am Samstag wird alles davon abhängen, wer die Chaosrunde optimal hinkriegt“, prophezeit Red Bull-Berater Helmut Marko. Ricciardo jubelte: „So stabil war das Heck des Autos das ganze Jahr nicht.“

Die Dauerläufe der Red Bull-Piloten sind sogar noch höher zu bewerten, weil beide durch die VSC-Phase nach dem Unfall von Lance Stroll unterbrochen wurden und beide Fahrer über Kimi Räikkönen als Bremse fluchten. „Der Kimi hat sich offenbar Verstappen immer als Opfer ausgesucht“, grantelte Marko mit.

Mercedes wird langsamer

Und wo war Mercedes? Am Morgen fuhr Lewis Hamilton mit 1.13,425 Minuten noch die Bestzeit, 0,196 Sekunden vor Sebastian Vettel. Doch am Nachmittag bei 10 Grad höheren Asphalttemperaturen und einem größeren Umbau der Fahrzeugabstimmung um kleine Schwachstellen auszubügeln kamen die Silberpfeile nicht in Fahrt. Hamilton verfehlte seine Bestzeit von der ersten Trainingssitzung um 0,448 Sekunden. Damit war Mercedes das einzige Team, das am Nachmittag langsamer wurde.

Ferrari, McLaren und Renault steigerten sich um 9 Zehntel, HaasF1 sogar um eine Sekunde. Aber auch Toro Rosso wurde um 8 Zehntel, Williams um 0,6 Sekunden und Red Bull sowie Force India um eine halbe Sekunde schneller. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas klagten im Gleichklang: „Wir finden keinen Grip und rutschen nur herum.“ Technikchef James Allison kommentierte: „Wir sind mit dem Setup falsch abgebogen.“ Bottas zeigte immerhin Galgenhumor: „Wir wissen jetzt wenigstens, was wir am Samstag nicht machen dürfen.“

Wegen der großen Probleme beim Spitzenreiter der Konstrukteurs-Wertung gibt es auch keine Longrun-Werte. Die Rundzeiten gingen auf und ab und sind deshalb wenig aussagekräftig. Ein Beispiel: Valtteri Bottas fuhr bei einem 9-Runden-Stint mit Ultrasoft-Reifen neben seiner persönlichen Bestzeit von 1.13,902 Minuten eine weitere 1.13er Runde, eine Zeit mit 1.14 Minuten und den Rest jenseits der 1.20er Marke.

Toro Rosso mischt bei den Top-Teams mit

Die Sensation des ersten Trainingstages waren die Toro Rosso. Daniil Kvyat und Carlos Sainz mischten mit ihren Kollegen von Red Bull und Räikkönen munter mit. „Alles eine Kopfsache“, urteilt Marko. „In Barcelona ist Kvyat mit einem unfahrbaren Auto noch Letzter. Hier fährt er, dass einem das Herz aufgeht.“ Streckenspionen wie Christian Danner fällt auf: „Der Toro Rosso geht von allen Autos am besten über die Randsteine.“

Auch HaasF1 überraschte. Kevin Magnussen war zwar auf eine Runde langsamer als Force India-Pilot Sergio Perez, machte aber über die Distanz die bessere Figur. Der Däne war im Dauerlauf auf den Ultrasoft-Reifen eine Zehntel schneller als Felipe Massa und vier Zehntel besser als Perez. Force India-Technikchef Andy Green meinte trotz der siebtschnellsten Runde von Perez mürrisch: „Wir sind mit dem mechanischen Setup in die falsche Richtung gelaufen.“

Die McLaren-Piloten hielten sich im Abstand von 35 Tausendstel zugunsten von Stoffel Vandoorne im guten Mittelfeld. „Wir können hier auf den Startplätzen 8 bis 12 landen“, macht sich Teamchef Eric Boullier Hoffnungen. Jenson Button hat sich ohne Probleme eingefügt. Nach 72 Trainingsrunden fuhr der Engländer, als wäre er nie weg gewesen. Im Longrun über 10 Runden war der Monaco-Sieger von 2009 im Schnitt sogar 15 Hundertstel schneller als Vandoorne.

Lange Gesichter dagegen bei Renault. So wird das nichts mit der 40-Jahr-Feier. Langsamer war nur noch Sauber. Beide Autos hatten technische Probleme. Nico Hülkenberg nagelte ein Batteriedefekt am Morgen fest, Jolyon Palmer ein Motorproblem am Nachmittag. „Kein Grip, keine Balance, und wir wissen nicht warum“, verzweifelte Hülkenberg.

In der Galerie finden Sie die Bilder des Trainingstags in Monaco.

Longrun-Zeiten Training GP Monaco 2017

Lonrgun-Zeiten GP Monaco 2017

Fahrer Ø längster Longrun Runden Reifentyp
1. Vettel 1.15,915 15 ultrasoft
2. Ricciardo 1.16,018 12 ultrasoft
3. Verstappen 1.16,103 10 ultrasoft
4. Kvyat 1.16,200 17 ultrasoft
5. Sainz 1.16,215 19 ultrasoft
6. Magnussen 1.16,426 19 ultrasoft
7. Massa 1.16,514 21 ultrasoft
8. Grosjean 1.16,776 15 ultrasoft
9. Perez 1.16,821 12 ultrasoft
10. Button 1.16,888 10 ultrasoft
11. Vandoorne 1.17,028 11 ultrasoft
12. Ocon 1.17,111 15 ultrasoft
13. Hülkenberg 1.17,265 13 ultrasoft
14. Ericsson 1.17,959 10 ultrasoft
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1. Räikkönen 1.16,051 15 supersoft
2. Ocon 1.16,641 9 supersoft
3. Perez 1.16,698 13 supersoft
4. Wehrlein 1.18,674 18 supersoft
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