Max Verstappen - Red Bull - GP China - Shanghai - Formel 1 - Freitag - 12.4.2019 Motorsport Images

Red Bull wieder auf Kurs

RB15 im Abstimmungsfenster

Red Bull versteht endlich sein Auto. Am Trainingsfreitag von Shanghai drehte Max Verstappen die drittschnellste Runde. Die Longruns stimmen Red Bull optimistisch. Nur der Zeitverlust auf den Geraden auf Ferrari schmerzt.

Dieser Auftakt verspricht ein gutes Wochenende für Red Bull. Max Verstappen belegte im ersten Training den vierten Platz und verbesserte sich im zweiten Training auf den dritten Rang. Auf die Tagesbestzeit von Valtteri Bottas fehlten nur 0,207 Sekunden. „Und der Max hatte zwei Haken drin in seiner Runde. Die Bottas-Zeit wäre für uns drin gewesen“, sagt Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko. Das spricht für einen Dreikampf beim 1.000 Grand Prix der Geschichte. Sebastian Vettel lag in seinem Ferrari nur 27 Tausendstel hinter dem Mercedes.

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Nicht nur die Leistung auf eine Runde lässt Red Bull hoffen. Auch die Longruns stimmen die Verantwortlichen optimistisch. „Wir waren schnell. Auf keinem Reifentyp hatten wir Probleme“, sagt Marko. Das ist eine Qualität, die wir vom RB15 nicht kennen. Womit wir beim entscheidenden Punkt für die Formsteigerung wären. In Bahrain fühlte sich Red Bull wohl auf den harten Reifen, kämpfte aber auf den weichen. Auf den klebrigeren Mischungen ging die Schere zu Ferrari und Mercedes auf.

Schnellreparatur für Shanghai

Red Bull haderte mit den Reifen und der Abstimmung. Der Wind vergrößerte die Schwierigkeiten. Die Ingenieure und Fahrer suchten nach dem passenden Setup. Der zweitägige Test nach dem Rennen in Bahrain hat Antworten gegeben. Red Bull versteht endlich sein Auto. Die Ingenieure haben die passende Zusammenstellung von Aerodynamik und Mechanik gefunden. Man hat dem RB15 die Fehler ausgetrieben. „Mit der Aerodynamik lag einiges im Argen. Das haben wir durch die Testfahrten korrigiert, ohne dafür neue Teile ans Auto zu bauen. Wir haben das bestehende Paket adaptiert“, verrät Marko. „Das hier ist die Schnellreparatur. In Barcelona kommt die nachhaltige Lösung.“

Marko führt das fehlende Verständnis für den RB15 an den ersten beiden Wochenenden auf die Testfahrten von Barcelona zurück. „Da haben uns die Unfälle zurückgeworfen. Wir konnten das Auto nie in der richtigen Konfiguration fahren.“ Pierre Gasly hatte bei den Wintertests zwei Mal das Auto abgelegt. Das kostete wertvolle Zeit, um ein Verständnis für das Auto aufzubauen. Da waren die Tests in Bahrain eine Wohltat. Hier konnte Red Bull Dinge ausprobieren, für die an Rennwochenenden keine Zeit bleibt. Die Ingenieure verbesserten ihr Knowhow über den RB15.

Pierre Gasly - Red Bull - GP China - Shanghai - Formel 1 - Freitag - 12.4.2019
Motorsport Images
Pierre Gasly fehlt noch das Vertrauen in den Red Bull.

Acht Zehntel Verlust auf Geraden

Plötzlich reagiert das Auto logisch auf Setup-Änderungen. Red Bull hat eine Basis-Abstimmung gefunden, die man über das Wochenende weiterentwickeln und feinjustieren kann. Zum ersten Mal in dieser Saison musste der RB15 zwischen den Trainings nicht groß umgebaut werden. Red Bull kennt die Richtung und lässt sich auch nicht in die Irre führen. „In Melbourne fuhr der Max mal hinter einem Mercedes. Ihr Auto war vom Fahrwerk sehr hart getrimmt und hoppelte über die Bodenwellen. Das hat auch Newey gesehen. Deshalb glaubten beide, wir müssen ebenfalls in diese Richtung gehen. Das war aber ein Trugschluss.“

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Mit Motorenpartner Honda ist Red Bull auch in China zufrieden. Auf Mercedes verliert man nur sehr wenig Zeit auf den Geraden. Gegenüber Ferrari ist der Verlust allerdings groß. Marko spricht von acht Zehntelsekunden, die das rote Auto dem dunkelblauen Rennwagen auf allen Geraden einschenkt. „Keine Ahnung, was die machen.“ Einer aus dem Fahrerlager streut ein. „Am Motor allein kann es nicht liegen. Vielleicht hat Ferrari einen schlauen Fahrwerks-Trick, um das Auto auf den Geraden abzusenken und den Luftwiderstand zu verringern.“

Red Bulls Sorgenkind bleibt Pierre Gasly. Dem Franzosen fehlt die Sicherheit im Auto. Noch hat Marko Geduld. Auch weil Gasly in bestimmten Phasen sein Potential aufblitzen lässt. „In Bahrain zum Beispiel war er im dritten Stint schneller als Verstappen.“

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