Trainingsanalyse GP Abu Dhabi

Wer kommt Rosberg in die Quere?

Nico Rosberg - GP Abu Dhabi 2016 Foto: Wilhelm 87 Bilder

In Abu Dhabi präsentierte sich das übliche Freitagsbild: Mercedes und Red Bull liegen in den Rennsimulationen Kopf an Kopf. Ferrari ist auf eine Runde stärker als erwartet. Alle Infos in unserer Trainingsanalyse.

Was soll sich beim 21. Grand Prix des Jahres noch groß ändern? Das Kräfteverhältnis ist festgefahren. Wie zuletzt an jedem Freitag fordert Red Bull Klassenprimus Mercedes in den Longruns heraus. Generell gilt: Red Bull legt bei den Rennsimulationen schneller los, bezahlt aber am Ende mit dem größeren Reifenabbau. Unter dem Strich liegen die Longrun-Zeiten eng zusammen.

Red Bulls Speerspitze im Dauerlauf war Daniel Ricciardo. Der Australier war mit den Ultrasoft-Reifen im Schnitt 2 Zehntel schneller als Lewis Hamilton, fuhr allerdings auch 2 Runden weniger. Was bei der weichsten Gummimischung auf den Durchschnittswert durchaus etwas ausmachen könnte. „Irgendwann haben die Vorderreifen angefangen zu körnen. Und dann gingen die Rundenzeiten schlagartig hoch“, erzählten die Mercedes-Ingenieure.

Bei Max Verstappen haben wir aus diesem Grund auf den Ultrasoft-Longrun verzichtet. Der Holländer verlor innerhalb von 3 Runden 1,7 Sekunden. Dafür landete er mit der Reifenmischung Soft nur ein Zehntel hinter Hamilton. Der kam auf dem härtesten Reifentyp auf eine Zeit von 1.45,565 Minuten über 12 Runden.

Verstappen musste wegen eines Motorproblems nach 7 Runden abbrechen, war aber mit einem Mittelwert von 1.45,624 Minuten bei der Musik. „Wegen eines Defekts in der Elektrik hat der Motor nicht mehr die volle Leistung abgegeben“, erklärte Teamchef Christian Horner.

Mercedes hält Konkurrenz auf Distanz

Trotz der knappen Abstände bei den Dauerläufen, sahen die Strategen bei Mercedes keinen Grund zum Alarm. „Spritbereinigt sind wir dreieinhalb Zehntel schneller als Red Bull und eine gute halbe Sekunde als Ferrari.“ Das könnte sich aber noch ändern, wenn Ferrari seine Probleme mit dem Körnen der Reifen noch in den Griff bekommt.

Sebastian Vettel war auf den Soft-Reifen bei seinem 17-Runden Stint enttäuschend langsam. Er verlor 1,6 Sekunden pro Runde auf Hamilton. „Ich habe am Ende Probleme mit den Vorderreifen bekommen. Vielleicht bin ich etwas zu aggressiv angegangen“, erklärte der Pilot.

Mercedes nimmt aber an, dass Vettel seinen Longrun mit 100 Kilogramm Benzin, also der vollen Tankfüllung begonnen hat. Das würde die bescheidenen Zeiten erklären. Am Ende stoppte Vettel ein Getriebeschaden. Keine Aufregung, es war nur das Freitagsgetriebe, das straffrei gewechselt werden darf. Kimi Räikkönen kam auf den Ultrasoft-Reifen auf keinen grünen Zweig. Immerhin führte der Finne die Rangliste der Supersoft-Dauerläufe an. Die aber nur 5 Fahrer im Feld benutzt haben.

Hamilton schlägt Rosberg im Longrun

Doch reden wir jetzt über das wichtigste Thema des Wochenendes. Wo steht Nico Rosberg im Vergleich zu Lewis Hamilton? Auf die erste Runde trennen die beiden WM-Kandidaten nur 79 Tausendstel. Ferrari liegt mit Sebastian Vettels Zeit und einem Rückstand von 0,269 Sekunden auf Schlagdistanz. Verstappen und Ricciardo hatten mehr als eine halbe Sekunde Rückstand. Zumindest Verstappen hatte eine Entschuldigung. „Gutierrez stand im Weg.“

Dabei fuhren die beiden Mercedes-Piloten in ihrer schnellsten Runde noch mit einem Handikap. Rosberg standen Felipe Nasr und Valtteri Bottas in Weg. Hamilton baute im Mittelsektor einen Fehler ein. Gleichstand also beim Kampf um die Pole Position. Bei den Rennsimulationen sieht im Moment Hamilton stärker aus. Mit den Ultrasoft-Reifen nur marginal um 2 Zehntel. Auf den Soft-Gummis deutlich mit einer halben Sekunde Vorsprung.

Rosberg und Hamilton drehten je 10 Runden auf der weichsten Gummimischung. Dabei kam Hamilton auf einen Schnitt von 1.46,207 Minuten, Rosberg auf 1.46,475 Minuten. Auf dem härtesten Reifentyp spulte Hamilton 12 und Rosberg 14 Runden ab. Hamilton mit dem Mittelwert von 1.45,565 Minuten, Rosberg mit 1.46,048 Minuten.

McLaren noch nicht auf Punktekurs

Auch hinter den großen Drei bot sich das übliche Bild. Williams kann Force India auf eine schnelle Runde herausfordern, liegt aber in den Longruns zurück. Trotzdem ist Nico Hülkenberg nicht zufrieden. „Die Ultrasoft-Reifen waren schnell platt. Und mit den Soft-Reifen stimmte die Balance nicht.“ Sergio Perez kritisierte: „Wir sind zu weit von den Top 3 weg.“

Auf den Ultrasoft-Reifen mischte sich überraschend Jolyon Palmer in das Verfolgerfeld. Der Engländer war glücklich mit der Balance seines Renault R.S.16, bemängelte aber noch einen starken Reifenabbau mit viel Benzin an Bord. McLaren-Honda hat seine Vorschusslorbeeren noch nicht eingelöst. Fernando Alonso liegt entgegen seiner Ankündigung im Mittelfeld.

Pirelli konzentrierte sich bei seiner Reifenanalyse nur auf das zweite Training. „Das erste kannst du vergessen, weil sich die Strecke so rasant verbessert hat. Wer zuletzt mit frischen Reifen auf der Strecke war, steht weit vorne. So kam es, dass die Soft-Reifen am Ende bessere Rundenzeiten gebracht haben, als die Ultrasoft-Reifen am Anfang“, erklärte Chefingenieur Mario Isola.

Nach Ansicht der Teams ist ein Zweistopprennen mit der Reifenfolge ultrasoft-soft-soft die erfolgreichste Strategie. Pirelli traut sich noch nicht zu sagen, ob man ein Einstopprennen riskieren kann. „Dazu müsste der Ultrasoft-Reifen mindestens 20 und der Soft-Reifen 35 Runden halten. Das wird knapp“, fürchtet Isola. Seine Prognose nach dem Freitag: Der Ultrasoft-Reifen sollte idealerweise nach 15 Runden getauscht werden, der Soft-Reifen nach maximal 30 Umläufen.

Ultrasoft unbeliebt bei Teams

Die Reifenverteilung zeigte schon vor dem Wochenende, auf welche Reifentypen sich die Teams konzentrieren wollen. Den Soft-Reifen, der ewig hält, und den Ultrasoft-Gummi, der auf eine Runde klar die schnellsten Rundenzeiten liefert. Das Delta zu den Soft-Reifen beträgt je nach Auto zwischen 1,3 und 1,5 Sekunden. Der Unterschied zwischen Ultrasoft und supersoft liegt bei 4 Zehnteln.

Der Supersoft-Reifen ist über eine Spanne von 15 Runden so schnell wie der Ultrasoft-Typ, doch er hat eben den besagten Nachteil auf eine Runde. Deshalb ließen die meisten Teams die Finger davon. Nur Räikkönen, Bottas, Nasr, Palmer und Gutierrez haben einen Longrun auf diesem Reifentyp probiert. Viele hatten nur 2 Garnituren davon bei Pirelli bestellt. Sebastian Vettel, Felipe Massa, Jenson Button und Fernando Alonso haben sogar nur einen Satz in ihrem Kontingent.

Die Bilder des Trainings finden Sie in der Galerie.

Longrun-Analyse GP Abu Dhabi 2016

Fahrer Ø längster Longrun Runden Reifentyp
1. Ricciardo 1.45,997 8 ultrasoft
2. Hamilton 1.46,207 10 ultrasoft
3. Rosberg 1.46,475 10 ultrasoft
4. Massa 1.47,056 8 ultrasoft
5. Perez 1.47,290 9 ultrasoft
6. Palmer 1.47,312 8 ultrasoft
7. Hülkenberg 1.47,477 6 ultrasoft
8. Alonso 1.47,716 8 ultrasoft
9. Bottas 1.47,739 9 ultrasoft
10. Gutierrez 1.48,546 9 ultrasoft
11. Ericsson 1.48,719 5 ultrasoft
12. Ocon 1.49,016 10 ultrasoft
13. Nasr 1.49,567 9 ultrasoft
14. Magnussen 1.49,929 10 ultrasoft
1. Räikkönen  1.46,344 11 supersoft
2. Bottas 1.48,340 17 supersoft
3. Nasr 1.48,419 10 supersoft
4. Palmer 1.48,525 9 supersoft
5. Gutierrez 1.49,024 7 supersoft
1. Hamilton 1.45,565 12 soft
2. Verstappen 1.45,624 7 soft
3. Ricciardo 1.46,007 13 soft
4. Rosberg 1.46,048 14 soft
5. Perez 1.47,172 14 soft
6. Vettel 1.47,177 17 soft
7. Hülkenberg 1.47,494 15 soft
8. Massa 1.47,511 14 soft
9. Alonso 1.47,599 10 soft
10. Ericsson 1.48,514 1712 soft
11. Ocon 1.48,607 15 soft
12. Wehrlein 1.49,381 20 soft
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