Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Bahrain - 1. April 2016 sutton-images.com
Nico Rosberg - Mercedes - GP Bahrain - Formel 1 - 1. April 2016
Stoffel Vandoorne - McLaren - GP Bahrain - Formel 1 - 1. April 2016
Stoffel Vandoorne - McLaren - GP Bahrain - Formel 1 - 1. April 2016
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Trainingsanalyse GP Bahrain 2016

Mercedes sechs Zehntel vor Ferrari

Auf eine Runde ist Mercedes nicht zu schlagen. Der Rückstand von Ferrari beträgt nach Mercedes-Analyse 6 Zehntel. Im Rennen ist Ferrari wieder näher dran. Das sagen die Rennsimulationen von Kimi Räikkönen. Zu Sebastian Vettel gibt es keine Referenz.

Diesmal gab es keinen Regen wie am Freitag in Melbourne. Nur einen böigen Wind, der in den Kurven 4, 6, 7, 8 und 11 von hinten blies. Trotzdem geben die Longrun-Analysen nur ein unvollständiges Bild. Schuld waren 2 virtuelle Safety-Car-Phasen wegen des Frontflügelbruchs von Romain Grosjean und des geparkten Ferrari von Sebastian Vettel am Pistenrand. Am Ferrari hatte sich das linke Hinterrad gelockert. Die beiden Tempolimits haben viele Longruns in der zweiten Hälfte des zweiten Trainings unterbrochen.

So gibt es von Mercedes keine brauchbaren Rennsimulationen auf der Reifensorte Soft. Den letzten Satz Medium-Reifen hält sich Mercedes für das Rennen in der Hinterhand. Von Sebastian Vettel fehlen sämtliche Longrun-Daten. Seine Anläufe wurden immer wieder durch Verkehr, Fehler und am Ende das technische Problem unterbrochen. "Wir haben keine Referenz zu Vettel", bedauern auch die Mercedes-Ingenieure.

Räikkönen im Longrun der Schnellste

Noch nicht einmal die schnellsten Runden geben einen Aufschluss zum Kräfteverhältnis. Auch dem Papier war Kimi Räikkönen im schnelleren der beiden Ferrari um 1,451 Sekunden langsamer als der Trainingsschnellste Nico Rosberg. Der Finne geriet bei seiner Runde auf den Supersoft-Sohlen in Verkehr. Vettel baute zwei Ausrutscher ein. Dafür fehlten dem Deutschen im direkten Vergleich auf den Soft-Reifen auf Rosberg nur 4 Zehntel.

"Unsere Analysen gehen im Moment von einem Vorsprung von 6 Zehntel aus", verrät Teamchef Toto Wolff. Der Österreich fügt aber hinzu: "Im Rennen ist es enger."

Wirklich vergleichbar sind aber auch die Longruns der beiden Top-Teams nicht. Räikkönen fuhr auf den Medium-Gummis mit einem Schnitt von 1.36,341 Minuten über 18 Runden den besten Dauerlauf. Lewis Hamilton kam nach 9 Runden auf den Supersoft-Reifen auf ein Mittel von 1.36,341 Minuten, zwei Zehntel schneller als Rosberg, der allerdings noch eine zehnte Runde dranhängte.

Die Supersoft-Kleber brechen allerdings schon nach 6 Runden dramatisch ein. Wer nicht muss, wird diesen Reifentyp im Rennen nicht einsetzen. Das macht die Startplätze 9 und 10 besonders attraktiv. Weil die Fahrer auf diesen Positionen nach den ersten Boxenstopps in Führung liegen werden. Und weil sie sich möglicherweise einen Boxenstopp ersparen können. Bei Räikkönens Longrun auf Supersoft zeigte sich der Abstand zu den Mercedes deutlicher. Der Finne kam nach 10 Runden auf 1.37,468 Minuten.

Wird der Medium-Reifen in Bahrain zur Geheimwaffe?

Dazwischen hängt wieder einmal Max Verstappen in dem erstaunlich schnellen Toro Rosso. Der Holländer fuhr 9 Runden auf den Supersoft-Reifen und lag mit 1.37,069 Minuten im Mercedes-Sandwich. Dafür kam er über 12 Runden auf der Soft-Garnitur mit 1.39,216 Minuten nur auf Rang 18.

Auch der weiche Reifen verschleißt schneller als erwartet. Das könnte den Medium-Reifen wie im Vorjahr am Renntag zur Geheimwaffe machen. Er ist auf eine Runde nicht besonders schnell, über die Distanz aber mit Abstand am konstantesten. Das deuten die zwei Longruns von Valtteri Bottas an. Der Finne war nach 17 Runden auf der härtesten Mischung mit 1.38,573 Minuten fast genauso schnell wie bei seinem 12-Runden-Dauerlauf auf Supersoft. Nur, dass da die Kurve steil nach unten zeigte.

Die Force India-Piloten machten ein langes Gesicht. "Wir hatten Probleme mit der Balance und dem Grip und waren überraschend langsam. Dabei ging es am Morgen noch ganz gut", meinte Nico Hülkenberg.

Der lange Rheinländer führte zwei mögliche Gründe an. "Je kühler es wurde, umso mehr hatten wir Probleme die Reifen auf Temperatur zu halten. Und wir waren in einem ziemlich niedrigen Motor-Modus unterwegs." Technikchef Andy Green bestätigte: "Wir sind mit weniger Motor-Power gefahren als üblicherweise am Freitag. Jetzt hoffen wir, dass das die einzige Erklärung für unsere Rundenzeiten ist."

McLaren überraschend stark auf Power-Strecke

Eine Überraschung ist auch der dritte Platz von Jenson Button im Vergleich der schnellsten Runden. "Dabei ist Bahrain bestimmt nicht unsere beste Strecke", gestand Teamchef Eric Boullier ein. Das Stop-and-Go mit den langen Geraden favorisiert eigentlich Autos mit starken Motoren. Dem Honda fehlt es aber immer noch massiv an Power. Boullier versicherte: "Wir haben nichts anders gemacht als sonst an einem Freitag."

Auch im Longrun hielt sich Button im vorderen Drittel des Feldes auf. Jedenfalls auf den weichsten Reifen im Angebot. Nach 7 Runden auf Supersofts betrug der Durchschnitt 1.38,091 Minuten. Mit dem Medium-Gummi landete der McLaren-Pilot dann allerdings im Bereich der HaasF1, Sauber und der Renault.

Stoffel Vandoorne beendete seinen ersten offiziellen Tag im Formel 1-Cockpit auf einem guten elften Platz. Dabei hatte der Belgier bei seiner ersten Fahrt im MP4-31 noch Bremsprobleme. "Ohne die Verbremser wäre er schneller als Button gewesen", beteuerten die McLaren-Ingenieure.

GP Bahrain 2016: Longrun-Analyse

Fahrer Longrun-Schnitt Runden Reifen
1.Räikkönen 1.36,341 18 medium
2. Hamilton 1.36,879 9 supersoft
3. Verstappen 1.37,069 9 supersoft
4. Rosberg 1.37,094 10 supersoft
5. Räikkönen 1.37,468 10 supersoft
6. Perez 1.37,859 8 supersoft
7. Button 1.38,091 7 supersoft
8. Hülkenberg 1,38,136 7 supersoft
9. Ricciardo 1.38,348 12 supersoft
10. Bottas 1.38,360 11 supersoft
11. Grosjean 1.38,480 7 supersoft
12. Bottas 1.38,573 17 medium
13. Gutierrez 1.38,650 6 supersoft
14. Kvyat 1.38,657 10 supersoft
15. Kvyat 1.38,789 13 soft
16. Wehrlein 1.39,015 5 soft
17. Massa 1.39,143 16 medium
18. Verstappen 1.39,216 12 soft
19. Massa 1.39,322 9 supersoft
20. Palmer 1.39,732 10 supersoft
21. Button 1.39,789 12 medium
22. Ericsson 1.40,230 11 medium
23. Magnussen 1.40,285 18 soft
24. Nasr 1.40,308 11 medium
25. Gutierrez 1.40,437 11 soft
26. Hülkenberg 1.40,796 13 medium
27. Perez 1.41,031 9 medium
28. Nasr 1.41,672 10 soft
29. Palmer 1.41,786 9 soft
Motorsport Aktuell Nico Rosberg - GP Bahrain 2016 GP Bahrain 2016 (Ergebnis Training 2) Rosberg Schnellster, Probleme bei Vettel

Nico Rosberg hat sich im zweiten Bahrain-Training die Bestzeit gesichert.

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