Kimi Räikkönen - Ferrari - GP China - Shanghai - Samstag - 8.4.2017 xpb

Trainingsanalyse GP China 2017

Ferrari gibt den Ton an

Ferrari belegte im dritten Training die Plätze 1 und 2. Auch in den Longruns waren die roten Autos schneller als die Mercedes. Red Bull steckt weiter in großen Problemen.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff ließ keine Ausreden zu: „Ferrari ist im Moment schneller als wir.“ Ja, Valtteri Bottas verlor schon früh im Training seinen T-Flügel, der aus Zeitgründen nicht ersetzt wurde. „Das hat ihn aber nicht viel Zeit gekostet.“ Es stimmt, dass Lewis Hamilton in seine schnellste Runde mit zwei Sektor-Bestzeiten einen großen Fehler in die Haarnadel einbaute, doch zur Bestzeit hätte es laut Wolff nicht gereicht. „Bestenfalls zu einer Zeit von 1.33,5 Minuten.“

Wolff lässt keine Entschuldigung gelten

Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen waren zwei Zehntel schneller. „Und wir sind unsere schnellsten Runden zu einer Zeit gefahren, in der die Strecke um zwei Zehntel schneller war als bei Ferrari“, erklärt Wolff. Das Bild auf eine Runde setzte sich in den Longruns fort. Kimi Räikkönen lag auf den Supersoft-Sohlen im Schnitt um über eine Sekunde vor Lewis Hamilton. Der Finne drehte allerdings auch nur fünf Runden und baute immer wieder eine langsame Runde dazwischen ein. Hamilton war 15 Runden am Stück unterwegs.

Im Vergleich der Soft-Mischung lag Sebastian Vettel mit 1.39,403 Minuten im Mittel über 7 Runden drei Zehntel vor Valtteri Bottas, der wie Hamilton eine Serie von 15 Runden drehte. Wolff ließ auch hier keine Entschuldigungen zu und verwies auf den starken zweiten Sektor der Ferrari. „Die lenken in den schnellen Kurven ein Mal ein, ein Mal aus, und das Auto bleibt absolut stabil.“ Bei Mercedes war der eine oder andere Wackler zu sehen. Das kann auf die Dauer auf die Reifen gehen.

Um nicht wie in Melbourne in die Reifenfalle zu tapsen, legten die Mercedes-Piloten bewusst viele Runden am Stück zurück. Ferrari begnügte sich mit einem sparsameren Programm. Was die neue Selbstsicherheit des ersten Saisonsiegers demonstriert. Vettel fürchtet nur, dass Mercedes für eine Qualifikationsrunde etwas mehr Power abrufen kann.

Red Bull hat Probleme nicht gelöst

Red Bull hat trotz des Aero-Pakets seine Probleme nicht gelöst. Im Gegenteil. In der schnellsten Runde fehlten Max Verstappen 1,6 und Daniel Ricciardo 1,7 Sekunden auf die Bestwerte. Da schob sich sogar Felipe Massa zwischen die beiden Red Bull. Verstappen und Ricciardo litten vor allem dort, wo Red Bull früher so stark war. Es war mit freiem Auge zu erkennen, dass die Fahrer in den schnellen Kurven immer wieder korrigieren mussten. Das spricht für plötzlichen Abtriebsverlust.

Der Vergleichstest mit zwei unterschiedlichen Frontflügel spricht auch nicht für übertriebenes Vertrauen in das Auto. Verstappen probierte einen Flügel mit einer einteiligen Kaskade, Ricciardo einen mit zwei Elementen in der zweiten Etage. Im Dauerlauf fehlte den Red Bull-Piloten auf der Supersoft-Mischung eine gute Sekunde auf Ferrari.

Überraschend kommt die Longrun-Bestzeit von Lance Stroll mit 1.38,251 Minuten auf dem Reifentyp soft. Der 18-jährige Kanadier war dabei immerhin 12 Runden unterwegs. Im Vergleich zu Felipe Massa klärt sich die Bestzeit auf. Massa schaffte über eine vergleichbare Distanz nur eine Zeit von 1.40,109 Minuten. Da war eindeutig mehr Benzin im Tank.

Überraschend stark präsentierte sich Renault. Nico Hülkenberg schlug mit seinem 14-Runden Turn auf den Supersoft-Reifen sogar Hamilton. Der Deutsche lag damit eine Sekunde vor den beiden Toro Rosso und 1,2 Sekunden vor Romain Grosjean im HaasF1. Die großen Abstände zu den direkten Konkurrenten im Mittelfeld lassen vermuten, dass auch hier der Spritfaktor eine Rolle spielt. Force India entzog sich gänzlich der Bewertung. Sergio Perez und Esteban Ocon fuhren abwechselnd schnell und langsam. Ihre Longruns hatten deshalb keine Aussagekraft.

Longrun-Analyse GP China 2017

Fahrer ⌀ längster Longrun Runden Reifentyp
1. Räikkönen 1.38,787 Min. 5 Supersoft
2. Ricciardo 1.39,718 9 Supersoft
3. Verstappen 1.39,839 9 Supersoft
4. Hülkenberg 1.39,960 14 Supersoft
5. Hamilton 1.39,971 15 Supersoft
6. Sainz 1.40,862 14 Supersoft
7. Kvyat 1.41,111 14 Supersoft
8. Magnussen 1.41,180 9 Supersoft
9. Grosjean 1.41,273 9 Supersoft
       
1. Stroll 1.38,251 12 Soft
2. Vettel 1.39,403 7 Soft
3. Bottas 1.39,744 15 Soft
4. Massa 1.40,109 11 Soft
5. Palmer 1.41,299 11 Soft
6. Ericsson 1.41,975 14 Soft
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