Trainingsanalyse GP Deutschland

Mercedes auch ohne FRIC schnell

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim - 18. Juli 2014 Foto: xpb 95 Bilder

Der Verzicht auf das vernetzte Fahrwerk (FRIC) hat das Feld nicht durcheinandergewirbelt. Mercedes liegt weiter an der Spitze. Auf eine Runde und im Longrun. Mit etwas weniger Vorsprung. Um Platz 2 im Renntrim streiten sich Red Bull und Force India.

Alle Augen waren auf Mercedes gerichtet. Würde der Ausbau des vernetzten Fahrwerks (FRIC) den Seriensiegern ein Bein stellen? Die Konkurrenz hatte es gehofft. Doch an der Spitze hat sich nichts geändert. Beide Trainingssitzungen am Freitag wurden von Mercedes-Fahrern beherrscht. Nur der Vorsprung schrumpfte.

Nico Rosberg hatte am Morgen 0,292 Sekunden zwischen sich und Fernando Alonso gelegt. Lewis Hamilton lag am Nachmittag nur 0,102 Sekunden vor Daniel Ricciardo. "So nah waren wir schon seit Monaco nicht mehr dran", atmete Teamchef Christian Horner auf. Und er machte sich Mut: "Unsere Chance kommt in Budapest und Singapur."

Hamilton mit dem schnellsten Longrun

Experten prophezeien, dass der Verzicht auf FRIC erst im Rennen seine Wirkung zeigen würde. Wer vorher ein gutes System hatte, würde mit höherem Reifenverschleiß bezahlen. Mercedes schaffte 13 Runden auf den Supersoft-Gummis. Die Vorgabe von Pirelli liegt bei 15 Runden. Sebastian Vettel fuhr 23 Runden auf den weichen Gummis. Doch im Schnitt der Rundenzeiten liegt Mercedes weiter vorne. "Rund drei Zehntel", rechnete Niki Lauda vor.

Hamilton war mit einem Durchschnitt von 1.22,690 Minuten auf den Supersoft-Reifen der Schnellste. Gefolgt von Rosberg mit 1.22,922 Minuten. Auf der härteren Mischung drehte Rosberg den Spieß um. 1.23,019 Minuten für den WM-Leader. Hamilton kam auf 1.23,107 Minuten. Rosberg berichtete, dass sich das Auto ohne FRIC anders anfühlt: "Vor allem vom Einlenken bis zum Scheitelpunkt. Da ist es angenehmer zu fahren. Das Problem ist der Kurvenausgang, weil dann die Vorderachse nicht mehr unten bleibt, sondern nach oben kommt."

Force India fordert Red Bull heraus

Die Mercedes-Piloten meinten, dass man ohne FRIC benachteiligt sei. Teamchef Toto Wolff will mit einer Bewertung abwarten. "Es wird ein paar Rennen dauern, bis wir eine klare Aussage treffen können, wie sich der Ausbau von FRIC auswirkt. Uns machen die weichen Reifen mehr Sorgen. Sie sind für diese Hitze zu weich." Aber deutlich schneller als die harten. In der ersten Runde um eine Sekunde.

Um Platz 2 hinter den Mercedes streiten sich Red Bull und Force India. Richtig gehört. Auf eine Runde liegen die Force India-Piloten unauffällig im Mittelfeld. Das hat Gründe. Nico Hülkenberg musste in seiner ersten Runde auf den extraweichen Reifen wegen einer gelben Flagge im Motodrom vom Gas. Sergio Perez baute einen Fehler ein. Im Longrun lief es besser. Perez lag auf den weichen Reifen mit 1.22,941 Minuten auf Rosberg-Niveau. Hülkenberg kam auf 1.23,570 Minuten im Schnitt. Der Deutsche war auf den Supersofts aber auch fünf Runden länger unterwegs als Perez.

Das lag im Bereich der Red Bull. Sebastian Vettel sucht auf frischen Reifen noch nach Grip: "Da habe ich mich nicht gut gefühlt." Im Dauerlauf ging es besser. Keiner war so lang ohne Boxenstopp auf der Mischung "supersoft" unterwegs. Insgesamt 23 Runden. Dafür konnte sich der Schnitt von 1.23,694 Minuten sehen lassen. Daniel Ricciardo nahm Vettel in der ersten Runde acht Zehntel ab. Der Australier fuhr zuerst einen 12-Runden-Dauerlauf auf Supersoft-Reifen mit 1.23,284 Minuten. Später hängte er noch 10 Runden mit den härteren Sohlen und einem Mittelwert von 1.23,152 Minuten dran.

Räikkönen so stark wie noch nie

Ferrari teilte die Arbeit auf. Kimi Räikkönen fühlte sich in seinem F14T so gut wie schon lange nicht mehr. Der Finne war mit 1.23,470 Minuten rund eine halbe Sekunde langsamer als die Mercedes. Fernando Alonso fuhr über 16 Runden mit der härteren Mischung 1.23,917 Minuten im Mittelwert.

Die zuletzt so starken Williams konnten noch nicht überzeugen. Felipe Massa lag sowohl auf eine Runde als auch über die Distanz hinter Ferrari. Mit 1.23,644 Minuten über 11 Runden fehlten dem Brasilianer zwei Zehntel auf Räikkönen. Dafür konnte er Kevin Magnussen im schnelleren der beiden McLaren in Schach halten. Der Däne kam auf 1.23,836 Minuten.

Lotus scheint vom FRIC-Verzicht am meisten betroffen. Es ist das Team, das mit dem System am längsten gefahren ist. Offenbar war die Aerodynamik über die Jahre für Windkanalverhältnisse gebaut. Romain Grosjean bedauerte: "Der erste Eindruck war: Unser Auto ist leichter zu fahren. Wenn wir aber auf die Uhr schauen, haben wir mehr verloren als die anderen."

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