Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Japan - Suzuka - Freitag - 7.10.2016 sutton-images.com
Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - Freitag - 7.10.2016
Romain Grosjean - HaasF1 - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - Freitag - 7.10.2016
Romain Grosjean - HaasF1 - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - Freitag - 7.10.2016
Romain Grosjean - HaasF1 - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - Freitag - 7.10.2016 87 Bilder

Trainingsanalyse GP Japan 2016

Red Bulls Kampfansage an Mercedes

Die Zeitentabelle vermittelt das falsche Bild. Da liegt Red Bull weit hinter Mercedes. Doch die Longruns sprechen eine andere Sprache. Red Bull schickte wie schon in Malaysia eine Kampfansage an die Silberpfeile. Und hofft, dass in der Qualifikation der Regen hilft.

Gibt es in Suzuka die Neuauflage des Duells Mercedes gegen Red Bull? Viel spricht dafür. Nur nicht die besten Rundenzeiten des Freitagstrainings. Da lagen Nico Rosberg und Lewis Hamilton im Abstand von nur 72 Tausendstel klar in Führung. Den Red Bull-Piloten fehlten acht Zehntel und mehr. Dafür gab es Gründe. Max Verstappen und Daniel Ricciardo mussten ihre schnellsten Runden wegen einer VSC-Phase abbrechen. Ricciardo lag zu dem Zeitpunkt bereits 1,3 Sekunden unter seiner besten Zeit, die am Ende nur zu Rang 12 reichte.

In den Longruns sieht es nach einem engen Rennen zwischen Mercedes und Red Bull aus. Auf den weichen Reifen hat Lewis Hamilton mit 1.37,817 Minuten über 11 Runden die Nase vorn. Zwei Zehntel vor Nico Rosberg und Verstappen, vier Zehntel vor Ricciardo. Auf den harten Reifen sind die beiden Red Bull schneller. Ricciardo gelang mit 1.37,905 Minuten über 11 Runden der Bestwert, dicht gefolgt von Verstappen mit 1.38,040 Minuten und Hamilton mit 1.38,126 Minuten.

Harte Mischung ist der beste Rennreifen

Der harte Reifen kristallisierte sich am Freitag als der beste Rennreifen heraus. Er ist schneller als der Medium-Gummi. In der ersten Runde verliert er je nach Auto zwar zwischen 1,2 und 1,5 Sekunden auf die Mischung soft, doch der Unterschied nivelliert sich schnell. Schon nach einer Runde bricht der weichste Reifen um eine Sekunde ein. Die Teams rechnen, dass sie im ersten Stint zwischen 12 und 15 Runden damit fahren können.

Pirelli-Chefingenieur Mario Isola erklärt, warum sich der harte Reifen in Suzuka zum Favoriten aufschwingt. „Die Lauffläche ist steif. Das gibt Seitenhalt in den schnellen Kurven. Durch die hohen Fliehkräfte und den rauen Asphalt kommt der Gummi schnell auf Temperatur. Die Reifen werden auch ziemlich gleich belastet, weil es wegen des Achters fast gleich viele Links- wie Rechtskurven gibt.“ Tatsächlich führen 8 Kurven nach links, 10 Kurven nach rechts.

Red Bull-Berater Helmut Marko sieht sogar noch Steigerungspotenzial für seine Fahrer: „Wir können bei der Feinabstimmung des Chassis und der Fahrbarkeit des Motors noch zulegen und sind jetzt schon auf dem Stand von Mercedes.“ Der Grazer macht es an den Sektorzeiten fest: „Uns fehlt noch ein bisschen Rundenzeit im ersten Sektor. Und das ist normalerweise unser bester Abschnitt.“ Die Mercedes-Ingenieure bestätigen: „Red Bull ist in der Rennsimulation mit uns auf Augenhöhe.“

Kann Mercedes auf eine Runde Leistung zulegen?

Auf eine Runde sehen sich die Mercedes-Leute um vier Zehntel vorne. Marko schätzt eher „zwei oder drei“. Er hält sogar den Angriff auf die erste Startreihe für möglich: „Nach dem Motorschaden wird Mercedes in der Qualifikation nicht so aufdrehen wie sonst.“ Das wird im Lager der Silberpfeile bestritten. Vielleicht kommt Red Bull auch der Regen zu Hilfe. Es gibt eine gute Chance, dass die Strecke im entscheidenden Training nass ist. Mercedes wünscht sich dagegen eine trockene Fahrbahn. „Auf Intermediates ist uns Red Bull überlegen“, fürchtet Chefingenieur Andrew Shovlin.

Und Ferrari? „Besser als es aussieht. Ich hatte ein technisches Problem und war auch mit der Balance des Autos nicht ganz zufrieden, so dass ich den Longrun mit den Medium-Reifen sausen lassen musste. Unter den Umständen war mein Dauerlauf mit den harten Reifen in Ordnung. Bei Kimi lief es besser. Und er ist nicht weit weg von Mercedes und Red Bull“, urteilte Sebastian Vettel.

Tatsächlich absolvierte Räikkönen auf dem weichen Reifen den schnellsten Dauerlauf. Doch die 1.37,647 Minuten bezogen sich nur auf eine Distanz über 8 Runden. Hamilton, Rosberg, Verstappen und Ricciardo waren jeweils über 11 Runden unterwegs. Wegen der starken Reifenabnutzung fällt jede zusätzliche Runde im Mittelwert überproportional ins Gewicht. Ein ähnliches Bild präsentierte sich auf dem Medium-Gummi. Räikkönen war mit 1.38,506 Minuten Zweitschnellster hinter Rosberg, er fuhr aber auch drei Runden weniger. Eigentlich lag die Differenz bei fünf Runden, doch weil Rosberg nach zwei Umläufen den Frontflügel verstellen ließ, fallen diese bei der Berechnung des Longrun-Schnitts heraus.

Ferrari experimentierte wieder viel mit Aerodynamik-Entwicklungen herum. Der Batman-Flügel unter der Nase und die neuen Leitbleche sind zurück. Außerdem wurden zwei Frontflügel miteinander verglichen. Ein neues Modell war in der Nacht zuvor in Japan eingetroffen.

McLaren mit gleicher Taktik wie in Malaysia?

Im Mittelfeld machte wieder einmal Force India die beste Figur. Nico Hülkenberg landete auf den Soft-Reifen auf Rang 6 hinter den drei Topteams. Doch Williams war nicht so weit entfernt. Valtteri Bottas platzierte sich mit einem Zehntel Rückstand im Force India-Sandwich. Sergio Perez war auf den weichen Sohlen allerdings fünf Runden länger unterwegs als der Finne.

Mit den harten Reifen waren Perez und Hülkenberg sogar besser als Vettel. Die McLaren-Honda lagen bei ihrem Heimspiel in den Longruns weit zurück. Dafür lässt die achtschnellste Rundenzeit von Fernando Alonso hoffen. Da sich in Malaysia am Freitag das gleiche Bild präsentierte, McLaren dann aber im Rennen überraschend stark war, muss man davon ausgehen, dass Fernando Alonso und Jenson Button in der zweiten Trainingssitzung mit schweren Autos unterwegs waren. Honda hat übrigens von der FIA einen Token zurückbekommen. Die Änderungen am Block gelten jetzt als Maßnahme mit dem Ziel zur Verbesserung der Standfestigkeit.

Trainingsanalyse GP Japan 2016

Fahrer Ø längster Longrun Runden Reifentyp
1. Räikkönen 1.37,647 7 soft
2. Hamilton 1.37,817 11 soft
3. Rosberg 1.38,094 11 soft
4. Verstappen 1.38,095 10 soft
5. Ricciardo 1.38,302 11 soft
6. Hülkenberg 1.39,459 10 soft
7. Bottas 1.39,584 8 soft
8. Perez 1.39,695 13 soft
9. Massa 1.39,732 11 soft
10. Kvyat 1.39,871 17 soft
11. Grosjean 1.39,916 12 soft
12. Palmer 1.40,317 11 soft
13. Alonso 1.40,324 14 soft
14. Magnussen 1.40,422 17 soft
15. Nasr 1.40,648 12 soft
16. Button 1.41,147 10 soft
17. Ocon 1.41,529 11 soft
       
1. Rosberg 1.38,314 11 medium
2. Räikkönen 1.38,506 8 medium
3. Massa 1.39,551 13 medium
4. Palmer 1.40,161 15 medium
5. Button 1.40,570 9 medium
6. Ocon 1.40,960 15 medium
7. Ericsson 1.41,317 13 medium
       
1. Ricciardo 1.37,905 11 hard
2. Verstappen 1.38,040 11 hard
3. Hamilton 1.38,126 14 hard
4. Perez 1.38,667 16 hard
5. Hülkenberg 1.38,841 17 hard
6. Vettel 1.39,158 17 hard
7. Alonso 1.39,607 11 hard
8. Bottas 1.39,873 16 hard
9. Sainz 1.40,088 18 hard
10. Magnussen 1.40,484 8 hard
11. Grosjean 1.40,751 9 hard
12. Wehrlein 1.41,680 18 hard
Motorsport Aktuell Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - Freitag - 7.10.2016 GP Japan 2016 (Ergebnis 2. Training) Rosberg wieder vor Hamilton

Nico Rosberg schließt den ersten Tag in Suzuka auf der Spitzenposition ab.

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