Kimi Räikkönen - GP Mexiko 2016 Ferrari
Jenson Button - McLaren - Formel 1 - GP Mexiko - 28. Oktober 2016
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Mexiko - 28. Oktober 2016
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Mexiko - 28. Oktober 2016
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Mexiko - 28. Oktober 2016 85 Bilder

Trainingsanalyse GP Mexiko 2016

Wie gut ist Ferrari wirklich?

Sebastian Vettel lässt Ferrari glänzen. Doch kann er die Bestzeit am Freitag im Rennen auch umsetzen? Vettels Longrun auf den harten Reifen war besser als der von Nico Rosberg. Den Red Bull fehlt auf eine Runde Zeit, doch in den Rennsimulationen liegen sie wieder einmal vorn.

Das Autodromo Hermanos Rodriguez überraschte Fahrer und Ingenieure. Der Asphalt ist ein Jahr älter, hat viele Rennen hinter sich, bietet aber nicht mehr Grip. Trotzdem liegen die Rundenzeiten nur noch 3 Zehntel über der letztjährigen Pole Position, gefahren von Nico Rosberg mit 1.19,480 Minuten.

Zweite Überraschung. Die Wettervorhersage bessert sich. Es wird wärmer als erwartet. Das Regenrisiko sinkt gegen Null. Nico Rosberg wird es gern hören. Je normaler das Rennen, umso besser für ihn. Hamilton muss auf den Überraschungsfaktor setzen.

Während sich der Asphalt am Freitag nur auf 27 Grad erwärmte, werden für die Qualifikation Streckentemperaturen von 47 Grad und am Renntag von 40 Grad erwartet. „Damit könnten sich die Resultate vom Freitag auf den Kopf stellen“, warnen die Mercedes-Ingenieure. Sie können beruhigt schlafen. Der Mercedes zeigte sich im bisherigen Verlauf der Saison am unempfindlichsten gegenüber Temperaturschwankungen. Egal, in welche Richtung.

Supersoft ist der heikelste Reifen

Eine kleine Sensation war auch der Mann auf Platz 1. Sebastian Vettel markierte mit 1.19,790 Minuten Tagesbestzeit. Es war für Ferrari die erste seit dem China-Wochenende. Lang ist‘s her. Vettel fühlte sich in seinem Ferrari auf Anhieb wohl. „Wir sind nicht nur auf eine Runde schnell, sondern auch über die Distanz.“ Im Longrun auf den Medium-Reifen nahm er Rosberg zwar nur die Winzigkeit von 46 Tausendstel ab, doch der Ferrari-Pilot fuhr fast doppelt so viele Runden auf diesem Reifentyp.

Die Supersoft-Longruns kann man getrost vergessen. Immer wieder legten die Fahrer Abkühlrunden und Boxenstopps ein, oder sie gerieten in den Verkehr. Der einzig repräsentative Dauerlauf stammt von Lewis Hamilton, der immerhin 15 Runden auf der weichsten Mischung unterwegs war.

Der Mittelwert von 1.24,060 Minuten nimmt sich auf den ersten Blick gegen die Bestzeiten von Daniil Kvyat und Max Verstappen bescheiden aus, doch die waren nur jeweils 6 Runden unterwegs. Und der Supersoft war mit Abstand der kritischste Reifen im Angebot. 9 Zehntel schneller als der Soft, aber mit dem Makel, dass der linke Vorderreifen schnell zu körnen begann. Das könnte bei steigenden Temperaturen verschwinden.

Red Bull schnell im Longrun, langsam auf eine Runde

Die Red Bull-Piloten kamen nur langsam in Fahrt. „Am Morgen ging gar nichts. Wir haben die Reifen nicht auf Temperatur gebracht“, grantelte Teamberater Helmut Marko. Am Nachmittag hellte sich seine Miene auf. Daniel Ricciardo lag zwar auf eine Runde 7 Zehntel hinter Vettel und Hamilton, doch in den Longruns flogen die Red Bull. Max Verstappen und Daniel Ricciardo führten die Liste der Rennsimulationen auf dem Medium-Reifen knapp vor Ferrari und Mercedes an.

Marko notierte hoffnungsvoll: „Wir kommen langsam in die Gänge. Nur der Supersoft macht uns noch Kopfzerbrechen. Erst heizt er sich nicht schnell genug auf, dann beginnt er zu körnen.“ Red Bull brauchte 2 Aufwärmrunden, doch das Problem teilte man sich mit dem Großteil des Feldes, inklusive Mercedes. „Nur die Williams hatten ihre Reifen sofort im Fenster“, fiel Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin auf.

Bei Mercedes war Hamilton zufriedener als Rosberg. Der Herausforderer im Titelrennen schwärmte: „Das Auto liegt so, wie ich es haben wollte und definitiv besser als 2015.“ Rosberg sagte nur: „Wir müssen noch unsere Hausaufgaben machen.“ Ferrari bot ein ähnliches Bild. Kimi Räikkönen klagte über starkes Untersteuern. Der Finne war im Soft-Longrun langsamer als die Force India und Toro Rosso.

Aufpassen auf Toro Rosso

Im Rennen „Best of the rest“ halten sich Williams und Force India die Waage. Und sie müssen möglicherweise auf Toro Rosso aufpassen. Auch McLaren-Honda macht eine deutlich bessere Figur als letztes Jahr. „Da hatten wir für die Höhe zu kleine Turbinen und ein ungenügendes Energiemanagement. Inzwischen zählen wir beim Abrufen der Elektroleistung zu den Besten“, erklärte Teamchef Eric Boullier.

Wenn die Pirelli-Hochrechnungen im Vergleich Soft-Supersoft stimmt, dann war Nico Hülkenberg der schnellste Mann des Freitags. Der Deutsche fuhr seine schnellste Runde mit den Soft-Reifen und lag nur 0,784 Sekunden hinter der Bestzeit. Er will aber nicht glauben, dass der Unterschied der beiden weicheren Gummimischungen 9 Zehntel ausmacht. „Bei uns sind es weniger.“

Zufrieden war Hülkenberg mit seiner Rennsimulation auf den Soft-Reifen. Da lag er auf Platz 1, im Schnitt eine Sekunde schneller als Sergio Perez. „Dafür ist bei mir auf dem Medium-Reifen gar nichts gegangen. Da war Checo besser.“

Fast noch höher als Hülkenbergs Dauerlauf von 1.24,406 Minuten über 8 Runden auf der Mischung Soft ist der zweite Platz von Carlos Sainz einzuschätzen. Der Spanier war nur 4 Zehntel langsamer, drehte dafür aber 24 Runden am Stück. Pirelli-Reifenchef Mario Isola glaubt: „Der Soft könnte der beste Rennreifen werden.“ Hülkenberg warnt auch vor den Williams. Auf den Medium-Gummis lagen die Williams nur knapp hinter ihm.

Die Frage aller Fragen ist, wie Ferrari mit dem wärmeren Wetter klarkommt. In Austin zeigte die Richtung rückwärts. Es gab aber auch schon Rennen, bei denen Ferrari von höheren Temperaturen profitiert hat. Red Bull dagegen setzt auf die zunehmende Gummiauflage. Die blauen Autos tun sich auf grünen Strecken traditionell schwer.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die besten Bilder vom Trainingsfreitag.

GP Mexiko 2016: Longrun-Analyse

Fahrer Ø längster Longrun Runden Reifentyp
1. Kvyat 1.22,160 6 supersoft
2. Verstappen 1.22,237 6 supersoft
3. Massa 1.22,699 6 supersoft
4. Hamilton 1.24,060 15 supersoft
5. Bottas 1.24,319 9 supersoft
6. Rosberg 1.24,416 8 supersoft
7. Ricciardo 1.24,445 6 supersoft
8. Alonso 1.24,539 6 supersoft
9. Button 1.25,085 6 supersoft
10. Palmer 1.26,076 12 supersoft
--- --- --- ---
1. Hülkenberg 1.24,406 8 soft
2. Sainz 1.24,811 24 soft
3. Gutierrez 1.25,493 11 soft
4. Perez 1.25,520 14 soft
5. Wehrlein 1.25,756 22 soft
6. Räikkönen 1.25,804 13 soft
7. Palmer 1.26,122 15 soft
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1. Verstappen 1.23,903 21 medium
2. Ricciardo 1.23,966 15 medium
3. Vettel 1.24,087 22 medium
4. Perez 1.24,144 8 medium
5. Rosberg 1.24,133 11 medium
6. Hülkenberg 1.24,440 13 medium
7. Bottas 1.24,455 15 medium
8. Massa 1.24,618 22 medium
9. Kvyat 1.24,868 19 medium
10. Button 1.25,085 17 medium
11. Nasr 1.25,540 14 medium
12. Magnussen 1.25,633 18 medium
13. Ericsson 1.25,780 21 medium
14. Ocon 1.26,019 21 medium
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