Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017 sutton-images.com
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017 98 Bilder

Trainingsanalyse GP Österreich 2017

Vettel splittet Mercedes-Duo

Ein guter Freitag ist ein schlechtes Omen für Mercedes. Lewis Hamilton hat den ersten Trainingstag dominiert. Sebastian Vettel schaffte es, das Mercedes-Duo auf eine Runde und im Longrun zu splitten. Obwohl er noch unzufrieden mit Sektor 1 ist.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sprach von einem „guten Freitag“. Dann meinte der Österreicher: „Eigentlich müsste mir ein schlechter Freitag lieber sein. Immer dann haben wir einen guten Sonntag gehabt.“ Niki Lauda gibt wenig auf Statistik: „Endlich mal ein normaler Start ins Wochenende. Wir müssen wieder in den Zustand vom letzten Jahr kommen, wo wir überall und jeden Tag zwei bis drei Zehntel schneller waren.“

Lewis Hamilton räumte beide Freitags-Bestzeiten ab. Ein Mal 0,190 Sekunden vor Max Verstappen, ein Mal 0,147 Sekunden vor Sebastian Vettel. Hamilton war bei seiner Bestzeit bereits 2,5 Sekunden schneller als bei seiner Trainingsbestzeit vom Vorjahr. Die Ingenieure schieben es darauf, der der 2016 neu aufgelegte Asphalt nun gealtert und gut mit Gummi tapeziert sei. Das kommt dem Grip zugute.

Hamilton mit Uralt-Motor

Hamilton gab auch im Ultrasoft-Longrun das Tempo vor. Der Mercedes-Pilot kam in einem zweigeteilten Dauerlauf über insgesamt 16 Runden auf einen Mittelwert von 1.08,903 Minuten. Zweigeteilt deshalb, weil der Engländer zwischendurch einmal 17 Minuten in der Boxengarage verbrachte. An seinem Motor musste eine Zündkerze gewechselt werden. Kein Grund zur Panik. Es war der erste Motor im Bestand. Er hat mit dem Freitagstraining in Spielberg möglicherweise seinen letzten Einsatz abgedient.

Ferrari hat seinen 1er Motor nach dem Rennen in Baku mit einem Kilometerstand von 4.822 endgültig aus dem Verkehr gezogen. Sebastian Vettel war mit dem zweiten Triebwerk unterwegs, das in Baku nach dem dritten Training wegen eines Hydrauliklecks kurzfristig ausgebaut werden musste. Der Ferrari-Pilot verlor in seinem Longrun im Schnitt zwei Zehntel auf WM-Gegner Hamilton.

Er ist allerdings auch 29 Runden auf einem Reifensatz gefahren. Mittendrin ebenfalls eine Pause. Vettel hatte im ersten Teil der Rennsimulation ungewöhnlich starke Schwankungen, was nicht immer am Verkehr lag. Prinzipiell ist der WM-Spitzenreiter noch nicht ganz zufrieden: „Der erste Sektor muss besser werden.“ Da es in diesem Abschnitt nur eine Kurve gibt, kann es nur an der Power liegen. Ferrari spulte die letzten Freitagstrainings mit stark reduzierter Leistung ab. Mehr als Mercedes.

Die Qual der Wahl: Welcher Reifentyp ist der beste?

Valtteri Bottas führt die Rangliste der Supersoft-Longruns an. Ziemlich deutlich sogar. Ferrari hat am Nachmittag auf Dauerläufe mit der mittleren Reifenmischung verzichtet. Und Red Bull war auf diesem Reifentyp nur am Vormittag unterwegs. Wie üblich fühlten sich die Fahrer auf den Supersoft-Reifen am wohlsten.

Ferrari schickte Kimi Räikkönen mit Soft-Reifen auf die Bahn. Der Finne war mangels Konkurrenz der schnellste Fahrer auf dem härtesten Reifen. Räikkönen begann stark, baute aber am Ende stark ab. Mercedes-Ingenieure notierten Blasenbildung rechts hinten. Die Longrun-Zeiten auf den drei Reifentypen lassen für den Sonntag interessante Taktikvarianten erwarten. Der Supersoft-Reifen lieferte mit einem Durchschnittswert von 1.08,638 Minuten die besten Dauerlaufeigenschaften. Aber auch der Soft-Gummi konnte sich mit 1.09,323 Minuten über 19 Runden sehen lassen. Laut Pirelli ist das Bild noch nicht klar, wer welche Reifentypen im Rennen einsetzen wird. Das mag von Fahrer zu Fahrer verschieden sein. Force India hat seine Wahl schon getroffen: „Wir fahren ultrasoft und supersoft.“

Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Aktuell

Red Bull muss noch Hausaufgaben machen, wie Teamberater Helmut Marko erklärte: „Im Moment läuft es noch nicht so gut. Wir holen aus dem Ultrasoft-Reifen nicht das Maximum heraus, weil er uns zu schnell über 100 Grad hinausschießt. Wir müssen uns vom Setup her etwas einfallen lassen, um die Temperatur in den Griff zu bekommen. Wenn alles perfekt läuft, sollte ein Platz in den ersten zwei Startreihen möglich sein.“

Für Max Verstappen lief der erste Tag nicht perfekt. Der Holländer demolierte bei einem Ausritt ins Kiesbett und einem Dreher in Kurve 9 zwei Mal den Unterboden. Er war nicht der einzige. Auch in anderen Garagen wurden fleißig Unterböden repariert oder getauscht. Auch Fernando Alonso und Carlos Sainz wurden nach Drehern Opfer der hohen Randsteine.

Der Motor spielt in Spielberg eine große Rolle

Der Red Bull-Ring ist eine Motorenstrecke. Im Gegensatz zu Baku kommt es auf dem Kurs in den steirischen Alpen mehr auf die Beschleunigung als auf den Topspeed an, weil die Geraden nicht länger als 860 Meter sind. Im Teillastbereich sind der Mercedes und der Ferrari immer noch eine Klasse für sich. Red Bull verliert auf allen Geraden zusammengerechnet vier Zehntel.

Im dicht umkämpften Mittelfeld gab es einige Überraschungen. Force India und Williams sind noch nicht so stark wie erwartet, HaasF1 dagegen die vierte Kraft im Feld. Und McLaren-Honda unterstrich mit Platzierungen in den Top 10 seine ansteigende Form. Die Force India-Fahrer klagten über eine instabile Balance. „Wir haben Mühe, Vorder- und Hinterreifen gleichzeitig in das Arbeitsfenster zu bekommen. Es wurde am Ende des Trainings etwas besser, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Da müssen noch ein paar Hausaufgaben gemacht werden“, erzählte Technikchef Andy Green.

HaasF1 profitiert von neuem Ferrari-Motor

Es war Esteban Ocon, der gegen Ende des Trainings Hoffnung im Lager des WM-Vierten aufkommen ließ. Der Franzose hat einen Lauf. „Wir haben bei jedem Versuch mehr Speed gefunden. Die Abstände sind aber so gering, dass wir uns nicht darauf ausruhen können. Da muss mehr kommen: von mir, vom Auto, von jedem Bereich.“

HaasF1 und McLaren profitierten auch von ihren Motor-Upgrades. Der US-Rennstall darf den dritten Ferrari-Motor ein Rennen vor dem Werksteam testen. Angeblich hat Ferrari 10 PS gefunden. Auch bei Honda geht es mit dem Spec3-Motor aufwärts. Wie viel mehr Power die modifizierte Antriebseinheit liefert, muss man raten. Gerüchte sprechen von bis zu 30 PS. Honda schweigt, McLaren redet die Zahlen eher klein. Man sei jetzt dort, wo man 2016 beim Saisonfinale in Abu Dhabi stand, heißt es aus dem Team.

Für eine Power-Strecke waren die beiden McLaren-Piloten mit den Plätzen 8 und 12 gut bedient. Auch in den Longruns lagen Stoffel Vandoorne und Fernando Alonso im Mittelfeld. Alonso ist mit einer Prognose vorsichtig: „Die Zeiten liegen so eng beisammen, dass wir erst am Samstag wissen werden, wer sich am oberen und am unteren Ende dieser Gruppe qualifiziert.“

Longrun-Analyse GP Österreich 2017

Fahrer Schnitt längster Longrun Runden Reifentyp
1. Hamilton 1.08,903 Min. 7+9 ultrasoft
2. Vettel 1.09,117 19+10 ultrasoft
3. Bottas 1.09,207 8+8 ultrasoft
4. Räikkönen 1.09,283 11 ultrasoft
5. Grosjean 1.09,605 11 ultrasoft
6. Magnussen 1.09,624 17 ultrasoft
7. Ricciardo 1.09,716 7 ultrasoft
8. Verstappen 1.09,921 16 ultrasoft
9. Massa 1.10,021 19 ultrasoft
10. Sainz 1.10,079 7 ultrasoft
11. Alonso 1.10,150 5 ultrasoft
12. Hülkenberg 1.10,260 10 ultrasoft
13. Ocon 1.10,290 15 ultrasoft
14. Kvyat 1.10,319 9 ultrasoft
15. Vandoorne 1.10,441 12 ultrasoft
16. Perez 1.10,482 11 ultrasoft
17. Stroll 1.10,706 12 ultrasoft
18. Wehrlein 1.11,591 12 ultrasoft
19. Ericsson 1.11,705 26 ultrasoft
     
1. Bottas 1.08,638 12 supersoft
2. Ricciardo 1.09,842 6 supersoft
3. Ocon 1.10,088 17 supersoft
4. Vandoorne 1.10,130 6 supersoft
5. Magnussen 1.10,264 8 supersoft
6. Stroll 1.10,341 15 supersoft
7. Alonso 1.10,357 8 supersoft
8. Grosjean 1.10,366 18 supersoft
9. Perez 1.10,467 11 supersoft
10. Hülkenberg 1.10,803 10 supersoft
    supersoft
1. Räikkönen 1.09,374 19 soft
2. Massa 1.09,998 5 soft
3 Kvyat 1.10,761 10 soft
4. Wehrlein 1.11,769 15 soft
Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017 GP Österreich 2017 (Ergebnis 3. Training) Vettel schlägt Hamilton

Sebastian Vettel hat sich im dritten Training zum GP Österreich in die...

Mehr zum Thema GP Österreich (Formel 1)
Start - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 30. Juni 2019
Aktuell
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 29. Juni 2019
Aktuell
Leclerc vs. Verstappen - GP Österreich 2019
Aktuell