Lewis Hamilton - GP Russland 2017
Sergey Sirotkin - Renault - GP Russland - Sotschi  - Formel 1 - 28. April 2017
Sergey Sirotkin - Renault - GP Russland - Sotschi  - Formel 1 - 28. April 2017
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Sergio Perez - Force India - GP Russland - Sotschi  - Formel 1 - 28. April 2017 88 Bilder

Trainingsanalyse GP Russland 2017

Mercedes wieder mit Reifenproblemen

Ferrari dominierte den ersten Trainingstag. Auf eine Runde deutlicher als in den Longruns. Und wie gut ist Mercedes? Unsere detaillierte Trainingsanalyse gibt erste Antworten.

Ferrari fuhr am Freitag (28.4.2017) in Sotschi in einer anderen Liga. Sebastian Vettels Bestzeit von 1.34,120 Minuten lag nicht nur 1,3 Sekunden unter der letztjährigen Pole Position, er war damit auch um 0,670 Sekunden schneller als das beste andere Auto. Das war der Mercedes von Valtteri Bottas. Kimi Räikkönens zweiter Platz unterstreicht Ferraris Favoritenrolle, die Vettel nicht annehmen will: „Letztes Jahr haben alle den Williams von Bottas nach dem ersten Trainingstag zum Trainingsschnellsten hoch geredet. Am Ende stand doch wieder Mercedes in der ersten Startreihe.“

Das Sochi Autodrom ist eine Rennstrecke, die den Reifen nicht wehtut. Es wird für alle im Feld ein Einstopp-Rennen werden. Der glatte Asphalt und das Fehlen von schnellen Kurven machen das Reifenaufwärmen zu einer Doktorarbeit. "In Bahrain bin ich in Vorbereitung für die schnelle Runde nur um die Strecke gerollt. Hier in Sotschi musst du die Reifen richtig aggressiv anwärmen", berichtet Nico Hülkenberg.

Alle Teams experimentierten am Freitag, wie man am besten die Reifen in ihr Fenster bringt und was die beste Taktik für eine schnelle Runde ist. Eine Aufwärmrunde, zwei, und noch viel mehr? "Wir werden nach hinten immer schneller", erklärt Pascal Wehrlein. "Aber man hat im Qualifying ja nicht die Zeit um ewig zu fahren."

Bottas im Ultrasoft-Longrun die Nummer 1

Vettel erzielte seine persönliche Bestzeit in der fünften fliegenden Runde. Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen brauchten 4 Runden, bis der maximale Grip vorhanden war, Valtteri Bottas sogar 7 Umläufe. Die Mercedes-Piloten brachten sich selbst um bessere Rundenzeiten. Beide bauten Fehler ein, entweder in den Aufwärmprozess oder die schnelle Runde. Hamilton klagte: „Die Reifen fühlen sich sehr spitz an. Es ist unheimlich leicht, aus dem Fenster zu fallen.“

Teamchef Toto Wolff zog ein nachdenkliches Resümee: „Es war ein schwieriger Tag für uns. Wir sind viel zu langsam. Ich sehe im Augenblick nur ein Auto, das robust ist. Ferrari bringt seine Reifen immer ins Fenster, egal ob in Bahrain oder hier in Sotschi.“ Mercedes musste die Reifen mindestens 2 Runden lang anwärmen, um auf eine schnelle Zeit hoffen zu dürfen. „Leider hatten unsere Fahrer dann keine sauberen Runden.“

Wenn man sich die Longruns anschaut, dann kommt der Verdacht auf, dass Mercedes diesmal seine Hauptenergie darauf verwendet hat, die Reifen nicht oben aus dem Fenster hinausschießen zu lassen. Valtteri Bottas fuhr auf Ultrasoft-Reifen den besten Longrun. Knapp 3 Zehntel schneller als Vettel bei identischer Länge über 19 Runden. Räikkönen steht zwar in der Tabelle vor ihm, doch die 7 Runden waren erstens zu kurz und nicht repräsentativ genug, und außerdem wies die Rennsimulation des Finnen zu starke Schwankungen auf.

Auf dem Supersoft-Reifen spricht die Uhr klar für Ferrari. Sebastian Vettel war im Schnitt fast eine Sekunde schneller als Lewis Hamilton, fuhr allerdings auch 4 Runden weniger - was in Sotschi aber kaum ins Gewicht fällt. Die Longruns zeigen, dass die Zeiten zwischen den Runden 4 und 8 schneller werden, bevor sie sich auf konstanten Werten einpegeln. Mercedes kann immerhin für sich verbuchen, dass weder die eine, noch die andere Reifensorte im Verlauf der Dauerläufe eingebrochen ist.

Red Bull sucht noch Rundenzeit

Red Bull stand vor einem Rätsel. Der Abstand ist wieder auf 1,4 Sekunden angewachsen. Teamchef Christian Horner schiebt es darauf, dass Sotschi eine Motorenstrecke ist. Max Verstappen lieferte keine Daten, weil sein Red Bull mit einem Benzindruck-Problem liegenblieb. Daniel Ricciardo war auf beiden Reifensätzen im Nirgendwo. Kein Grip, keine Balance.

Im Vergleich zu Verstappens Longruns vom Vormittag, hinkte der Australier eine Sekunde pro Runde hinterher. Teamberater Helmut Marko rätselte: „Die Vorderreifen kommen erst auf Temperatur, wenn die Hinterreifen schon wieder abbauen.“ Ricciardo verbreitet Hoffnung: „Auf den Supersoft-Reifen war die Balance in Ordnung. Das sollten wir auch auf den Ultrasoft-Reifen hinkriegen.“

Wenn sich Red Bull nicht steigern kann, bekommen sie Probleme von Williams und Force India. Die beiden Mercedes-Kundenteams zeigten sich vor allem in den Dauerläufen konkurrenzfähig. Felipe Massa war auf Ultrasoft-Reifen nicht viel langsamer als Hamilton. Sergio Perez glänzte auf den Supersoft-Sohlen. Auf Räikkönen fehlten nur 0,25 Sekunden. Esteban Ocon kam mit den Supersoft-Reifen bis auf eine Zehntelsekunde an Perez heran. Der Franzose berichtet zufrieden: „Wir kommen langsam an den Punkt, an dem wir die Reifen verstehen.“

Renault sucht weiter den Renn-Speed

Bei Renault ist noch nicht alles Gold was glänzt. Nico Hülkenberg landete zwar auf Platz 8, lag aber in der Rennsimulation hinter Williams, Force India und Toro Rosso. Technikchef Nick Chester vermied ein direktes Urteil: „Unser Speed auf eine Runde stimmt. Die Longrun-Zeiten müssen wir erst analysieren.“

Den längsten Longrun spulte Carlos Sainz ab. Der Spanier fuhr 22 Runden auf dem Ultrasoft-Reifen und kam dabei auf den beachtlichen Schnitt von 1.40,740 Minuten. Ein Beweis dafür, was Pirelli-Technikchef Mario Isola zu den Reifen sagt: „Unsere Reifen haben schon in der Vergangenheit keine nennenswerte Abnutzung auf dieser Strecke gezeigt. Deshalb haben wir uns für die drei weichsten Mischungen entschieden. Der Unterschied zwischen Soft, Supersoft und Ultrasoft liegt bei jeweils einer Sekunde."

In der Galerie finden Sie die besten Bilder vom Trainingsfreitag.

Longrun-Analyse GP Russland

Longrun-Analyse GP Russland 2017

Fahrer ⌀ längster Longrun Runden Reifentyp
1. Räikkönen 1.37,828 Min. 7 Ultrasoft
2. Bottas 1.38,594 19 Ultrasoft
3. Vettel 1.38,885 19 Ultrasoft
4. Hamilton 1.39,701 8 Ultrasoft
5. Massa 1.39,799 18 Ultrasoft
6. Perez 1.40,381 11 Ultrasoft
7. Vandoorne 1.40,655 7 Ultrasoft
8. Ocon 1.40,713 12 Ultrasoft
9. Sainz 1.40,740 22 Ultrasoft
10. Palmer 1.40,817 10 Ultrasoft
11. Ricciardo 1.40,855 9 Ultrasoft
12. Hülkenberg 1.40,895 19 Ultrasoft9
13. Magnussen 1.41,058 14 Ultrasoft
14. Alonso 1.41,203 11 Ultrasoft
15. Ericsson 1.41,447 14 Ultrasoft
16. Grosjean 1.42,744 8 Ultrasoft
       
1. Vettel 1.37,662 7 Supersoft
2. Hamilton 1.38,703 11 Supersoft
3. Massa 1.38,752 7 Supersoft
4. Räikkönen 1.39,496 14 Supersoft
5. Perez 1.39,740 14 Supersoft
6. Ocon 1.39,816 13 Supersoft
7. Ricciardo 1.39,972 6 Supersoft
8. Kvyat 1.41,146 16 Supersoft
9. Grosjean 1.41,249 8 Supersoft
10. Stroll 1.41,384 11 Supersoft
11. Wehrlein 1.41,463 13 Supersoft
Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - GP Russland 2017 Macht Mercedes absichtlich langsam? Vettel vs. Hamilton

Sebastian Vettel fuhr am Freitag überlegen die Bestzeit in Sotschi.

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