Lewis Hamilton - Kimi Räikkönen - GP Spanien 2016 - Freitag - 13.5.2016 sutton-images.com
Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Spanien 2016 - Barcelona - F1 - Freitag - 13.5.2016
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Spanien 2016 - Barcelona - F1 - Freitag - 13.5.2016
Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Spanien 2016 - Barcelona - F1 - Freitag - 13.5.2016
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Spanien 2016 - Barcelona - F1 - Freitag - 13.5.2016 111 Bilder

Trainingsanalyse GP Spanien 2016

Plant Ferrari einen Taktik-Coup?

Nico Rosberg schwimmt weiter auf der Welle seines Erfolges. Der WM-Spitzenreiter drehte am ersten Trainingstag zum GP Spanien nicht nur die schnellste Einzelrunde. Rosberg war auch der Schnellste im Longrun. Ferrari bereitet sich offenbar auf eine alternative Rennstrategie vor.

Nico Rosberg ist nicht zu stoppen. Der vierfache Saisonsieger dreht mit 1.23,922 Minuten die schnellste Runde des ersten Trainingstages von Barcelona. Und er war mit einem Mittwert von 1.29,536 Minuten über 17 Runden auf der Mischung Soft auch der schnellste im Longrun.

Sebastian Vettel führt die Longrun-Rangliste zwar mit 1.29,504 Minuten über 14 Runden an, doch der Ferrari-Pilot war in vielen Runden mit offenem DRS unterwegs. Mercedes geht außerdem davon aus, dass der Ferrari bei seiner Rennsimulation um mindestens 10 Kilogramm leichter unterwegs war, weil Vettel vorher sechs Runden mit dem Medium-Reifen abgespult hatte.

Lewis Hamilton fehlten in seiner schnellsten Runde 0,719 Sekunden auf den Teamkollegen. Der Engländer war in der Rennsimulation nicht einzuordnen. Ein Ausrutscher und Verkehr verhinderten einen geordneten Dauerlauf. Einzige Entschuldigung: "Ich habe den ganzen Tag keine Balance mit dem Auto gefunden. Am Nachmittag war es besonders schlimm."

Red Bull im Longrun so schnell wie Ferrari

Im Moment ist Mercedes der klare Favorit. Doch die Strategen im silbernen Lager sind vorsichtig. Sie gehen davon aus, dass Ferrari versuchen wird, Mercedes mit einer alternativen Taktik zu schlagen. Die Reifenwahl ließ zunächst darauf schließen, dass Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen eher zu den weichen Mischungen tendieren. Die Ferrari-Piloten hatten für das Wochenende 8 Garnituren Soft reserviert, Mercedes nur 7. Doch Ferrari hat am ersten Tag zwei Sätze Soft zurückgegeben. Das schürt den Verdacht, dass Ferrari lieber einen Stopp einsparen und auf zwei statt drei Boxenstopps setzt. Mercedes scheint eher die Karte Soft zu spielen.

Der WM-Zweite muss aufpassen, dass man nicht Konkurrenz von Red Bull, Toro Rosso oder gar Force India bekommt. Auf den Soft-Reifen waren Carlos Sainz mit 1.29,751 Minuten über 12 Runden, Sergio Perez mit 1.29,785 Minuten über 10 Runden, Nico Hülkenberg mit 1.29,852 Minuten über 12 Runden und Daniel Ricciardo mit 1.29,896 Minuten über 13 Runden bei der Musik. Auf den Medium-Reifen hatten die Red Bull-Piloten die Nase vorn. Mercedes verzichtete allerdings auf belastbare Rennsimulationen mit der mittleren Reifenmischung. Kimi Räikkönen verlor auf diesem Reifentyp auf Ricciardo und Verstappen im Schnitt eine halbe Sekunde pro Runde.

Runderneuerter Force India ein voller Erfolg

Der runderneuerte Force India hat die Erwartungen der Fahrer voll erfüllt. Hülkenberg strahlte: "Das ist auf jeden Fall ein richtig dicker Schritt nach vorne. Er erinnert mich an das Debüt unseres B-Autos im Vorjahr. Das Auto fühlt sich ganz anders an. Die Balance von Kurveneingang bis Kurvenausgang stimmt wieder, und wir haben jetzt eine viel breitere Basis für das Setup. Im Longrun halten die Reifen deutlich länger als vorher."

Ob es für Toro Rosso reicht, will Hülkenberg noch nicht prognostizieren. "Das ist für die Aerodynamik des Toro Rosso die Paradestrecke. Aber vielleicht geht etwas im Rennen. Wir sind mit unserem neuen Auto jetzt in der Strategie viel flexibler als vorher."

Während Pirellis Medium-Sohlen mit 3.411 Kilometern die beliebteste Option waren, kam der harte Reifen nur 804 Kilometer zum Einsatz. Mit besseren Ergebnissen als von vielen erwartet. Die Rennsimulationen von Carlos Sainz und Kevin Magnussen können sich sehen lassen. Sainz war mit 1.30,015 Minuten über 17 Runden im Bereich der besten Medium-Longruns.

Je länger die Stints dauerten, umso besser schnitten die harten Reifen ab. Im Vergleich von 10 Runden ist der Soft-Reifen der beste. Im Schnitt um vier Zehntel pro Runde besser als der Medium-Gummi. Sauber hat sich als einziges Team voll auf die harten Mischungen konzentriert und ließ die Finger vom Soft-Reifen. Der Schweizer Rennstall hatte nur jeweils fünf Sätze Soft bestellt, ist aber für Samstag und Sonntag wieder im Lot. Der Verzicht auf den weichsten Gummi erklärt die Plätze 20 und 22 von Felipe Nasr und Marcus Ericsson.

Trainingsanalyse GP Spanien 2016

Fahrer Ø längster Longrun Reifentyp Runden
1. Vettel 1.29,504 soft 14
2. Rosberg 1.29,536 soft 17
3. Sainz 1.29,751 soft 12
4. Perez 1.29,785 soft 10
5. Hülkenberg 1.29,852 soft 12
6. Ricciardo 1.29,896 soft 13
7. Kvyat 1.29,931 soft 9
8. Verstappen 1.30,057 soft 10
9. Button 1.30,159 soft 11
10. Bottas 1.30,442 soft 11
11. Alonso 1.30,745 soft 8
12. Wehrlein 1.30,919 soft 7
13. Massa 1.31,198 soft 12
14. Magnussen 1.31,857 soft 16
       
1. Ricciardo 1.29,876 medium 14
2. Verstappen 1.29,886 medium 12
3. Bottas 1.30,173 medium 11
4. Vettel 1.30,247 medium 6
5. Räikkönen 1.30,309 medium 14
6. Massa 1.30,446 medium 14
7. Kvyat 1.31,005 medium 19
8. Alonso 1.31,095 medium 12
9. Ericsson 1.31,226 medium 18
10. Hülkenberg 1.31,294 medium 13
11. Perez 1.31,459 medium 12
12. Wehrlein 1.32,524 medium 23
       
1. Sainz 1.30,015 hart 17
2. Magnussen 1.30,788 hart 14
3. Ericsson 1.32,245 hart 11
Motorsport Aktuell Nico Rosberg - Mercedes - GP Spanien 2016 - Freitag GP Spanien 2016 (Ergebnis Training 2) Rosberg übernimmt die Spitze

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