Lewis Hamilton - Mercedes - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - 22. Juli 2016 Wilhelm
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Ungarn - 22. Juli 2016
Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn - 22. Juli 2016
Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn - 22. Juli 2016
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn - 22. Juli 2016 87 Bilder

Trainingsanalyse GP Ungarn 2016

Wo gewinnt Mercedes?

Das Bild der letzten drei Rennen setzt sich fort. Mercedes ist der Konkurrenz meilenweit voraus. Red Bull liegt vor Ferrari. Bei Red Bull hofft man, dass die Abstände zu Mercedes bis zum Sonntag noch schrumpfen. Überall wird gerätselt, warum die Silberpfeile plötzlich so überlegen sind.

Die Ernüchterung war so groß wie die Erwartungshaltung. Am ersten Trainingstag fuhr Mercedes in seiner eigenen Welt. Wie in Baku, Spielberg und Silverstone. Dabei hatten die Experten den Hungaroring auf die Liste der Strecken gesetzt, auf der Red Bull und Ferrari den Silberpfeilen einheizen sollten. Nico Rosberg hängte Red Bull um 0,595 Sekunden ab, Ferrari um 0,913 Sekunden. Sebastian Vettel hatte wenigstens eine Entschuldigung parat: „Wir hatten Software-Probleme.“

Rosberg beendet Longrun-Stint schneller als angefangen

Mercedes war ab der 12. Minute der zweiten Trainingssitzung ein Einmann-Team. Lewis Hamilton feuerte seinen Silberpfeil in seiner fünften Runde in Kurve 11 in die Absperrungen. Der Weltmeister konnte mit seinem lädierten Auto zwar an die Box zurückhumpeln, doch dann war Feierabend für ihn. Nicht nur, weil der Unterboden, der Frontflügel und die Aufhängungen beschädigt waren. „Der Einschlag erfolgte mit mehr als 10 g. In so einem Fall bleibt das Auto so lange in Quarantäne, bis wir alle kritischen Teile geprüft haben“, erklärte Toto Wolff die Zwangspause des Weltmeisters.

Nico Rosberg erledigte am Tag 1 nach seiner Vertragsunterschrift bis 2018 alle Aufgaben im Alleingang. Er war mit 1.20,435 Minuten klar der schnellste Mann auf der Strecke. Aber er führte auch beide Longrun-Listen an. Mit 1.24,741 im Schnitt über 18 Runden auf den Soft-Reifen war der WM-Spitzenreiter 1,1 Sekunden schneller als Daniel Ricciardo, der es bei 14 Runden am Stück nur auf 1.25,841 Minuten brachte.

Ein ähnliches Bild bei den Supersoft-Gummis: Rosbergs Mittelwert lag nach 15 Runden bei 1.25,162 Minuten. Max Verstappen fehlten mit 1.25,927 Minuten über 10 Runden acht Zehntel. Viel erschreckender aber ist der Verlauf der Rundenzeiten. Rosberg beendete den Stint mit den Soft-Reifen schneller als er ihn begonnen hatte. Und bei den Supersoft-Reifen lag die Rundenzeit nach 15 Umläufen lediglich um 1,2 Sekunden über der ersten fliegenden Runde. Die Konkurrenz war in der ersten Runde nicht so schnell wie Rosberg in seiner letzten des jeweiligen Dauerlaufs.

Red Bull - Formel 1 - GP Ungarn - 22. Juli 2016
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Red Bull hofft, dass sich die Lücke zu Mercedes noch schließt.

Profitiert Mercedes von neuem Asphalt?

Red Bull-Berater Helmut Marko machte ein nachdenkliches Gesicht: „Wir sind vor Ferrari, aber deutlich hinter Mercedes und hoffen jetzt darauf, dass es sich im Rennen wieder wie üblich zusammenschiebt.“ Der Österreicher führt einen interessanten Punkt an, der die Mercedes-Überlegenheit zumindest zum Teil erklären könnte: „Die haben ein sehr gutes Paket, das sofort schnell ist, wenn du es auf die Strecke stellst. Je grüner die Strecke und je heißer die Temperaturen, umso größer ist der Unterschied am Anfang. Wir brauchen beim Setup mehr Feintuning, bis wir aus unserem Auto das Beste herausholen können.“

Der Red Bull muss laut Marko immer noch Kompromisse bei der Fahrzeugabstimmung eingehen, um das Power-Defizit wettzumachen. Auch auf einer Strecke wie dem Hungaroring, auf dem die Motorleistung eine eher untergeordnete Rolle spielt. Markos Analyse deckt sich mit einer Einschätzung von Rosberg: „Überall, wo es einen neuen Asphalt gibt und alle bei Null beginnen, sind wir besonders stark. Das liegt daran, dass wir uns schneller auf neue Bedingungen einstellen können als unsere Gegner.“ Die Mercedes-Ingenieure halten die Einschätzung ihres Fahrers für übertrieben. „Vielleicht gilt das für den Freitag. Aber spätestens am Samstag haben die anderen das ausgeglichen.“

McLaren fordert Williams und Force India heraus

Hinter den großen Drei fordert McLaren-Honda wie erwartet Force India und Williams heraus, weil die Antriebseinheit nicht so eine große Rolle spielt. Fernando Alonso und Jenson Button schafften es sowohl auf eine Runde als auch in den Longruns mühelos in die Top Ten. Obwohl bei Alonso zwischen den beiden Trainingssitzungen noch die Antriebseinheit getauscht werden musste. Honda hatte anhand der Daten Anomalien festgestellt.

Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass Honda am Freitag schon sehr nahe an der Power fährt, die dann in der Qualifikation am Samstag mobilisiert wird. Die anderen Motorenhersteller können Samstags immer noch zulegen.

Williams zeigte sich mit dem neuen Unterboden und dem alten Flügel leicht verbessert. „Wir sind dabei die Probleme zu lösen, die uns in den letzten Rennen im Weg standen. Besonders im Longrun sehen wir besser aus“, lobte Technikchef Pat Symonds. Auf Supersoft-Reifen platzierte sich Felipe Massa vor dem Force India und den McLaren. Dafür waren die Force India schneller auf der härteren Mischung. Erstaunlich stark zeigten sich die Haas F1. Esteban Gutierrez schaffte es auf beiden Reifentypen in den Top Ten. Der Haas F1 ist ein reifenschonendes Auto. Das kommt immer dann zur Geltung, wenn die Reifen aufgrund der Hitze oder der Strecke stark abbauen.

Nico Hülkenberg - Force India - Formel 1 - GP Ungarn - 22. Juli 2016
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Force India war auf der härteren Mischung im Longrun besser als Williams.

Einstopp-Rennen nicht möglich

Der neue Asphalt bekam Lob und Kritik zugleich. Nico Hülkenberg meinte: „Deutlich mehr Grip, aber die Bodenwellen sind weg. Und die gehörten irgendwie zum Hungaroring dazu.“ Romain Grosjean fügte hinzu: „Der Grip ist besser, aber nicht überall konstant.“

Pirelli erwartet für das Rennen zwei oder drei Stopps. Ein Einstopp-Rennen hält Mario Isola nach den Erkenntnissen von Freitag für unmöglich: „Die limitierenden Faktoren sind vorne links körnen und mit der weichen Mischung bei 50 Grad Asphalttemperatur starker Gripverlust an den Hinterreifen.“ Auf eine Runde fällt die Wahl nicht schwer. Der Supersoft-Reifen ist um 1,2 bis 1,4 Sekunden schneller.

Trainingsanalyse GP Ungarn 2016

Fahrer Ø schnellster Longrun Runden Reifentyp
1. Rosberg 1.25,162 15 supersoft
2. Verstappen 1.25,927 10 supersoft
3. Vettel 1.26,373 15 supersoft
4. Magnussen 1.26,480 10 supersoft
5. Ricciardo 1.26,604 9 supersoft
6. Massa 1.27,168 14 supersoft
7. Alonso 1.27,270 10 supersoft
8. Button 1.27,512 15 supersoft
9. Gutierrez 1.27,733 14 supersoft
10. Perez 1.28,047 12 supersoft
11. Bottas 1.28,050 7 supersoft
12. Kvyat 1.28,165 11 supersoft
       
1. Rosberg 1.24,741 18 soft
2. Ricciardo 1.25,841 14 soft
3. Verstappen 1.26,087 12 soft
4. Button 1.26,378 7 soft
5. Räikkönen 1.26,402 23 soft
6. Gutierrez 1.26,506 8 soft
7. Perez 1.26,566 17 soft
8. Kvyat 1.26,682 14 soft
9. Massa 1.26,744 11 soft
10. Hülkenberg 1.26,868 21 soft
11. Bottas 1.27,205 16 soft
12. Grosjean 1.27,272 17 soft
13. Magnussen 1.27,572 19 soft
14. Ericsson 1.28,098 14 soft
15. Nasr 1.28,166 15 soft
       
       
       
       
       
       
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