Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP USA - Austin - 21. Oktober 2016 Red Bull
Valtteri Bottas - Williams - Formel 1 - GP USA - Austin - 21. Oktober 2016
Nico Hülkenberg - Force India - Formel 1 - GP USA - Austin - 21. Oktober 2016
Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP USA - Austin - 21. Oktober 2016
Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP USA - Austin - 21. Oktober 2016 78 Bilder

Trainingsanalyse GP USA 2016

Red Bull ärgert Mercedes

Red Bull fordert Mercedes erneut heraus. Mehr noch als in Malaysia und Japan. Auf eine Runde splittete Daniel Ricciardo das Mercedes-Duo. In den Rennsimulationen lagen beide Red Bull-Piloten vor Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Red Bull rückt Mercedes immer näher. Aber nur im Rennen. Auf eine Runde hat Mercedes vor Daniel Ricciardo keine Angst, auch wenn der Vorsprung von Nico Rosberg auf den Australier nur 0,194 Sekunden betrug. Die Ingenieure mit dem Stern auf der Brust sind sich sicher, dass der Vorsprung größer wird, wenn alle die Power voll aufdrehen.

In den Longruns ist die Bedrohung dagegen real. Daniel Ricciardo legte sowohl auf den Supersoft-Reifen (1.42,958 Minuten) als auch auf den Soft-Gummis (1.42,762 Minuten) die schnellsten Dauerläufe auf die Bahn. Der Malaysia-Sieger war dabei nur um Sekundenbruchteile schneller als Teamkollege Max Verstappen. Auf eine Runde betrug der Unterschied allerdings fast 7 Zehntel.

Der Holländer verzettelte sich mit der Abstimmung. „Max hat sich zu sehr auf den Vorderreifen konzentriert. Nach dem ersten Sektor haben sie schon überhitzt. Er wird sich morgen an Ricciardo orientieren und genauso bei der Musik sein“, verspricht Teamberater Helmut Marko.

HaasF1 löst rote Flagge aus

Die Longrun-Analyse gestaltet sich diesmal etwas schwierig, weil das zweite Training kurz unterbrochen werden musste. Beide HaasF1 hatten Teile der hinteren Bremsbelüftungen auf der Rennstrecke verstreut. Das Problem war schon einmal aufgetreten. Offenbar kommt der Reifen in den schnellen Kurven des ersten Sektors durch starke Verformung den Bremshutzen zu nahe.

Wir haben das in unserer Longrun-Tabelle dadurch gekennzeichnet, indem wir die Länge der Stints vor und nach der roten Flagge einzeln auflisten. Einige Fahrer warf die Unterbrechung aus der Bahn. „Der Soft-Reifen fühlte sich in der ersten Runde eigentlich ganz gut an. Dann musste ich wegen der roten Flagge an die Box. Danach war das Auto aus der Balance“, ärgerte sich Sebastian Vettel. Channel 4-Experte Karun Chandhok fiel auf: „In den S-Kurven lagen die Ferrari ganz schlecht auf der Straße. Als hätte das Heck überhaupt keinen Grip.“

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - GP USA - Austin - 21. Oktober 2016
sutton-images.com
Wie sieht die Reihenfolge im Qualifying und im Rennen aus?

Die Ferrari litten viel stärker unter der Reifenabnutzung als Mercedes und Red Bull. Die Red Bull-Ingenieure sehen größere Chancen für Ricciardo und Verstappen als in Suzuka. Weil der Einfluss des Motors auf die Rundenzeit geringer ist. Die Red Bull verlieren auf der langen Geraden nur eineinhalb Zehntel auf Mercedes.

Nico Rosberg büßte im Supersoft-Longrun nur 0,165 Sekunden auf Ricciardo ein. Auf den Soft-Reifen fiel die Differenz mit 0,639 Sekunden in einem zweigeteilten 14-Runden Dauerlauf deutlicher aus. Lewis Hamilton war der schnellste Mann auf den Medium-Reifen. Allerdings waren weder Ferrari noch Red Bull in der zweiten Trainingssitzung auf den härtesten Reifen unterwegs.

Ferrari muss das Setup umbauen

Ferrari fehlte in beiden Disziplinen Rundenzeit. Sebastian Vettel verlor 0,820 Sekunden auf Rosbergs Tagesbestzeit. Und in den Longruns bauten die Reifen zu stark ab. Kleiner Trost für Vettel: „Der kurze Stint am Ende mit den Supersoft-Reifen war ganz ordentlich.“ Vettel hatte schon am Morgen kein reibungsloses Training. Der neuerdings auf dem Unterboden montierte Bat-Wing brach ab und zerschmetterte dabei den rechten Spiegel. Vettel hielt ihn auf der Fahrt zurück an die Boxen mit der Hand fest.

Kimi Räikkönen schaffte mit dem Soft-Reifen immerhin den drittschnellsten Longrun. Vier Zehntel hinter Ricciardo und drei Zehntel vor Rosberg. Trotzdem meinte der Finne: „Das Auto ist noch nicht dort, wo ich es haben will. Wir werden am Setup arbeiten müssen.“

Im Kampf um Platz 4 hatte Force India die Nase vorn. Auf eine Runde deutlich vor Williams, in der Rennsimulation praktisch zeitgleich. Felipe Massa deutet an, warum Williams in den Rennsimulationen auf dem Papier besser aussieht als auf der Strecke: „Spritbereinigt sind wir im Moment nicht konkurrenzfähig.“

Eine andere Rennstrecke, andere Kräfteverhältnisse. In Suzuka war nicht nur Ferrari stark. Auch US-Partner HaasF1 erzielte in Japan mit zwei Top Ten-Plätzen sein bestes Trainingsergebnis. In Austin litten Romain Grosjean und Esteban Gutierrez unter den gleichen Problemen wie ihre Kollegen von Ferrari. Dafür machte Toro Rosso eine bessere Figur als beim letzten Rennen und McLaren fuhr so stark, wie man sie in Suzuka erwartet hatte. „Wir haben es hier besser geschafft, eine gute Balance für schnelle und langsame Kurven hinzubringen“, erklärte Teamchef Eric Boullier.

Die Reifen haben zwei Gesichter. Der Medium-Reifen ist langsam, aber extrem konstant. Die weichen Mischungen sind gut auf eine Runde, bauen aber schnell ab. Zwischen der Mischung Supersoft und Soft liegen 7 Zehntel, zwischen Medium und Soft eine Sekunde. Der Supersoft hält teilweise nicht einmal eine Runde. Deshalb könnten nach Ansicht von Pirelli die Top-Teams versuchen, mit dem Soft-Reifen durch das Q2 zu kommen, um auf diesem Reifentyp zu starten. Was für das Rennen ein Spannungskiller wäre.

In der Galerie zeigen wir nochmal die Highlights aus den freien Trainings am Freitag.

GP USA 2016: Longrun-Analyse

Fahrer Ø längster Longrun Runden Reifentyp
1. Ricciardo 1.42,958 8+6  
2. Verstappen 1.42,972 8  
3. Rosberg 1.43,123 7+4  
4. Hamilton 1.43,197 4+6  
5. Vettel 1.43,576 11  
6. Räikkönen 1.43.820 7  
7. Massa 1.44,121 4+7  
8. Perez 1.44,226 3+8  
9. Hülkenberg 1.44,468 7  
10. Bottas 1.44,629 4+8  
11. Kvyat 1.44,677 5+5  
12. Alonso 1.44,685 10  
13. Ocon 1.45,017 5  
14. Button 1.45,049 8  
15. Gutierrez 1.45,277 8  
16. Magnussen 1.45,385 10  
17. Ericsson 1.46,925 9  
--- --- ---  
1. Ricciardo 1.42,762 10  
2. Verstappen 1.42,834 11  
3. Räikkönen 1.43,128 9  
4. Rosberg 1.43,401 4+10  
5. Massa 1.44,319 11  
6. Kvyat 1.44,527 14  
7. Vettel 1.44,609 13  
8. Button 1.45,408 10  
9. Palmer 1.45,772 4  
10. Ericsson 1.45,952 7  
11. Nasr 1.46,378 17  
12. Grosjean 1.46,737 4+6  
13. Ocon 1.46,759 3+11  
--- --- ---  
1. Hamilton 1.43,710 12  
2. Bottas 1.44,448 11  
3. Perez 1.44,530 10  
4. Hülkenberg 1.44,802 15  
5. Sainz 1.45,096 17  
6. Alonso 1.45,376 8  
7. Gutierrez 1.45,839 4  
8. Palmer 1.46,398 15  
9. Wehrlein 1.47,354 11  
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