Trulli will zu Toyota

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Monaco-Sieger Jarno Trulli bringt das scheinbar schon zum Stillstand gekommene Fahrer-Karussell wieder gewaltig in Schwung. Der Italiener hat die Nase voll von Manager Flavio Briatore und will Renault verlassen.

Ende 2004 endet der Management-Vertrag zwischen Jarno Trulli und Flavio Briatore, der auch kaum verlängert wird. Zwar möchte Briatore Trulli halten, aber der Mann aus Pescara ist nicht gewillt, die finanziellen Modalitäten weiter zu akzeptieren. Briatore kassiert von seinen Schützlingen 40 Prozent ihrer Einkünfte.

Das einzige Team, bei dem Geld zur Zeit keine Rolle zu spielen scheint, ist Toyota. Prompt hat Trulli erste Gespräche mit dem in Köln beheimateten Team aufgenommen. Bei der japanischen Mannschaft herrscht große Unsicherheit über Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Ralf Schumacher. Also soll ein zweiter starker Mann her.

Briatore in Schwierigkeiten

Nun ist Flavio Briatore in Schwierigkeiten. Ende Juli muss er entscheiden, ob er seinen zweiten Schützling Mark Webber zum eigenen Renault-Team leitet, oder ihn zu Williams ziehen lässt. Eigentlich möchte er die Konstellation Webber und Fernando Alonso bei Renault vermeiden. Auch Alonso ist ein Briatore-Kind und der Ziehvater sieht in jedem Fall den Marktwert eines der beiden schwinden.

Sollte Webber, wie geplant, zu Williams gehen, hat Briatore Giancarlo Fisichella auf dem Wunschzettel stehen. Der ist aber 2005 bei Sauber unter Vertrag. Zwar darf der Römer das Team ablösefrei verlassen, wenn bestimmte Top-Teams mit Verträgen winken, doch Renault zählt nicht dazu. Peter Sauber hat bereits signalisiert, dass Briatore für die Freigabe von Fisico einiges springen lassen müsste, doch der italienische Kollege will nicht zahlen. Wer seine eigenen Fahrer möglichst knapp hält. kann schlecht erklären, warum er für mehrere Millionen Fahrer bei anderen Team einkauft.

Schwarzer Peter an Williams

Sollte Trulli zu Toyota abwandern, könnnte die Renault-Zentrale ihren Teamchef nötigen, seine eigenen Interessen hintenan zu stellen und Webber zu holen. Damit läge der schwarze Peter plötzlich bei Frank Williams, der ohne Topfahrer da stünde. Es sei denn, Sir Frank würde sich über die Bedenken einiger Teammitglieder hinwegsetzen und Jacques Villeneuve zurückholen.

Obwohl bereits feststeht, dass Marc Gené nach zwei farblosen Rennen keine dritte Chance erhält, scheint Villeneuve immer noch kein akutes Thema zu sein. Am Dienstag (13.7.) beginnen die Testfahrten in Jerez, Villeneuve ist zur Zeit in Kanada und kommt frühestens am Donnerstag nach Europa.

Jüngste Tendenz: BMW-Williams setzt ab dem Hockenheim-Grand Prix den zweiten Testfahrer Antonio Pizzonia ins Cockpit von Ralf Schumachers Auto oder versucht, gegen eine finanzielle Entschädigung Nick Heidfeld bei Jordan für einige Rennen loszueisen. Der Deal wird aber vermutlich daran scheitern, dass Jordan eine zu hohe Leihgebühr für Heidfeld verlangt.

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