Brendon Hartley - GP Mexiko 2017 sutton-images.com
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Mexiko 2017 - Rennen
Start - GP Mexiko 2017 - Rennen
Vettel - Verstappen - Hamilton - GP Mexiko 2017 - Rennen
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Turbo-Drama um Renault

Die Motorenseuche von Mexiko

Renault stand sich beim GP Mexiko selbst im Weg. Das Werksteam verlor beide Autos, Toro Rosso und Red Bull je eines. Drei der vier Ausfälle hatten mit dem Antriebsstrang zu tun. Renault hatte sich in der Höhenluft verkalkuliert.

Das Ziel ist in weite Ferne gerückt. Nur noch ein Wunder bringt Renault auf Platz 5. Nach einer Nullrunde in Mexiko fehlen 28 Punkte auf Williams. Jetzt ist sogar der siebte Platz in der Teamwertung Gefahr. HaasF1 liegt nur noch einen Zähler zurück. Die Autos des US-Teams sind langsamer, aber standfester. Und das könnte sich am Ende auszahlen.

Die Ausfälle von Nico Hülkenberg und Carlos Sainz waren Nummer 10 und 11 in diesem Jahr. „Das müssen wir abstellen. Wir hätten heute Sechster werden können“, fordert Hülkenberg, der seit sechs Rennen nicht mehr in den Punkterängen angekommen ist.

Hülkenberg nicht von weiteren Strafen bedroht

Renault hat den Speed, aber einen zu kurzen Atem. Beide Fahrer hätten in den Punkten landen können. Hülkenberg zwang ein Defekt der MGU-K zur Aufgabe. Sainz wurde aus dem Rennen genommen, nachdem der Spanier Probleme mit der Lenkung reklamierte.

Möglicherweise war das auch der Grund für seinen Highspeed-Dreher in der 2. Runde zwischen den Kurven 8 und 9. Die Reifen waren danach bis zur Karkasse heruntergeschrubbt, so dass Renault den Neuzugang an die Boxen beordern musste. Danach hielt Sainz 24 Runden lang Lewis Hamilton im Kampf um Platz 18 in Schach.

Hülkenbergs Ausfall kam aus heiterem Himmel. Zu Beginn der 25. Runde hörte der Deutsche den dramatischen Befehl am Funk: „Sofort stoppen. Dein Auto ist nicht mehr sicher.“ Hülkenberg wusste, was das zu bedeuten hatte. Ein Defekt im Hybridsystem hatte sein Auto möglicherweise unter Strom gesetzt. Der Fahrer musste mit beiden Beinen vom Chassis auf den Boden springen.

Später stellte sich blinder Alarm heraus. „Das ist in 99,9 Prozent aller Fälle so. Aber wenn im Hybridsystem etwas kaputtgeht, willst du auf Nummer sicher gehen“, erklärte Einsatzleiter Alan Permane. Einzig gute Nachricht für Hülkenberg. Der Defekt bedeutet keine weitere Motorenstrafe für ihn. „Wir haben noch zwei MGU-K im Pool“, beruhigt Permane.

Renault wurden die Motorkomponenten knapp

Pierre Gasly - GP Mexiko 2017
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Pierre Gasly kam wegen der Turbo-Probleme kaum zum Fahren.

Für Renault wurde der GP Mexiko zum Waterloo. Am schlimmsten erwischte es Toro Rosso. Drei Mal gab entweder der Turbolader oder die MGU-H im Training den Geist auf, ein Mal im Rennen. Pierre Gasly schaffte insgesamt nur 12 Trainingsrunden. Zum Schluss wurden die Teile so knapp, dass Brendon Hartley Elemente aus dem Bestand von Gasly nehmen musste.

Bei Daniel Ricciardo wurden Motor, Turbolader und MGU-H vor dem Rennen als Vorsichtsmaßnahme gewechselt. Sie hätten die 71 Runden vermutlich nicht überlebt. Der sechste Motor, sechste Turbolader und die siebte MGU-H hielten exakt 35 Kilometer. Dann brach erneut die Welle zwischen Turbolader und Elektromaschine.

Sie hatte nach Messungen der Renault-Ingenieure zu viel Spiel. Ab einer bestimmten Drehzahl der Turbine zerstörten die Schwingungen die Welle. Wegen der dünnen Luft in 2.240 Meter Höhe drehten die Turbinen bei Renault bis 108.000/min. Zu viel für Lader und Generator. Vor dem Rennen ging deshalb die Devise aus, die Drehzahl bei 102.000/min zu begrenzen. In Rundenzeit ausgedrückt ein Verlust von 0,15 Sekunden.

Strafen für Ricciardo und Hartley in Brasilien?

Doch das war auch kein Garantieschein. Ricciardo und Hartley erwischte es erneut. Max Verstappens größter Gegner fuhr nicht auf der Strecke, sondern saß im System. Der Holländer hatte Glück, dass er an der Spitze nicht gefordert wurde. Doch auch das war kein Ruhekissen. „Es gab kein Patentrezept, wie wir den Motor schonen sollten. Die Schäden traten nach unterschiedlicher Laufleistung unter unterschiedlichen Bedingungen auf“, hieß es bei Red Bull.

Renault-Sportchef Cyril Abiteboul entschuldigte sich bei seinen Kunden. Der Frust über die Ausfallserie wog schwer als der Sieg eines Renault-Motors: „Wir haben bei der Einstellung der Motoren die Balance zwischen Leistung und Zuverlässigkeit nicht hingekriegt. Die Leistung war da, die Zuverlässigkeit nicht.“

Man kann das auch so interpretieren: Wir haben zu viel riskiert. Trotzdem kamen die Ausfälle überraschend. Renault fuhr nicht zum ersten Mal in Mexiko. Man kennt die streckenspezifischen Probleme. Die Ferrari-Turbinen sollen bis nahe der erlaubten 125.000/min rotiert haben, Mercedes ein bisschen darunter. Für zwei Fahrer hat der GP Mexiko noch ein Nachspiel. Ricciardo und Hartley erwarten in Brasilien neue Motorstrafen.

Motorsport Aktuell Max Verstappen - Red Bull - GP Mexiko 2017 - Rennen Red Bull im Glückstaumel Nur Verstappen kam durch

Max Verstappen hat den GP Mexiko dominiert.

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