Überhol-Kommission

Rückkehr zu Slicks

Foto: dpa

In der Formel 1 soll endlich wieder mehr überholt werden. Das sieht auch die FIA so und hat zur Problemlösung extra eine Kommission gegründet. Nun zeichnen sich die ersten Ergebnisse ab.

Das Rennen in Istanbul hat die Dringlichkeit des Überholproblems wieder deutlich gemacht. Auf der relativ neuen Strecke, die eigentlich für Zweikämpfe und Überholmanöver konzipiert wurde, passierte bis zum Reifenplatzer von Lewis Hamilton wenig Spektakuläres. Überholen war wieder einmal nur durch eine gute Boxenstrategie möglich.

Räikkönen langweilt sich hinter Massa

Auch die Fahrer scheinen frustriert. Kimi Räikkönen war vom Ferrari-Paarlauf in Istanbul derart gelangweilt, dass er zwei Runden vor Schluss erst um 7,5 Sekunden abreißen ließ, um dann im vorletzten Umlauf die schnellste Runde aus dem Hut zu zaubern. "Ich wollte mal sehen, was möglich war" kommentierte der Finne die Spitzenzeit, die rund sechs Zehntel unter der Zweitschnellsten lag.

Das Problem ist bekannt: Die Autos hinterlassen durch ihre hohe aerodynamische Effizienz zu viele Verwirbelungen ("bad air") auf der Strecke, so dass die Hinterherfahrenden in schnelleren Kurven abreißen lassen müssen. Bei Überrundungen wird es besonders deutlich: Auch erheblich schnellere Autos verlieren im Windschatten der Vorausfahrenden dermaßen an Grip, dass sie ohne freundliche Mithilfe nicht vorbeikommen würden.

Abschließende Tests im Windkanal

Doch die ersten Lösungen sind bereits in Sicht. In dieser Woche findet die letzte Sitzung im Windkanal von Fondmetal im italienischen Bergamo statt. Insgesamt haben die Ingenieure Pat Symonds (Renault), Rory Byrne (Ferrari) und Paddy Lowe (McLaren) dann 15 Tage mit einem 25-Prozent-Modell an möglichen Designänderung gearbeitet.

Das Ergebnis: Ein ganzer Maßnahmenkatalog soll zur Lösung des Überholproblems beitragen. Der Frontflügel wird breiter (170 statt 140 Zentimeter), der Heckflügel dafür schmaler und höher. Dazu kommt ein steilerer Diffusor sowie ein sanfterer Einzug der Verkleidung vor den Hinterrädern. Außerdem sollen sämtliche Zusatzflügel verboten werden. Insgesamt soll sich der Abtrieb durch die Maßnahmen um rund 50 Prozent verringern.

Ab 2009 wieder rillenfreie Gummis?

Nach der Einführung der Rillenreifen im 1998 sollen ab dem Jahr 2009 auch erstmals wieder Slicks zugelassen werden. Der lange Vorlauf der Änderungen ist notwendig, damit sich die Teams auf das neue Reglement einstellen können. Für die Windkanalversuche spendete übrigens jedes Team 65.000 Euro. Nur Spyker verweigerte die Teilnahme.

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