Hamilton & Vettel - GP USA 2017 xpb
Hamilton - Usain Bolt - GP USA 2017 - Rennen
Hamilton - Usain Bolt - Mercedes-AMG GT R - GP USA 2017 - Rennen
Hamilton - Usain Bolt - Mercedes-AMG GT R - GP USA 2017 - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA 2017 - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP USA 2017 - Rennen 62 Bilder

44 Überholmanöver beim GP USA 2017

Warum wird in Austin so viel überholt?

Der GP USA zählte zu den besten Rennen des Jahres. Zwei Führungswechsel auf der Strecke, 44 Überholmanöver, Zweikämpfe, wohin man schaute. Auch in den vergangenen Jahren bot Austin eine gute Show. Was macht die Strecke so attraktiv?

So stellen wir uns einen Grand Prix vor. Der Sieger stand zwar ziemlich schnell fest, doch die 56 Runden in Austin boten großen Unterhaltungswert. Zwei Mal wechselte die Führung auf der Strecke. 44 Mal wurde überholt. Damit liegt Austin in diesem Jahr auf Platz 2 hinter dem GP Aserbaidschan in Baku. Dort wurden 59 Überholmanöver gezählt. Der Circuit of the Americas lieferte seit seinem Debüt im Formel 1-Kalender 2012 überdurchschnittlich gute Rennen ab. 2015 war der GP USA das Rennen des Jahres. 2016 gab es 41 Positionswechsel auf der Rennstrecke.

Es ist nicht nur die Zahl der Überholmanöver, die einen Grand Prix zu einem guten Grand Prix macht, warnt Ross Brawn, einer der drei neuen Formel 1-Chefs. „Es kommt auch auf die Qualität der Überholmanöver an. Wenn sie zu einfach sind, bringt es auch nichts.“ In Austin wird das Überholen nicht einfach gemacht. Das zeigt die Zahl der missglückten Manöver. Man denke nur an das Duell Valtteri Bottas gegen Daniel Ricciardo. Oder die Zweikämpfe, die sich über mehrere Kurven zogen. Wie Lewis Hamilton gegen Max Verstappen oder Carlos Sainz gegen Sergio Perez.

Das perfekte Layout für Zweikämpfe

Der Circuit of the Americas hat nach Expertenmeinung das perfekte Layout. Zunächst einmal gibt es vier Stellen zum Überholen. Erstens: Kurve 1, wo die Strecke nach einem steilen Bergaufstück einen engen Haken schlägt. Zweitens: Die Haarnadel. Drittens: Das Ende der langen Geraden. Und viertens: Die Serie der engen Kurven, die sich an die Gerade anschließt. Max Verstappen erfand in Kurve 17 noch einen fünfte Überholstelle.

Lewis Hamilton mag den Kurs von Austin, gerade weil er zum Überholen einlädt: „Das Zeit-Delta, das du zum Überholen brauchst, liegt bei sieben Zehntelsekunden. Es ist eines der niedrigsten im ganzen Jahr. Außerdem ist es hier einfacher, anderen Autos in den schnellen Kurven zu folgen.“

Carlos Sainz - GP USA 2017
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In der ersten Kurve gibt es mehrere Linien. Deshalb sah man hier so viele Attacken.

Die Erklärung, warum man in den S-Kurven von Austin dicht hintereinander herfahren kann und in der vergleichbaren Passage in Suzuka nicht, wird Puristen nicht freuen. In Suzuka stehen die Streckenbegrenzungen in dem Bergaufgeschlängel zu dicht an der Strecke. Das verzeiht zwar keine Fehler, doch es hält die Turbulenzen wie in einem Tunnel fest. In Austin ist in den S-Kurven links und rechts viel Platz. Die schlechte Luft hinter den Autos verflüchtigt sich.

Die Serie von acht Kurven zwischen 135 und 270 km/h sorgt dafür, dass sich die Reifen stark aufheizen. Werden sie zu heiß, hat der Fahrer nach einem 450 Meter langen Vollgasstück beim Anbremsen der Haarnadel ein Problem. Es ist eine Chance für den Fahrer, der seine Reifen in der Passage besser in Schuss hält.

Die beste Überholmöglichkeit bietet das Ende der rund einen Kilometer langen Geraden. Das hat zwei Gründe, wie die Mercedes-Ingenieure erklären. Der DRS-Anteil ist mit 680 Metern verhältnismäßig groß. Und die Haarnadel am Eingang der Geraden bietet einem Angreifer mehrere Möglichkeiten sich zu positionieren. „Es gibt es zwei Linien rein und zwei Linien raus. Die Kurve in die Gerade hinein ist langsam genug, um einem anderen Auto zu folgen. In Budapest sind die Kurven vor den Geraden zu schnell.“

Das Infield bietet mit einer Folge von vier Kurven zwischen 85 und 110 km/h die vierte gute Möglichkeit zu einem Angriff. Aus dem genau umgekehrten Grund, warum die Haarnadel ein Überholpunkt ist. „Auf der langen Gerade vor der engen Sektion kühlen die Reifen aus. Der Grip fällt. Das macht das Bremsen und die ersten paar Kurven nach der Geraden extrem schwierig.“

Unterschiedliche Strategien helfen

In Austin kam in diesem Jahr noch ein weiterer Grund dazu, der zum Überholen einlud. Es gab keine eindeutige Strategie. Ein Zweistopp-Rennen war fast so gut wie ein Rennen mit nur einem Reifenwechsel. Das hatte acht verschiedene Strategien mit unterschiedlichen Reifensätzen und unterschiedlichen Laufzeiten zur Folge. Und damit ein großes Delta in den Rundenzeiten.

Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen waren am Ende des Rennens leichte Beute für Sebastian Vettel und Max Verstappen. Zu leicht? Man kann auch argumentieren, dass die Spannung darin lag, ob Vettel und Verstappen die beiden überhaupt noch einholen.

Vettels Überholmanöver im Sandwich zwischen Bottas und dem überrundeten Stoffel Vandoorne wurde dann zu einem Highlight des Rennens. Und Verstappens Angriff auf Räikkönen zur großen Kontroverse. Der GP USA hat wieder einmal gezeigt, dass man nicht eine Inflation an Boxenstopps braucht, um ein gutes Rennen zu bieten. Das Rennen zählte nur 25 Reifenwechsel. Dadurch blieb das Rennen übersichtlich und für jeden lesbar. Und es bot Spannung vom Start bis zur Zieldurchfahrt.

Motorsport Aktuell Lewis Hamilton GP China 2007 Crazy Stats GP USA 2017 Auch 2007 hätte Platz 5 gereicht

Lewis Hamilton hat den Titel eigentlich schon sicher.

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