Überholhilfe für Silverstone

Formel 1-Fahrer kritisieren DRS-Zonen

Jarno Trulli - DRS Foto: xpb 22 Bilder

In Valencia hat die FIA wie schon in Kanada zwei Überholstellen festgelegt. Die Fahrer sind bei gekoppelten DRS-Zonen nicht zufrieden damit, dass in der Sektion dazwischen keine neue Messung erfolgt. Somit bekommt der überholende Fahrer einen doppelten Vorteil zugespielt. In Silverstone könnte sich das ändern.

Beim GP Kanada wagte die FIA zum ersten Mal den Versuch mit zwei Überholstellen. FIA-Rennleiter Charlie Whiting gibt mit zwei Wochen Abstand zu: "Das Experiment ist schief gegangen. Die zweite Überholstelle auf der Zielgeraden war zu kurz." Das sollte in Valencia nicht passieren. Beide ausgewählten Geraden haben eine ausreichende Länge. Fernando Alonso meinte: "Es wird auf jeden Fall mehr Überholmanöver als in den letzten Jahren und als in Monaco geben."

Zwei getrennte DRS-Messungen in Silverstone

Trotzdem sind die Fahrer mit den gekoppelten Zonen nicht glücklich. Rubens Barrichello schlug Krach: "Wir sollten im Sektor dazwischen den Abstand neu messen. So kann der Überholte auf der nächsten Gerade vielleicht kontern. Jetzt hat der Fahrer, der überholt, einen doppelten Vorteil. Er kann auf der nächsten Geraden seinem Gegner davonfahren, weil er immer noch den Heckflügel flachstellen darf, auch wenn er vorne liegt." Sebastian Vettel nickt: "Rubens hat Recht. Als Button in Montreal an Schumacher vorbei ist, hatte der Michael keine Chance mehr dagegenzuhalten."

Nick Heidfeld widerspricht: "Der Sinn der Sache ist doch, dass der schnellere Fahrer vorbeikommt. Wenn der langsamere noch einmal angreifen kann, zieht sich das Überholmanöver nur sinnlos in die Länge." Die FIA wird trotz dieses Einwands reagieren. In Silverstone liegen die Überholstellen so weit auseinander, dass dazwischen der Abstand neu vermessen werden kann.

DRS-System soll ausgefeilter werden

"Wir brauchen Platz dazu", erklärt Charlie Whiting. "Wenn es funktionieren soll, muss es jeweils einen zweiten Messpunkt, einen zweiten Informationspunkt für den Fahrer und einen zweiten Aktivierungspunkt geben. Das bedeutet, dass wir auf manchen Strecken neue Induktionsschleifen einziehen müssen. Mehr Überholpunkte bedeuten auch, dass sich die Fehlerquote erhöhen kann."

Vettel sprach noch ein Problem an. "Was passiert, wenn ein Überrundeter dazwischen hängt, so dass dein Kontakt zum Vordermann abreißt und auf über eine Sekunde ansteigt?" Whiting antwortete dem Weltmeister, dass er über den Fall nachdenken wolle. Die FIA-Elektronik sei jedenfalls schlau genug, überrundete Fahrzeuge von denen, die direkt gegeneinander kämpfen, zu unterscheiden.

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