Überholstellen stehen fest

Exklusiv: Hier wird 2011 überholt!

Trulli vs. Petrov Foto: xpb 22 Bilder

FIA-Rennleiter Charlie Whiting hat sich in Barcelona mit den Fahrern über die Streitthemen Heckflügel, KERS und die Reifen unterhalten. Danach fiel die Entscheidung zu den Überholstellen der ersten Rennen.

Die Fahrer sind besorgt. Ihre Arbeit im Cockpit wird härter. Jede Menge Knöpfe zu drücken, mit KERS und dem verstellbaren Heckflügel kommen zwei strategische Hilfsmittel dazu, die nicht einfach zu bedienen sind. Sebastian Vettel fürchtet, das Knöpfespiel könnte im Pulverdampf des Rennens zu sehr vom Fahren ablenken. "Dazu müssen wir das Display im Auge behalten, um zu sehen, ob wir den Heckflügel einsetzen dürfen oder nicht."

Keine Einigkeit unter den Fahrern

Auch die Pirelli-Reifen sorgen für Gesprächsstoff. Die Angst geht um, dass es auf bestimmten Strecken vier Stopps oder mehr gibt. Deshalb trafen sich die Fahrer in Barcelona mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting.

Wie immer waren sich die Fahrer nicht einig. Felipe Massa sieht keinen Handlungsbedarf mit den Knöpfen. McLaren-Technikchef Paddy Lowe vertrat Lewis Hamilton und Jenson Button. Seiner Aussage nach hätten seine Piloten keine Probleme mit der Bedienung der Fahrhilfen.

"Wahrscheinlich haben McLaren und Ferrari Techniken entwickelt, die es den Fahrern einfacher macht, die Knöpfe zu bedienen. Die werden kaum damit einverstanden sein, wenn wir alles wieder rückgängig machen", glaubt Whiting.

Vorteile bei McLaren und Ferrari?

Wer sich die Lenkräder von McLaren und Ferrari genauer anschaut, entdeckt zusätzlichen Wippen auf der Rückseite. Offenbar aktivieren die Fahrer KERS und den Heckflügel mit Hebeln statt Knöpfen. Das erleichtert die Bedienung. Und wer in der Formel 1 einen Vorteil für sich entdeckt, der wird ihn kaum aufgeben.

Mark Webber verließ die Sitzung vorzeitig. "Nach Punkt eins von vier", grinste der Australier. "Wir bewegen uns im Kreis." Webber war noch anwesend, als der Vorschlag gemacht wurde, dass der Heckflügel im Training auch nur an den Stellen bedient werden darf, die im Rennen erlaubt sind. "Wir werden das prüfen", versprach Whiting.

Für Melbourne, Sepang und Shanghai hat sich die FIA auf die Überholstellen bereits festgelegt. In Melbourne wird es die Zielgerade sein. Gleich am Ausgang der Zielkurve darf der Knopf zum Flachstellen des Flügels gedrückt werden. Die Wegstrecke bis zum Bremspunkt beträgt etwas mehr als die ursprünglich geplanten 600 Meter.

Der Abstand, der zum Drücken des Heckflügel-Knopfes berechtigt, wird vor der drittletzten Kurve gemessen. Wenn dort der Rückstand auf den Vordermann weniger als eine Sekunde beträgt, dann geht beim Hintermann auf der Zielgeraden die Post ab.

Vettel schüttelt den Kopf: "Nehmen wir mal an, ich bin dort weiter als eine Sekunde von meinem Vordermann weg, der verbremst sich aber in einer der letzten drei Kurven und ich schließe auf weniger als eine Sekunde auf, dann darf ich trotzdem nicht den Flügel betätigen, weil ich an der Messstelle zu weit weg war. Wie soll man das denn erklären?"

In Malaysia und China wird es einfacher. Auf dem Kurs von Sepang ist die Zielgerade der Ort, an dem der Heckflügel verstellt werden darf. Der Abstand wird vor der Zielkurve gemessen. In Shanghai ist es die 1,2 Kilometer lange Gerade zwischen den Kurven 13 und 14. Entscheidend ist der Abstand ausgangs von Kurve 13.

Whiting erklärt: "Die Gerade ist so lang, dass wir den Abstand dort messen können. Die Betätigung des Flügels erlauben wir sowieso erst zwischen 600 und 700 Meter vor dem Bremspunkt. Wie weit davor, legen wir anhand von Simulationen vor Ort fest. Wir wollen das Überholen ja nicht zu einfach machen."

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen im Detail, wie das System funktioniert und wo es aktiviert werden darf.

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